Erst vor wenigen Tagen haben wir über die neue Künstliche Intelligenz aus China, DeepSeek (App Store-Link), berichtet. Sie basiert auf einem Open Source-KI-Modell, der Quelltext ist also für jeden zugänglich. Mit diesen Voraussetzungen dürfte DeepSeek den großen amerikanischen Anbietern wie ChatGPT von OpenAI gehörig Konkurrenz machen.

Und das ist nicht nur das einzige spannende Detail rund um DeepSeek R1. Medienberichten zufolge soll die Entwicklung des KI-Modells gerade einmal sechs Millionen US-Dollar gekostet haben, während sich die bisherigen Kosten für Konkurrenzprodukte wie ChatGPT bereits im dreistelligen Millionenbereich bewegen sollen. Für Nutzerinnen und Nutzer bringt das LLM DeepSeek R1 einen ganz anderen Vorteil mit: Es ist komplett kostenfrei und ohne Einschränkungen nutzbar.

Nachdem DeepSeek in den letzten Tagen dafür verantwortlich war, dass die Aktien namhafter Tech-Unternehmen rapide den Bach hinunter gingen, muss sich die chinesische Firma nun aber auch eigenen Problemen stellen. Wie TechCrunch berichtet, wurde DeepSeek nicht nur des Diebstahls von geistigem Eigentum bezichtigt, sondern sah sich auch mit Untersuchungen zum Datenschutz in Europa konfrontiert, und wurde darüber hinaus zum Ziel eines großen Cyberangriffs. Nun gibt es darüber hinaus auch noch Schwierigkeiten bezüglich der Markenrechte für den Chatbot in den USA.

„Am Dienstag reichte DeepSeek einen Antrag beim US-Patent- und Markenamt (USPTO) ein, um seine KI-Chatbot-Apps, -Produkte und -Tools als Marke zu schützen. Aber es war um Haaresbreite zu spät. Sechsunddreißig Stunden zuvor hatte ein anderes Unternehmen die Marke ‚DeepSeek‘ angemeldet: Ein in Delaware ansässiges Unternehmen mit dem Namen ‚Delson Group Inc.‘.

Die Delson Group behauptet, sie verkaufe seit Anfang 2020 KI-Produkte der Marke DeepSeek. In seinem Antrag gibt das Unternehmen seine Adresse als ein Haus in Cupertino und seinen CEO und Gründer als eine Person namens Willie Lu an.“

DeepSeek aus Delaware hat bereits 28 Marken eintragen lassen

Auf dem LinkedIn-Profil von Willie Lu gibt der mutmaßliche CEO des Unternehmens aus Delaware an, er sei ein „halb pensionierter“ beratender Professor der Universität Stanford sowie ein FCC-Berater. TechCrunch deckte zudem auf, dass Lu Vorlesungen und Schulungskurse über Mobilfunkstandards gab und „die meiste Zeit seiner Karriere in der Mobilfunkbranche verbracht zu haben“. Zudem veranstaltet Lu auch einen „DeepSeek“-Schulungskurs in Las Vegas zum Thema „KI-Supertintelligenz“, der zu Preisen ab 800 USD angeboten wird. Interessant ist auch, dass Lu zufällig an der gleichen Universität wie DeepSeek-Gründer Liang Wenfeng, der Zhejiang University, gemacht hat.

„Eine Suche nach ‚Delson Group‘ im Trademark Trial and Appeal Board Inquiry System des USPTO ergibt mehr als zwei Dutzend Streitigkeiten zwischen Lu und Organisationen, darunter die GSMA, Tencent und TracFone Wireless. Delson hat einige der angemeldeten Marken aufgegeben oder seine anhängigen Anmeldungen zurückgezogen.“

Laut TechCrunch verfüge die Delson Group über insgesamt 28 eingetragene Marken bei der USPTO, darunter auch große chinesische Unternehmen. Das Muster deute auf eine Geschichte von Markenbesetzungen hin: Die Registrierung einer Marke mit der Absicht, sie später zu verkaufen oder von der Popularität einer Marke zu profitieren.

DeepSeek ist übrigens nicht das erste KI-Unternehmen, das sich mit Schwierigkeiten bezüglich der Markenrechte konfrontiert sieht. Auch OpenAI scheiterte im vergangenen Februar mit dem Versuch, „GPT“ bei der US-amerikanischen Behörde USPTO als Marke einzureichen: Der Begriff sei zu generisch.

‎DeepSeek – KI-Assistent (Kostenlos, App Store) →

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