Die britische Verbraucherschutzorganisation Which? leitet rechtliche Schritte gegen Apple ein, um Entschädigungszahlungen für rund 40 Millionen britische Apple-Kunden zu erreichen. Die Organisation wirft Apple vor, die Nutzer durch technische Beschränkungen an seine iCloud-Abos gebunden und dabei gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen zu haben.
Apple fördere die iCloud-Nutzung, indem das Unternehmen seine Kunden dazu ermutige, dort Daten wie Fotos und Videos zu speichern. Gleichzeitig sei es für Nutzer schwierig, auf alternative Cloud-Dienste zurückzugreifen und man könne dort auch nicht alle auf dem iPhone vorhandenen Daten speichern. In der Folge seien Kunden praktisch dazu gezwungen gewesen, ein kostenpflichtiges Abonnement abzuschließen, sobald ihr kostenloses Speicherkontingent von 5 Gigabyte ausgeschöpft ist.
Die Schadensersatzforderung der Verbraucherschützer gründet darauf, dass Apple-Kunden über die vergangenen Jahre hinweg permanent zu viel bezahlt haben. Im Durchschnitt werden für britische Nutzer, die über die letzten neun Jahre hinweg ein kostenpflichtiges iCloud-Abo abgeschlossen hatten, umgerechnet 85 Euro als Entschädigung gefordert. Unterm Strich könnte das dazu führen, dass Apple alle an der Sammelklage beteiligten Kunden zusammen mit umgerechnet rund 3,5 Milliarden Euro vergüten müsste.
Apple will sich energisch wehren
Apple dürfte die Anschuldigungen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Bei Which? handelt es sich um die größte unabhängige in Großbritannien tätige Organisation für Verbraucherschutz. Ziel der Klage ist es Which? zufolge nicht nur, Apple-Kunden eine Entschädigung zu verschaffen, sondern gleichzeitig auch eine Botschaft an die Branche zu senden und wettbewerbsverzerrende Praktiken zu verhindern. Ein Urteil könnte dementsprechend weitreichende Folgen haben.
Gegenüber dem Nachrichtenmagazin Reuters hat Apple in einer ersten Stellungnahme den Anschuldigungen widersprochen. Die iCloud-Nutzung sei freiwillig und es gebe zahlreiche Kunden, die auf die Angebote von Drittanbietern zugreifen. Man wolle sich energisch gegen die Klage wehren.
