Mit der Einführung von macOS Tahoe hat Apple die bisherige Launchpad-Funktion entfernt und durch eine Spotlight-basierte App-Bibliothek ersetzt. Viele macOS-User vermissen jedoch das gewohnte Raster zum Organisieren und Starten von Anwendungen. Die Drittanbieter-App AppGrid des Entwicklers Attila Miklosi bietet genau diese Funktion nach und gewann schnell an Beliebtheit. Doch seit mehreren Monaten blockiert Apple mit der Begründung, sie ähnele zu stark dem eingestellten Launchpad, Updates für die App im App Store.
AppGrid wirbt damit, das „klassische Raster zum Durchsuchen, Organisieren und Starten von Apps“ wiederherzustellen. Die App ist vollständig kompatibel mit macOS 26 Tahoe und ermöglicht es Nutzern und Nutzerinnen, ihre Anwendungen in Ordnern zu gruppieren und individuell anzuordnen, ähnlich wie im ursprünglichen Launchpad. Besonders für Personen, die nach dem Update auf Tahoe nach einer Alternative suchten, wurde AppGrid zur ersten Wahl. Die App ist weiterhin im App Store erhältlich, doch seit etwa vier Monaten können keine Updates mehr veröffentlicht werden.
Apples Begründung und die Folgen
Apple begründet die Blockade mit den App-Store-Richtlinien, die es verbieten, Apps anzubieten, die „verwirrend ähnlich“ zu bestehenden Apple-Produkten oder Benutzeroberflächen sind. Paradoxerweise betrifft dies eine Funktion, die Apple selbst aus macOS entfernt hat. Entwickler Miklosi erklärte, dass Apple ihm die Möglichkeit angeboten habe, die App so umzugestalten, dass sie sich deutlich von Launchpad unterscheidet. Da Nutzer und Nutzerinnen jedoch gezielt nach einem möglichst originalgetreuen Ersatz suchten, lehnte er dies ab. Die App bleibt somit im App Store, kann aber nicht weiterentwickelt werden: Weder Fehlerbehebungen noch neue Funktionen sind möglich. Miklosi äußerte sich gegenüber Michael Tsais Blog wie folgt:
„Nach etwa drei Monaten blockierte Apple alle weiteren Updates. Der Grund: zu große Ähnlichkeit mit Launchpad – der Funktion, die sie gerade aus dem Betriebssystem entfernt hatten. Ich legte mehrmals Einspruch ein, kam aber nicht weiter und gab schließlich auf.
Das Seltsamste daran ist, dass sie die App nicht aus dem Store genommen haben, sondern sie in einen Zombie-Zustand versetzt haben. Sie ist derzeit immer noch im App Store, wird weiterhin verkauft, und Apple kassiert nach wie vor 30 Prozent an jedem Verkauf. Sie lassen mich nur keine Updates veröffentlichen. Ich kann keine Fehler beheben, nicht auf Konkurrenten reagieren und keine Funktionen hinzufügen, die sich die Nutzer wünschen. Die App ist eingefroren, generiert Einnahmen für uns beide, ohne dass es eine Möglichkeit gibt, das Produkt weiter zu verbessern.“
Alternative Version außerhalb des App Stores veröffentlicht
Als Reaktion auf die Blockade vertreibt Miklosi nun eine alternative Version von AppGrid außerhalb des App Stores über eine eigene Website. Diese Version bietet zusätzliche Funktionen, die im App Store nicht erlaubt sind, etwa die Aktivierung über Hot Corners oder Pinch-Gesten. User können die App so weiterhin verwenden und von neuen Features profitieren, müssen dafür aber auf den App Store verzichten. Neben der kostenlos nutzbaren Variante stellt Attila Miklosi auch eine Pro-Version mit erweiterten Funktionen zum einmaligen Kaufpreis von 25 USD zur Verfügung.
Die Situation wirft Fragen auf: Warum blockiert Apple Updates für eine App, die eine Funktion ersetzt, die das Unternehmen selbst nicht mehr anbietet? Der Fall AppGrid zeigt, wie Apples strenge Richtlinien manchmal zu widersprüchlichen Situationen führen können. Während das Unternehmen eine Funktion entfernt, blockiert es gleichzeitig eine beliebte Alternative, profitiert aber weiterhin finanziell davon.
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