Ein Feature Update, das gleich mehrere bekannte Social-Plattformen zitiert: Instagram schärft das eigene Social-Profil und testet aktuell Funktionen, die das Teilen, Entdecken und Interagieren mit Freund:innen und Followern verstärken sollen. Die Plattform orientiert sich dabei sichtbar an TikTok, Snapchat und sogar Tumblr.

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When people liked your Reel und Top Follower Drivers:
Neue Metriken für Instagram Creator

© Instagram via Canva

Neue Instagram-Funktionen im Überblick

Reposting von Reels und Grid Posts: Nutzer:innen können ab sofort öffentliche Inhalte direkt in ihrem Feed teilen. Diese Reposts erscheinen sowohl im Feed der Follower als auch dauerhaft im neuen Repost Tab im eigenen Profil.

Instagram Map: Eine interaktive Karte zeigt den zuletzt aktiven Standort von Freund:innen – vorausgesetzt, sie haben ihn freigegeben. Zusätzlich hebt die Map Orte hervor, an denen aktuell viele Beiträge gepostet werden, etwa bei Konzerten oder Events. Die Funktion ist standardmäßig deaktiviert und wird schrittweise international ausgerollt.

Friends Tab in Reels: Im neuen Tab innerhalb der Reels-Ansicht können Nutzer:innen sehen, welche Reels ihren Freund:innen gefallen oder von ihnen geteilt wurden. Wie beim früheren Aktivitäten-Tab lässt sich so nachvollziehen, was in der eigenen Bubble gerade angesagt ist.

Mit den neuen Funktionen rückt Instagram die Social-Komponente und persönliche Empfehlungen stärker in den Fokus. Ob das auch den Creatorn hilft, wieder sichtbarer zu werden, ist allerdings unklar.

Reposting direkt im Feed

Öffentliche Reels und Feed Posts lassen sich ab sofort direkt teilen. Diese Reposts erscheinen im Feed der eigenen Follower und werden zusätzlich in einem eigenen Repost Tab im Profil gesammelt.

Um einen Reel oder Beitrag erneut zu veröffentlichen, tippe auf das Repost-Symbol, © Instagram

Damit nähert sich Instagram deutlich der Reposting-Logik von TikTok an. Dort ist das Teilen fremder Inhalte schon länger ein fester Bestandteil der Plattform, inklusive eigenem Repost Tab und algorithmischer Empfehlung. Auf Instagram war das bisher nur über einen Umweg möglich: Geteilte Inhalte landeten meist in der Story und verschwanden nach 24 Stunden wieder. Mit dem neuen Repost Feature wird das Teilen nun zu einem dauerhaften Bestandteil des Profils. Reposts erscheinen direkt im Feed der Follower und werden im eigenen Profil sichtbar gesammelt. Das erinnert nicht nur an TikTok, sondern auch an Tumblr. Auf Threads bringt der Tech-Beobachter Chris Messina diesen Vergleich passend auf den Punkt.

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Das Reposting bekommt damit nicht nur mehr Sichtbarkeit, sondern auch einen festen Platz im sozialen Kontext der App. Und der Tumblr-Vergleich passt: Wie beim klassischen Reblogging auf Tumblr können Inhalte jetzt kuratiert, öffentlich geteilt und dauerhaft sichtbar gemacht werden – ein Rückgriff auf soziale Funktionen, die den Content in den Mittelpunkt stellen, ohne dass man ihn selbst produziert haben muss. Reposts werden dem Original Creator gutgeschrieben und können dessen Reichweite erhöhen, selbst wenn die repostenden User dem Account nicht folgen. Wer repostet, kann dem Beitrag außerdem eine kurze Notiz hinzufügen.

Neuer Repost Tab im Profil

Mit dem neuen Repost Tab im Instagram-Profil erhalten User eine eigene Übersicht ihrer geteilten Inhalte. Dort sammeln sich alle Reels und Feed Posts, die man öffentlich repostet hat – sortiert nach Veröffentlichungszeitpunkt.

So sehen der neue Repost Tab und Reposts im Profil aus, © Instagram

Der Tab ist über ein Symbol mit zwei Pfeilen im oberen Profilmenü zugänglich und gibt Nutzer:innen die Möglichkeit, einen kuratierten Feed aus Lieblingsinhalten anderer zu erstellen. Die Funktion ist derzeit noch nicht bei allen Accounts verfügbar, wird aber sukzessive weltweit ausgerollt.

Instagram Map: Standort teilen, Freund:innen finden

Instagram testet derzeit ein neues Karten-Feature, das stark an Snapchats Snap Map erinnert. Nutzer:innen können ihre zuletzt aktive Position mit ausgewählten Kontakten teilen, die dann auf einer Karte in den Direktnachrichten sichtbar wird.

Instagram Map mit individueller Standortfreigabe, © Instagram

Die Standortfreigabe lässt sich individuell konfigurieren, etwa für enge Freund:innen, bestimmte Kontakte oder gar nicht. Sie kann jederzeit deaktiviert werden. Auch Eltern erhalten bei unter 18-jährigen Nutzer:innen erweiterte Kontrolle.

Die Instagram Map zeigt freigegebene Standorte von Freund:innen und Orte, an denen gerade besonders viele Inhalte entstehen, © Meta / Instagram

Unabhängig von der eigenen Freigabe kann die Map genutzt werden, um Inhalte von Freund:innen und Creatorn an bestimmten Orten zu entdecken, etwa von Konzerten, lokalen Events oder Treffpunkten. Markierte Reels, Posts oder Notizen sind für 24 Stunden sichtbar. Die Funktion wird zunächst in den USA getestet und dann international ausgerollt.

Friends Tab in Reels: Was gefällt deiner Bubble?

Der neue Friends Tab innerhalb der Reels-Ansicht zeigt, welche Kurzvideos deine Freund:innen geliked oder repostet haben.

Der neue Friends Tab zeigt Reels, mit denen Freund:innen interagiert haben – für mehr Austausch im eigenen Netzwerk, © Meta / Instagram

Die Funktion ähnelt TikToks For You-Empfehlungen – mit einem Social Twist. Gleichzeitig erinnert der Tab an Instagrams früheren Aktivitäten-Feed, der vor einigen Jahren abgeschafft wurde. Wer nicht möchte, dass andere die eigenen Interaktionen sehen, kann diese Funktion gezielt abschalten. Auch unerwünschte Inhalte von bestimmten Personen lassen sich im Feed stummschalten. Der Friends Tab wird aktuell weltweit eingeführt und ist bereits in der App sichtbar, sofern das Update erfolgt ist.

Social-first mit Repost, Map und Friends – Instagram setzt auf Nähe

Mit dem aktuellen Update zeigt Instagram deutlich, wohin die Reise gehen soll: zurück zu mehr Nähe, Austausch und digitaler Verbundenheit. Viele der neuen Funktionen treffen dabei genau den Nerv der Zeit und dem Streben nach Social Community. Reposts machen es leichter, Inhalte weiterzugeben, die man schätzt oder anderweitig interessant findet. Die Map bringt digitale Verbindungen ins echte Leben und macht spontane Treffen wieder wahrscheinlicher. Und der Friends Tab? Der fühlt sich an wie ein Rückkanal zur Community – ein Feature, das viele vermisst haben. Der Geist von TikTok, Snapchat und Tumblr schwebt über diesen Neuerungen. Vielleicht ist das aber genau das Erfolgsrezept: alte Ideen neu gedacht, für eine Plattform, die wieder mehr sein möchte als nur ein endloser Feed.

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