Das Interesse an NAS-Systemen von Ugreen scheint hoch zu sein, denn schon der Vorgänger war ein voller Erfolg. Mit der Ugreen NASync iDX-Serie folgen jetzt neue Modelle, die mit besserer Leistung und optimierten KI-Integrationen aufwarten. Die Finanzierung erfolgt abermals über Kickstarter, wo die Preise bei rund 1.000 Euro starten.

Das kann das KI-NAS Ugreen iDX6011 Pro

Ugreen iDX6011 Pro ist hochwertig verarbeitet.

Eigentlich sollte das neue KI-NAS von Ugreen schon letztes Jahr starten, allerdings wurde die Markteinführung immer wieder nach hinten geschoben. Da ich das NAS schon im Einsatz habe, kann ich euch pünktlich zur Kickstarter-Kampagne meine ersten Eindrücke mit auf den Weg geben.

Bei mir kommt das Top-Modell Ugreen iDX6011 Pro zum Einsatz, das einen schnelleren Prozessor sowie doppelt so viel RAM wie das Standardmodell aufweist. Während bis zu 196 TB Speicher möglich sind, kommen bei mir aktuell zwei Festplatten mit jeweils 3,6 TB zum Einsatz. Da es insgesamt sechs Einschübe gibt, lässt sich die Kapazität schnell aufrüsten.

Die technischen Daten

Das Ugreen iDX6011 Pro ist mit einem Intel Core Ultra 7 255H Prozessor mit 16 Kernen ausgestattet und bringt standardmäßig 64 GB Arbeitsspeicher mit. Da dieser fest verlötet ist, lässt er sich später nicht aufrüsten.

Die Anschlüsse auf der Front:

1x SD-Kartenleser mit bis zu 312 MB/s
2x Thunderbolt 4
1x USB 3.2 Gen 2

Die Anschlüsse des Ugreen iDX6011 Pro auf der Front.

Die Anschlüsse auf der Rückseite:

1x USB 3.2 Gen 2
2x USB 2.0
2x 10-Gigabit-Ethernet
1x HDMI mit bis zu 8K
1x OCuLink (unterstützt PCIe 4.0 x4)

Alle Ports hinten am Ugreen iDX6011 Pro.

Das NAS ist schnell in Betrieb genommen

Das optisch ansprechende NAS von Ugreen ist hochwertig verarbeitet, aber auch nicht gerade klein. Im Pro-Modell gibt es neben den sechs Einschüben für Festplatten auch ein kleines Display an der Seite. Hier lassen sich praktische Informationen ablesen, allerdings nutzt man das eher selten, da die Infos auch per App oder Desktop-Zugriff erreichbar sind.

Einbau der Festplatten ist sehr einfach.

Um eine Festplatte einzusetzen, zieht man den entsprechenden Slot einfach heraus und legt die Platte ein. Bei einer herkömmlichen 3,5-Zoll-Festplatte funktioniert das ohne jegliche Schrauben, sodass die Platte innerhalb weniger Sekunden im NAS steckt. Unterstützt werden aber auch 2,5-Zoll-Festplatten sowie NVMe- oder PCIe-SSDs.

Bevor es an die Einrichtung geht, muss zwingend ein LAN-Kabel am NAS angeschlossen werden. Da hier 10 Gigabit unterstützt werden, erfolgen Datentransfers blitzschnell.

App und Desktop-Zugriff

Aufgeräumte Weboberfläche des Ugreen iDX6011 Pro.

Die Einrichtung erfolgt anschließend entweder per Smartphone-App oder direkt am Desktop. Da bei mir die Desktop-App auch in der Beta-Version noch nicht alle Funktionen bereitgestellt hat, habe ich einfach den Zugriff über den Webbrowser genutzt. Dazu muss man lediglich die IP-Adresse eingeben und dann den Anweisungen folgen.

Nachdem ein Benutzer angelegt ist, wird man zur NAS-Oberfläche weitergeleitet und kann alle Einstellungen vornehmen. Wichtig ist hier natürlich die Erstellung eines Speicherpools, wobei das System die gängigen RAID-Level 0, 1, 5, 6 und 10 unterstützt. Als Formatierung stehen ext4 sowie btrfs zur Verfügung.

Als Betriebssystem kommt übrigens UGOS Pro zum Einsatz, das beim neuen KI-NAS noch einmal aufgewertet wurde.

Die Bedienung ist manchmal etwas hakelig

Die generelle Aufmachung der Oberfläche gefällt mir in großen Teilen gut. Allerdings sind viele Menüs verschachtelt, und bevor man die angepriesenen KI-Funktionen überhaupt nutzen kann, gilt es, die entsprechenden KI-Modelle herunterzuladen und an vielen Stellen den Zugriff zu gewähren.

Bevor die Suche mir auf Nachfrage Katzenbilder anzeigen konnte, musste ich mindestens an fünf Stellen mein „Ja“ setzen.

Einerseits kann man so individuell einstellen, was und wie die Daten und Fotos durchsucht werden sollen, andererseits ist die Menüstruktur zu komplex, um schnelle Einstellungen vornehmen zu können.

Die KI durchsucht das NAS.

Wenn alle Häkchen gesetzt sind, funktionieren die neuen KI-Funktionen generell ganz gut. Ugreen hebt die neue „Universelle Suche“ hervor, die ähnlich wie Spotlight auf dem Mac funktioniert. Mit Eingaben wie „Zeige mir Fotos mit Hunden“ spuckt die Suche passende Bilder aus.

KI-Features und Chatbot

Darüber hinaus steht mit Uliya ein Chatbot bereit, der wie ChatGPT und Co. gängige Aufgaben ausführen und Fragen beantworten kann. Dazu gehören Zusammenfassungen, Wissensabfragen oder auch Übersetzungen.

Allerdings kann die KI auch auf Daten auf dem NAS zugreifen und so spezielle Aufgaben ausführen. Mit „Wie viel Speicherplatz ist noch frei?“ kann man sich den freien Speicher anzeigen lassen, ohne selbst die Menüs aufrufen zu müssen.

Die KI beantwortet Fragen zum NAS.

Positiv ist anzumerken, dass die KI komplett lokal auf dem NAS läuft. Wer möchte, kann aber auch eine Cloud dazuschalten. Unter anderem steht eine Schnittstelle zu OpenAI zur Verfügung.

Dabei lässt sich einstellen, auf welche Apps und Daten die KI zugreifen darf. Zum aktuellen Zeitpunkt stehen Systemdaten sowie die Apps Theater (für Filme), Fotos, Musik, Docker und Backup bereit.

App Center bietet übersichtliche Auswahl.

Während einfache Abfragen gut funktionieren, sind komplexere Anfragen noch nicht ganz zuverlässig. Oftmals liefert die KI nur einen Teil der Ergebnisse. Hier besteht definitiv noch Optimierungsbedarf.

Keine verschlüsselten Ordner

Wie schon beim Vorgänger fehlt auch hier die Option, Dateien und Ordner zu verschlüsseln. Ugreen stellt zwar eine neue Tresor-App bereit, ersetzt damit aber nicht die fehlende Verschlüsselung. Der Tresor ist lediglich mit einem Passwort geschützt.

Generell kann man sagen, dass die Auswahl an Apps eher beschränkt ist. Mit Docker oder einer virtuellen Maschine lässt sich der Funktionsumfang aber erweitern. Ich habe zum Beispiel Home Assistant auf dem NAS über eine virtuelle Maschine installiert – das funktioniert problemlos.

Stromverbrauch des Ugreen iDX6011 Pro

NAS-Systeme laufen oft durchgängig, sodass auch der Stromverbrauch nicht außer Acht zu lassen ist. Mit zwei eingebauten Festplatten liegt der Standby-Verbrauch bei durchschnittlich 30 Watt, sodass pro Tag circa 0,36 kWh anfallen. Sind jedoch sechs Festplatten eingebaut, ist der Verbrauch vermutlich deutlich höher.

Darüber hinaus gibt es immer wieder Spitzenlasten, wenn Funktionen ausgeführt oder Daten transferiert werden. Bei Schreibzugriffen werden gerne mal 90 Watt erreicht, bei KI-Aufgaben auch mehr.

Rechnet man mit rund 1 kWh pro Tag, ergeben sich etwa 365 kWh pro Jahr. Bei einem Strompreis von 30 Cent pro kWh entspricht das etwa 110 Euro jährlich.

Lautstärke im Betrieb

Sechs Festplatten und fünf Lüfter sorgen für ein konstantes Grundrauschen. Wer empfindlich auf Geräusche reagiert, sollte das NAS in einem separaten Raum platzieren.

Im Silent-Modus liegt die Lautstärke bei etwa 36 dB(A), was einem leisen Surren entspricht. Schaltet sich jedoch der Netzteillüfter bei höherer Last dazu, steigt der Wert auf rund 39 dB(A).

Im Full-Speed-Modus kann das NAS sogar bis zu 48 dB erreichen, was deutlich hörbar ist.

Mein erstes Fazit zum Ugreen iDX6011 Pro

Das Display ist 3-Zoll groß und zeigt Infos an.

Ich habe das Ugreen iDX6011 Pro KI-NAS erst wenige Tage getestet. Die Verarbeitungsqualität ist sehr hoch, und die Leistung überzeugt ebenfalls. Allerdings ist die Menüführung teilweise umständlich.

Die App-Auswahl ist begrenzt, lässt sich jedoch durch Docker und virtuelle Maschinen erweitern. Die Übertragungsgeschwindigkeiten sind hoch, und mit OCuLink besteht sogar die Möglichkeit, eine externe GPU zu nutzen.

Die Lautstärke kann je nach Nutzung stören, und auch die KI-Funktionen sind noch nicht vollständig ausgereift.

Preise und Kickstarter-Kampagne

Ugreen finanziert die neue NAS-Serie erneut über Kickstarter und bietet entsprechende Frühbucherpreise an:

Ugreen iDX6011 mit 32 GB RAM für 1.025 Euro
Ugreen iDX6011 mit 64 GB RAM für 1.206 Euro
Ugreen iDX6011 Pro mit 64 GB RAM für 1.568 Euro
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Festplatten müssen separat erworben werden.

Der Beitrag Ugreen iDX6011 Pro: Mein erster Eindruck vom neuen KI-NAS erschien zuerst auf appgefahren.de.

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