Die kleinen KI-Sprachrekorder von Plaud haben wir auf ifun.de inzwischen mehrfach berücksichtigt und auch ausführlich getestet. Seitdem ist einiges passiert. Der Markt hat sich gefüllt, mit konkurrierenden Produkten wie dem Soundcore Work oder Boya Notra, die ähnliche Konzepte verfolgen. Gleichzeitig hat Plaud selbst nachgelegt.
Links: Plaud Note Pro, Rechts: Plaud NotePin S
Inzwischen stehen mehrere Geräte zur Auswahl, die App wurde überarbeitet und eine Desktop-Anwendung ergänzt das System.
Was wir anfangs klar als Werkzeug für den professionellen Einsatz eingeordnet haben, hat sich für uns in den vergangenen Monaten überraschend verschoben. Plaud ist nicht mehr nur etwas für Journalisten, Außendienstler oder Sachverständige. Der KI-Rekorder hat sich still und leise auch einen festen Platz in unserem privaten Alltag erarbeitet.
Vom Meeting-Protokoll zum Gedanken-Notizbuch
Ursprünglich lag der Fokus klar auf klassischen Szenarien: Gespräche aufzeichnen, transkribieren und daraus strukturierte Inhalte erzeugen. Etwa Protokolle von Meetings oder Vereinssitzungen. Genau dafür ist das System weiterhin gut geeignet. Inzwischen ist es auch völlig akzeptiert, in der Runde kurz zu fragen, ob man mitschneiden darf, und sich anschließend automatisch ein Protokoll erstellen zu lassen. Niemand schreibt solche Dinge gern von Hand.
Der NotePin S lässt sich komfortabel an die Kleidung heften
Für uns ist das mittlerweile aber fast schon der Nebenschauplatz. Spannender ist, wie sich die Nutzung im Alltag verändert hat. Besonders mit dem kleinen NotePin S. Dieser wird einfach an die Kleidung geklippt oder magnetisch befestigt und ist damit immer dabei. Und genau das verändert die Nutzung.
Spaziergang statt Schmierzettel
Was sich bei uns etabliert hat, ist ein ganz anderer Ansatz. Statt gezielter Aufnahmen nutzen wir den NotePin zunehmend für ungefilterte Gedanken. Gerade bei längeren Spaziergängen.
Wenn der Kopf voll ist mit offenen Aufgaben, privaten Projekten, Terminen oder Ideen, dann sprechen wir einfach alles runter. Ohne Struktur, ohne Reihenfolge. Ein klassischer Braindump. Alles, was gerade im Kopf herumgeht. Vom Kindergeburtstag über fehlende Einkäufe bis hin zu offenen Baustellen im Job oder im Verein. Früher waren das Zettel, Notizen, lose Listen und Gedanken. Und oft blieb trotzdem das Gefühl, etwas vergessen zu haben. Heute sprechen wir das einfach in den NotePin, sind das Thema los und freuen uns über automatisch erstellte Strategie-Papiere, die alle wichtigen Eckpunkte übersichtlich aufbereiten:
Ein Strategiepapier das Plaud aus vielen ungefilterten Gedanken erstellt hat
Die Stärke zeigt sich danach. Die Aufnahme wird automatisch transkribiert und anschließend ausgewertet. Plaud nutzt dafür Vorlagen, die aus dem gesprochenen Text strukturierte Inhalte erzeugen. Das können einfache Listen sein, aber auch zusammengefasste Aufgabenpakete.
Aus einem chaotischen Gedankenstrom entsteht plötzlich eine sortierte Übersicht. Mit Prioritäten, Erinnerungen und klaren nächsten Schritten. In manchen Fällen wirkt das wie ein kleines Strategiepapier für die kommenden Tage. Die Vorlagen lassen sich manuell auswählen. Wir sind jedoch dazu übergegangen, Plaud zu vertrauen, dass dieser selbst die richtige Vorlage auswählt.
Vorlagen lassen sich automatisiert und manuell auswählen oder selbst erstellen
Automatik statt Bastellösung
Der große Unterschied zu klassischen Lösungen liegt im Ablauf. Natürlich kann man ähnliche Ergebnisse auch mit dem iPhone erzielen. Sprachmemos aufnehmen, in eine KI-Anwendung laden, Prompts formulieren und das Ergebnis nachbearbeiten. Das funktioniert, ist aber umständlich.
Bei Plaud läuft dieser Prozess nahezu vollständig automatisch. Aufnahme starten, sprechen, stoppen. Den Rest übernimmt das System. Transkription, Auswertung und Ablage passieren im Hintergrund.
Der NotePin S kommt mit einer Handschlaufe für Aufnahmen am Schreibtisch
Gerade diese Hands-off-Nutzung macht den Unterschied. Man muss sich nicht darum kümmern, wie die Aufnahme weiterverarbeitet wird. Sie ist einfach da, strukturiert und jederzeit abrufbar.
Hinzu kommt ein praktischer Nebeneffekt. Das iPhone bleibt verfügbar. Man muss es nicht in der Hand halten, kann parallel andere Dinge tun oder es einfach in der Tasche lassen. Der NotePin sitzt am Revers, hängt als Kette um den Hals oder prangt neben der Armbanduhr am Handgelenk und ist jederzeit einsatzbereit.
Vier Geräte zur Auswahl, zwei wirklich relevant
Plaud hat sein Portfolio inzwischen auf vier Geräte erweitert. Neben dem ursprünglichen Plaud Note gibt es mit dem Note Pro eine weiterentwickelte Variante im Kartenformat. Dazu kommen der kompakte NotePin und dessen Nachfolger, der NotePin S. Nach unserem Eindruck dienen das ursprüngliche Note und auch der erste NotePin inzwischen vor allem als günstigere Einstiegsmodelle. Zukunftstauglich und im Alltagseinsatz sind vor allem zwei Geräte interessant. Der Note Pro und der NotePin S.
Der Note Pro richtet sich an Nutzer, die weiterhin das klassische Konzept bevorzugen. Also ein flaches Gerät, das am iPhone haftet und sich gut für Meetings oder Telefonate eignet. Hier wurde vor allem die Mikrofontechnik verbessert. Zusätzlich gibt es ein integriertes Display, das etwa Informationen zum Akkustand liefert. Wer regelmäßig Gespräche inklusive Telefonaten aufzeichnen möchte, ist hier richtig.
Vorne: Plaud Note Pro und NotePin S, Hinten: Plaud Note und NotePin
Der NotePin S geht einen anderen Weg. Er ist für den freihändigen Einsatz gedacht und wird direkt an der Kleidung getragen. Damit passt er besser zu spontanen Aufnahmen im Alltag. Eine wichtige Neuerung ist die zusätzliche Taste, mit der sich während der Aufnahme relevante Stellen markieren lassen. Diese Markierungen werden später von der KI stärker gewichtet.
Auch beim Zubehör ist der NotePin S besser aufgestellt. Mehrere Befestigungsoptionen sind direkt im Lieferumfang enthalten, sodass sich das Gerät flexibel einsetzen lässt.
Armband, Magnetclip, NotePin S, Magnet und Ladebasis
Wenn man nicht auf jeden Euro achten muss, läuft die Entscheidung aus unserer Sicht auf genau diese beiden Modelle hinaus. Für klassische Gesprächsaufnahmen inklusive Telefonaten ist der Note Pro die naheliegende Wahl. Für alles, was in Richtung Alltag, spontane Gedanken und freihändiges Arbeiten geht, würden wir klar zum NotePin S greifen.
Einfaches Preismodell mit Spielraum
Preislich liegen die Plaud-Geräte zwischen 170 und 190 Euro. Hinzu können nutzungsabhängige Gebühren kommen, uns reichen die kostenfreien Nutzungslimitis jedoch vollkommen aus. Nicht zuletzt, da Plaud hier erst kürzlich nachgebessert und das Monetarisierungsmodell stark vereinfacht hat: Der Funktionsumfang in allen Tarifen, auch im kostenlosen, ist jetzt identisch.
Im „Starter Plan“ stehen monatlich 300 Minuten Transkriptionszeit zur Verfügung. Das entspricht rund fünf Stunden Aufnahmezeit und reicht für unseren privaten Einsatz dicke aus.
Ohne Zusatzkosten gibt es 300 Minuten Transkriptionszeit pro Monat
Wer einmal pro Woche eine Stunde spricht, kommt damit problemlos durch den Monat. Erst bei intensiver Nutzung im beruflichen Umfeld werden die kostenpflichtigen Pakete relevant.
Entscheidend ist dabei, dass nicht die Funktionen eingeschränkt werden, sondern nur das Minutenkontingent. Die Auswertung und die Vorlagen stehen ohne Abstriche zur Verfügung.
Digitaler Sekretär für Handgelenk und Hosentasche
Was als Spezialwerkzeug für bestimmte Berufsgruppen gestartet ist, hat sich für uns zu etwas anderem entwickelt. Plaud funktioniert im Alltag wie eine Art persönlicher Assistent. Einer, der zuhört, sortiert und Aufgaben strukturiert zurückgibt.
Plaud NotePin S: Die wichtigsten Eckdaten
Die ursprüngliche Idee bleibt erhalten. Gespräche aufnehmen und auswerten. Der eigentliche Mehrwert zeigt sich für uns aber inzwischen dort, wo wir ihn nicht erwartet hätten. Im ganz normalen Alltag, zwischen Einkaufsliste, Terminplanung und spontanen Gedanken.
Und genau dort möchten wir das System inzwischen nicht mehr missen.
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