Mit RecFishing führt die Europäische Union ein neues digitales Meldesystem für die Freizeitfischerei ein. Kern des Vorhabens ist eine mobile App, über die Angler ihre Fänge künftig erfassen sollen.
Ab dem Frühjahr 2026 werden Küstenstaaten verpflichtet, für bestimmte Arten und Bestände Daten aus der nicht gewerblichen Fischerei zu sammeln. Ziel ist es, die bislang lückenhafte Datengrundlage zu verbessern und die Auswirkungen der Freizeitfischerei auf die Fischbestände verlässlicher bewerten zu können.
Gemeinsame App statt nationaler Insellösungen
Positiv fällt auf, dass sich viele EU Staaten erstmals auf eine gemeinsame technische Lösung verständigt haben. Statt dass jedes Land eine eigene Anwendung entwickelt, setzen 13 Küstenstaaten auf eine von der Europäische Kommission bereitgestellte App. Dazu zählen unter anderem Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande.
Die übrigen Küstenstaaten nutzen zwar eigene Anwendungen, sind jedoch an das gleiche zentrale System angebunden. Die erfassten Daten laufen in einer EU weiten Datenbank zusammen und werden einheitlich verarbeitet. Damit entsteht eine vergleichbare Grundlage für wissenschaftliche Auswertungen und politische Entscheidungen, die es in dieser Form bisher nicht gab.
Die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg gilt als einer der zentralen Vorteile des Projekts. Einheitliche technische Standards sollen Doppelarbeit vermeiden und die Kosten für nationale Behörden begrenzen. Gleichzeitig erhalten Forscher einen besseren Überblick darüber, wie stark einzelne Fischarten insgesamt gefangen werden.
Unklare Zeitpläne beim nationalen Rollout
Kritisch bleibt allerdings die Umsetzung in der Praxis. Die App wird nicht zeitgleich in allen Ländern eingeführt, sondern schrittweise nach nationaler Vorbereitung. Für Freizeitangler bedeutet das eine eingeschränkte Planbarkeit. Es ist derzeit nicht klar, wann die Anwendung in jedem Mitgliedstaat tatsächlich verfügbar sein wird. Auch für Deutschland gibt es noch keinen konkreten Starttermin.
Hierzulande liegt die Zuständigkeit bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Sie begleitet die nationale Einführung und ist Ansprechpartner für Nutzer. Sobald die App verfügbar ist, sind Freizeitangler verpflichtet, ihre Fänge digital zu melden. Bis dahin bleibt offen, ab wann die neuen Regeln praktisch greifen.
NDR-Bericht: Ostsee-Angler sollen bedrohte Fischarten per App melden
Rechtliche Grundlage für RecFishing ist eine überarbeitete Fischereikontrollverordnung, die 2023 vom Europäisches Parlament und dem Rat der Europäischen Union beschlossen wurde. Mit dem neuen System will die EU die Freizeitfischerei stärker in das Fischereimanagement einbeziehen und belastbare Daten für eine nachhaltige Nutzung der Meeresressourcen schaffen.
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