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Forscher haben herausgefunden, dass ein spezielles Pigment Meeresalgen unter Wasser vor zu starker Sonneneinstrahlung schützt, um eine optimale Photosynthese zu ermöglichen. Diese Erkenntnis könnte dabei helfen, effizientere und langlebigere Solaranlagen zu entwickeln.


Meeresalgen haben einen Weg gefunden, um sich vor zu intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen und gleichzeitig lebensnotwendige Energie zu gewinnen. Forscher der Osaka Metropolitan University entdeckten ein verborgenes Pigment namens Siphonein, das Zellschäden verhindert. Diese Erkenntnisse könnten als technischer Bauplan für widerstandsfähigere Solarmodule dienen.

Der Hintergrund: Photosynthetische Organismen nutzen empfindliche Strukturen, die als Lichtsammlerkomplexe (LHCs) bekannt sind, um das Sonnenlicht effizient zu absorbieren. Unter normalen Bedingungen fängt Chlorophyll das Licht ein und leitet diese Energie effizient an Reaktionszentren weiter.

Bei extrem hohen Lichtmengen geht das Chlorophyll jedoch oft in einen schädlichen Triplett-Zustand über, der aggressive Sauerstoffverbindungen erzeugt. Um diese Gefahr abzuwenden, setzen Organismen sogenannte Carotinoide ein, die die überschüssige Energie kontrolliert und schnell wieder ableiten.

Siphonein: Wie die Alge den Hitzetod verhindert

Die Forscher untersuchten die Meeresgrünalge Codium fragile, die über ungewöhnliche Pigmente wie Siphonein und Siphonaxanthin verfügt. Diese Algenart schützt sich vor Strahlungsschäden und oxidativer Beschädigung der Zellen. Die speziellen Carotinoide ermöglichen es, das vorherrschende blau-grüne Licht optimal zur Energiegewinnung zu nutzen.

In Versuchen verschwanden schädliche Signale bei der Alge im Gegensatz zu Landpflanzen wie Spinat vollständig, was die hohe Schutzwirkung belegt. Mithilfe von speziellen Verfahren wie der Elektronenspinresonanz-Spektroskopie (EPR) und Quanten-Simulationen identifizierten die Wissenschaftler Siphonein als das entscheidende Schutzpigment.

Es sitzt an der sogenannten L1-Stelle innerhalb des Lichtsammler-Komplexes LHCII und bindet dort unmittelbar an einen Cluster aus Chlorophyll-Molekülen (Chl a610-a612). Dort deaktiviert es überschüssige Energie mittels Triplet-Triplet-Energietransfer (TTET) hocheffizient, bevor diese die empfindlichen Zellen zerstören kann.

Algen als Bauplan für effiziente Solaranlagen

Die Ergebnisse liefern eine Blaupause für künstliche Pigmente, die Lichtsammler in technischen Systemen optimieren können, so die Forscher in ihrer Studie, die am 1. Oktober 2025 im Fachjournal Cell Reports Physical Science erschien. Die Analyse verdeutlicht, wie die elektronische Struktur des Pigments die Energieableitung hocheffizient reguliert.

Langlebigere und effizientere Systeme für erneuerbare Energien rücken durch diese biologischen Entdeckungen in greifbare Nähe. Das könnte auch künftige Solaranlage vor dem Hitzetod bewahren und ihre Lebensdauer deutlich verlängern.

Mit dem vertieften Wissen über molekulare Strukturmerkmale entwerfen Forscher nun Pigmente, die die Effizienz technischer Lichtsammler-Antennen gezielt steigern sollen. Letztlich soll ein molekulare Design dazu beitragen, die Lichtausbeute in künstlichen Systemen dauerhaft zu optimieren.

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