Emojis galten lange als digitale Gefühlsverstärker. Ein (Lachen mit Tränen) hier, ein (Rotes Herz) dort – die kommunikative Einordnung eines Postings war schnell definiert. Doch 2025 erzählten Emojis im Kontext von Social Posts eine andere Geschichte. Sie sind weniger emotional, dafür deutlich funktionaler. Die kleinen Icons spiegeln Zeitgeist, kulturelle Trends sowie mitunter auch geopolitische Feinheiten und sind damit hochrelevant für Markenkommunikation, digitales Storytelling und UX-Design. Ein Emoji war im vergangenen Jahr besonders beliebt. Nicht nur Nutzer:innen, Creator und Marken haben es für sich entdeckt, sondern auch große KI-Player, allen voran Google.
Welches das ist und welche zehn Emojis die Social Posts 2025 dominierten, zeigt eine aktuelle Analyse der auf Social Media Performance spezialisierten Plattform Buffer, die Millionen von Beiträgen ausgewertet hat. Gezählt wurde nicht die reine Häufigkeit, sondern wie viele unterschiedliche Accounts ein Emoji genutzt haben. Heavy User verzerren die Zahlen also nicht. Das Ergebnis ist eine Momentaufnahme der Emoji-Kultur 2025 und zugleich eine kleine Gebrauchsanweisung für alle, die auf Social Media zeitgemäß auffallen wollen.
Der Artikel zeigt, welche Entwicklungen dazu geführt haben, dass bestimmte Emojis heute Buzz erzeugen, warum Funktionalität Emotion schlägt und welche acht neuen Emojis laut Unicode-Konsortium schon bald unsere Tastaturen erweitern könnten.
Was ist der Emoji Code?
Warum Gen Z Emojis absichtlich falsch nutzt
Ein Emoji dominiert über alle Social-Plattform hinweg
An der Spitze der meistgenutzten Emojis 2025 steht mit großem Abstand (Funkeln). Mehr als 200.000 Accounts setzten es ein. Dahinter folgen (Nach rechts) zeigen und (Feuer). Auffällig ist vor allem, was fehlt: Klassische Gefühls-Emojis wie (Lachen mit Tränen) oder (Verliebtes Gesicht) spielen kaum noch eine Rolle.
Der Grund liegt im Einsatz. signalisiert Relevanz, Neuigkeit oder Betonung. lenkt den Blick. markiert Wichtigkeit oder Aktualität. Emojis fungieren damit weniger als Gefühlsausdruck, sondern als visuelle Satzzeichen im Feed. Funktion schlägt Gefühl.
Jede Plattform spricht ihre eigene Emoji-Sprache
Emojis wirken nicht überall gleich. Jede Plattform hat ihre eigene visuelle Sprache – und damit auch ihre eigenen Emoji Codes. Wer sie ignoriert, verschenkt Aufmerksamkeit. Ein Überblick über die jeweils drei meistgenutzten Emojis und ihre Funktion im Kontext der Plattformen.
Instagram: Funkeln · Nach rechts zeigen · Feuer
Instagram bleibt die emoji-freundlichste Plattform. Emojis sind Teil der visuellen Ästhetik und strukturieren Bildunterschriften. dominiert, weil es Highlights markiert, ohne aufdringlich zu wirken. Emojis ergänzen Inhalte, statt mit Bildern zu konkurrieren.
LinkedIn: Funkeln · Nach rechts zeigen · Häkchen
Auf LinkedIn sind Emojis funktionale Werkzeuge. Das signalisiert Klarheit, Abschluss oder Zustimmung. Emotionale Emojis spielen kaum eine Rolle. Stattdessen dienen Emojis der Lesbarkeit und Struktur – als visuelle Ordnungshilfe.
TikTok: Funkeln · Feuer · Augen
TikTok ist ein Wettbewerb um Aufmerksamkeit. bedeutet unmissverständlich: „Schau hin.“ Emojis fungieren als visuelle Hooks, die Wiedergabezeit sichern sollen, und sind Teil der Mechanik des Feeds.
X: Funkeln · Feuer · Nach rechts zeigen
Auf X zählt Geschwindigkeit. Emojis ersetzen Kontext, signalisieren Dringlichkeit und verdichten Aussagen. Sie funktionieren wie visuelle Abkürzungen in einem schnellen, textlastigen Umfeld.
Facebook: Funkeln · Nach rechts zeigen · Häkchen
Accounts auf Facebook setzen auf allgemein verständliche Emojis. Sie funktionieren generationenübergreifend und vermeiden Ironie oder Insidercodes. Emojis strukturieren Beiträge, ohne zu polarisieren.
Threads: Funkeln · Feuer · Nach unten zeigen
Threads User nutzen Emojis vor allem zur Orientierung. Richtungs-Emojis helfen, Gespräche, Verweise und Kontexte im Feed klarer zu machen. Funktion steht über Flair.
YouTube: Funkeln · Feuer · Nach rechts zeigen
Auf YouTube unterstützen Emojis den Community-Aufbau. Sie markieren neue Uploads, Highlights oder lenken gezielt zu Beschreibungen und Kommentaren.
Pinterest: Funkeln · Nach rechts zeigen · Feuer
Pinterest lebt von Inspiration. passt zur ästhetischen Logik der Plattform und signalisiert speicherwürdige Inhalte. Emojis verstärken visuelle Ambitionen, ohne sie zu dominieren.
Bluesky und Mastodon: Funkeln · Nach rechts zeigen · Konfetti
Auf beiden Plattformen steht Gemeinschaft im Vordergrund. signalisiert Aufbruch, Beteiligung und Zugehörigkeit – weniger Performance, mehr Community.
Emojis im Jahresverlauf: Stabilität statt Hype
Ein Blick auf den Jahresverlauf zeigt: Das (Funkeln) blieb konstant auf Platz eins, das (Häkchen) legte deutlich zu und die (Rakete) verlor an Bedeutung. Einige Icons haben sich vom Trendsignal zu einem festen Bestandteile professioneller Social-Media-Kommunikation etabliert, vor allem in der Tech-Welt.
Analysen der Washington Post zeigen, dass KI-Dienste wie ChatGPT oder Gemini besonders häufig funktionale Emojis wie oder (Gehirn) verwenden. Emojis sind damit nicht mehr nur Teil menschlicher Online-Kommunikation, sondern prägen zunehmend auch die visuelle Sprache von KI-Systemen. Und das beliebte -Icon wiederum überwiegt nicht nur in Social Postings, sondern wird auch von großen KI-Playern besetzt. Google nutzt das Funkel-Emoji beispielsweis prominent im Kontext von Gemini – als visuelles Symbol für Magie, Neuheit und intelligente Unterstützung.
Ob Tech-Unternehmen wie Google damit einen bestehenden Trend aufgreifen oder aktiv verstärken, lässt sich kaum trennen. Wahrscheinlicher ist ein Wechselspiel: Nutzer:innen etablieren visuelle Codes, Plattformen und Tech-Player beschleunigen ihre Verbreitung. ist 2025 zum universellen Symbol für Relevanz und Fortschritt geworden – plattformübergreifend, menschlich wie maschinell.
5,66 Milliarden User:
Social Media wird zur „Supermehrheit“ des Internets
Neue Emojis in Sicht: Was Unicode 17.0 bringt
Während (Funkeln) und Co. 2025 die Posting-Landschaft prägten, zeichnet sich bereits der nächste Emoji-Nachschub ab. Das Unicode-Konsortium, verantwortlich für den internationalen Standard von Schriftzeichen, hat mit Unicode 17.0 acht neue Emojis vorgestellt, darüber berichteten unter anderem Caschys Blog und Apfeltalk.de.
Bis sie auf Smartphone-Tastaturen erscheinen, dauert es jedoch noch. Zwar sind die Emojis standardisiert, Apple, Google und Microsoft müssen sie erst in ihre Betriebssysteme integrieren. Mit iOS 26 lieferte Apple im Herbst 2025 noch keine neuen Emojis aus. Die Ausrollung wird aktuell für Anfang 2026 erwartet.
Was heißt das für User, Publisher und Marketer?
Für Nutzer:innen liefern die Buffer-Daten vor allem einen unterhaltsamen Blick darauf, wie sich digitale Sprache verändert. Emojis helfen inzwischen nicht nur dabei, Gefühle auszudrücken, sondern auch, Inhalte schneller zu erfassen und einzuordnen. Sie funktionieren wie Wegweiser im Informationsrauschen. Für Creator, Brands und Publisher eröffnen Emojis Möglichkeiten, Texte besser zu strukturieren und Leser:innen durch Inhalte zu führen. Sie ersetzen keine starken Headlines, können deren Wirkung aber unterstützen, indem sie zentrale Aussagen hervorheben.
Entscheidend ist, die eigene Marken-DNA nicht aus dem Blick zu verlieren. Emoji-Trends können Orientierung geben, sollten jedoch nicht inflationär und ohne klare Funktion eingesetzt werden. Zumal nicht jeder Trend auf jedem Kanal gleichermaßen funktioniert. Die Buffer-Analyse zeigt, dass im Jahr 2025 weniger der emotionale Ausdruck zählt als der funktionale Einsatz. Emojis führen durch Inhalte, sie schmücken sie nicht. Wer jedem Hype reflexhaft folgt, riskiert Beliebigkeit. Wer Emojis hingegen bewusst und strategisch einsetzt, kann Aufmerksamkeit und Performance sinnvoll miteinander verbinden.
