Wir wissen alle: Wasser trinken ist wichtig. Empfohlen werden 1,5 bis 2 Liter pro Tag, abhängig von Alter, Körpergewicht, klimatischen Bedingungen und Co. Doch nicht allen Menschen fällt es leicht, das Trinken im Blick zu behalten. Der für seine Wasserfilter bekannte Anbieter Brita hat nun eine smarte Version seiner bereits erschienen Larq-Filtertrinkflasche auf den Markt gebracht, die zum einen euer Wasser dank Aktivkohle-Filter und UV-C-Technologie von Keimen, Mikroplastik und weiteren Verunreinigungen befreit und zum anderen die getrunkene Wassermenge trackt. Ich habe die Larq iQ (Amazon-Link) ausprobiert.
Bei der Brita Larq iQ handelt es sich um eine doppelwandig isolierte Edelstahl-Flasche, die ausschließlich für kaltes Wasser geeignet ist. Heißes Wasser darf nicht in die Flasche gefüllt werden. Dafür sollen kalte Flüssigkeiten aber auch bis zu 24 Stunden lang kalt bleiben. Dazu später mehr. Sie kommt mit einem Fassungsvermögen von 680 Milliliter.
Verschlossen wird die Flasche mit einem Kunststoff-Deckel, in dem die Elektronik und Sensorik der Flasche verbaut ist und der über einen USB-C-Anschluss zum Aufladen verfügt. Ein dazugehöriges Kabel wird mitgeliefert. Im Deckel wird der Strohhalm befestigt, an dessen Ende das Gehäuse für den Filter sitzt. Das heißt, getrunken werden kann also nur per Strohhalm, auch dazu später mehr.
Der Filter selbst enthält Aktivkohlepartikel und Aktivkohlefaser; erstere stammen aus Kokosnussschalen, zweitere aus pflanzlicher Zellulose. Der Filter soll PFAS, Mikroplastik, Chlor, Hormone und andere Stoffe reduzieren und den Geschmack des Wassers verbessern. Die im Deckel integrierte UV-C-Technologie ist in der Lage, zusätzlich 99,9 Prozent der im Wasser enthaltenen Bakterien abzutöten. Alle acht Wochen oder nach 150 Liter gefiltertem Wasser sollte der Filter gewechselt werden. Die dazugehörige Brita-App benachrichtigt euch, wenn es soweit ist.
So lässt sich die Larq iQ handhaben
Die Brita Larq iQ in Einzelteilen, rechts der Filter.
Bevor ihr die Flasche zum ersten Mal verwendet, müsst ihr der mitgelieferten Kurzanleitung folgen, um die Flasche samt App entsprechend einzurichten. Bedeutet: Deckel laden, Brita-App (App-Store-Link) installieren, Account anlegen und einrichten, Flasche verknüpfen, Flaschen-Bestandteile reinigen, Filter in Betrieb nehmen, alles wieder zusammensetzen, Wasser einfüllen und dann den Reinigungsmodus (PureVis genannt) starten. Dann kann es mit dem Trinken losgehen.
BRITA (Kostenlos, App Store) →
Das Reinigen und Einrichten der Flasche geht im Prinzip einfach. Die App leitet euch in einfachen Schritten durch den Prozess (auch wenn ich es nervig finde, dass es zwingend einen Brita-Account braucht, um die App zu nutzen). Wer mag, kann die erfassten Daten auch direkt mit Apple Health synchronisieren lassen. Das ist aber kein Muss.
In der Brita-App erhaltet ihr eine Übersicht über eure Trinkmenge.
Etwas nerviger wird es bei der Reinigung des Deckels. Hier ist, laut Hersteller, darauf zu achten, dass man den integrierten USB-C-Anschluss während der Reinigung trocken hält, weil dort kein Wasser hineinlaufen darf. Da sich aber ja auch das Mundstück am Deckel befindet, muss man den Deckel gründlich reinigen, um das Produkt hygienisch zu halten. Hier wäre sicherlich ein Gummischutz oder ähnliches sinnvoll, um Wassereintritt zu vermeiden.
Ist der Deckel aufgeladen, soll der Akku zwischen zwei und drei Wochen schaffen, je nachdem wie häufig man den PureVis-Modus verwendet. In meinem Test konnte diese Angabe bestehen. Ich habe die Flasche das erste Mal nach zwei Wochen wieder aufgeladen. Da war der Akku aber auch noch nicht ganz leer.
Man kann nur per Strohhalm trinken
Wie oben beschrieben, erfolgt das Trinken bei der Larq iQ durch einen Strohhalm, an dessen Ende der Filter hängt. Für mich ist das Trinken aus einem Strohhalm ein unnatürliches Gefühl, zumal man bei der Larq auch sehr stark saugen muss, um Wasser aus ihr herauszukriegen. Dadurch habe ich tatsächlich im Vergleich weniger getrunken, als wenn ich mir einfach meine Karaffe auf den Tisch stelle und mir deren Inhalt in ein Glas fülle. Was aber stimmt: Der Geschmack des gefilterten Wassers ist besser als der des ungefilterten Wassers.
Ein leuchtendes Lamdba zeigt an, dass der PureVis-Modus aktiv ist.
Habt ihr einen Schluck aus der Flasche getrunken und stellt diese wieder ab, fängt der Deckel kurz an, weiß zu leuchten, was anzeigt, dass die Trinkmenge an die App übermittelt wird. Jetzt kommen wir zum Knackpunkt: Ein Produkt wie dieses ist nur sinnvoll, wenn die Technik hält, was der Hersteller verspricht: Ja, wenn ich getrunken habe und die Flasche auf eine Unterlage abstelle, ohne, dass sie sich bewegt, funktioniert das Tracking. Wenn ich die Flasche aber unterwegs verwende und nach dem Trinken einfach in der Hand behalte, wird die Datenübermittlung nicht immer ausgelöst. Hier scheint dann auch nachträglich, wenn die Flasche also wieder festen Boden unter den Füßen hat, keine Übermittlung stattzufinden und in der App wird nicht angezeigt, dass ich getrunken habe. Zumindest hat sich dies in mehreren meiner Testszenarien so dargestellt. Damit ist die Tracking-Funktion, die das Produkt ja von der bereits erschienenen und deutlich günstigeren, aber nicht smarten Brita Larq iQ, abheben sollte, für mich nicht praktikabel.
Larq iQ: Per App Trinkmengen nachtragen
In der App lässt sich zwar auch manuell eintragen, was man über den Tag hinweg noch getrunken hat (Kaffee, Tee und alle anderen Flüssigkeiten außer Wasser müssen ja ohnehin manuell erfasst werden), aber wenn das Tracking nicht in jeder Situation funktioniert, muss ich am Ende ja doch selbst nachhalten, wie viel ich getrunken habe. Zugegeben: So schwer ist auch das ja eigentlich nicht: Wenn ich weiß, dass meine Flasche 680 ml fasst und ich mir merke oder notiere, wie viele dieser Flaschen ich am Tag geleert habe, lässt sich die Trinkmenge ja schnell errechnen.
Abschließend noch ein kurzer Exkurs zur Frage: Bleibt das Wasser in der Flasche kalt? Ich würde sagen, jein. Das Wasser wird auch bei hohen Außentemperaturen nicht warm, das stimmt, aber ich hatte den Eindruck, als würde das Wasser über die Zeit schon an Temperatur zunehmen. Die Trinktemperatur blieb aber angenehm.
Lohnen sich die smarten Funktionen überhaupt?
Die Brita Larq iQ ist für 124,99 Euro in Weiß oder Schwarz erhältlich. Im Lieferumfang ist ein Filter enthalten. Ein neues Filterpaket mit drei Filtern ist für 34,99 Euro erhältlich. Um durch ein Jahr zu kommen, benötigt ihr mindestens sechs Filter. Das heißt, es kommen jährlich mindestens 70 Euro auf euch zu, um die Flasche zu nutzen, wenn der erste Filter gewechselt werden muss.
Aus meiner Sicht lohnt sich die Investition zumindest in die smarte Version der Flasche aber eher nicht. Wer gerne auch unterwegs gefiltertes Wasser trinkt, hat hier zwar eine tolle Möglichkeit, doch kann dafür auch die deutlich günstigere Larq-Trinkflasche (Amazon-Link) nutzen, die für 61,99 Euro erhältlich ist. Diese kommt mit Filter, aber ohne Tracking. Da das Tracking in meinem Test nicht immer fehlerfrei war und da man ohnehin alle anderen Getränke händisch erfassen muss, ist die Brita Larq iQ eine Investition, die man sich meiner Meinung nach sparen kann.
BRITA LARQ iQ Digitale Filter Trinkflasche weiß (680 ml) inkl. Hydration Tracking…
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