Illegale Downloads und Piraterie haben der Film- und Serien-Industrie zu schaffen gemacht. Vor gut 10 Jahren schien es genau für dieses Problem eine Lösung zu geben: Netflix. Nachdem der Streaming-Dienst im September 2014 in Deutschland an den Start ging, fühlten wir uns im siebten Himmel. Eine Serie oder einen Film schauen? Kein Problem, Netflix hat die passenden Inhalte. Später gesellte sich noch Prime Video hinzu, auch das war kein Problem. Die paar Euro hat man ja eh schon für schnelle Lieferungen bezahlt.

Die Musik-Industrie hat es verstanden

Ähnliches ist in der Musik-Industrie passiert. Hier waren die Einbußen durch illegale Downloads vielleicht sogar noch etwas größer. Und auch hier sind die Streaming-Dienste vor rund 10 Jahren durchgestartet. Erst Simfy, später kam dann Spotify zu uns nach Deutschland. Mittlerweile gibt es mit Apple Music, Amazon Music, Deezer oder YouTube Music etliche weitere große Anbieter.

Der große Unterschied zum Streaming von Filmen und Serien: Beim Musik-Streaming ist es egal, für welchen Anbieter ihr euch entscheidet. Das Angebot ist, bis auf wenige Ausnahmen, absolut identisch. Es ist völlig egal, für welchen Anbieter man sich entscheidet. Das neue Album von Künstler X oder Künstler Y findet man im Prinzip überall. Man kann hören, so viel und so lange man möchte, muss sich nicht mit irgendwelchen dubiosen Quellen oder Werbung herumschlagen. Und das alles für etwas mehr als 10 Euro im Monat.

Der Flickenteppich im Video-Streaming wird mit HBO Max noch größer

Beim Video-Streaming sieht es anders aus. Während früher Netflix die Plattform für alles war, verteilen sich die Inhalte mittlerweile auf viele verschiedene Anbieter. Prime Video, Apple TV, Disney+, Paramount+ oder WOW wollen auch ihren Teil abbekommen. Und nun kommt mit HBO Max der nächste Anbieter mit dazu. Das große Problem: Jede Produktionsgesellschaft möchte ihre Inhalte für sich behalten.

Was das bedeutet, zeigt sich nach dem heutigen Start von HBO Max sehr eindrucksvoll. Auf der neuen Plattform findet ihr Top-Inhalte wie Friends, The Big Bang Theory, Supernatural oder Sex and the City. Alles Serien, die es bis vor ein paar Wochen noch bei Netflix und Co. gab.

Die Film-Industrie hat das mit der Nutzerfreundlichkeit anscheinend noch nicht ganz verstanden. Anscheinend will man uns dann doch wieder zu illegalen Downloads und zur Piraterie treiben.

Nach der Netflix-Übernahme wird es absurd

Und, war da nicht was? Richtig. Erst vor Kurzem hat Netflix bekannt gegeben, dass man Warner Bros inklusive HBO und HBO Max übernimmt. Da wäre es ja ziemlich naheliegend, wenn man die aufgekauften Inhalte direkt in seine eigene Streaming-Plattform integriert. Weit gefehlt. Stattdessen streicht man Inhalt bei Netflix und lässt sie sich dann bei HBO Max erneut bezahlen. Genau mein Humor.

Ich sage es ganz ehrlich: Ich habe keinen Bock mehr auf den Quatsch. Und ich bin froh, dass ich mir im Dezember Magenta SmartStream mit RTL+, Disney+ und Netflix für umgerechnet 9 Euro pro Monat für zwei Jahre gesichert habe – das Angebot gilt übrigens immer noch. Für den Preis nehme ich auch etwas Werbung und niedrigere Qualität in Kauf. Dazu schaue ich dann noch ein bisschen auf Apple TV, das ohnehin Teil meines Apple One Abos ist.

Der Beitrag Kommentar zum Start von HBO Max: Es reicht langsam! erschien zuerst auf appgefahren.de.

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