Um die von der US-Regierung angekündigten Strafzölle zu vermeiden, versucht Apple seit einiger Zeit verstärkt, seine Abhängigkeit von China zu verringern. Die dortigen Produktionskapazitäten lassen sich jedoch nur schrittweise ersetzen und als weltweit größte Produktionsstätte für iPhones gilt weiterhin ein von Foxconn betriebenes Werk im chinesischen Zhengzhou.

Ein nun von der Arbeitsrechtsorganisation China Labor Watch (CLW) veröffentlichter Bericht zeigt, dass sich die Arbeitsbedingungen dort über die vergangenen Jahre kaum verbessert haben. In mehreren Bereichen hat sich die Situation für die Angestellten sogar verschlimmert.

In dem vom taiwanischen Auftragsfertiger Foxconn betriebenen Werk in Zhengzhou sind in Spitzenzeiten bis zu 200.000 Menschen beschäftigt. Mehr als die Hälfte davon werden als Leiharbeiter für Produktionsspitzen eingesetzt, wie es beispielsweise bei der Einführung neuer iPhone-Modelle der Fall ist. Dies widerspreche bereits dem chinesischen Arbeitsrecht, dem zufolge maximal zehn Prozent der Belegschaft aus vorübergehend eingesetzten Arbeitskräften bestehen dürfen.

Darüber hinaus würden Teile der ohnehin niedrigen Löhne einbehalten, um zu verhindern, dass Arbeiter während der Hochsaison kündigen. Auch würden extrem viele Überstunden von den Saisonarbeitern verlangt und diese bereits bei kleinen Verstößen mit Geldstrafen belegt.

Die Organisation berichtet außerdem, dass Bewerbungen von Angehörigen bestimmter Minderheiten, darunter Uiguren, Tibeter und Hui, im digitalen Rekrutierungssystem von Foxconn nicht angenommen würden.

Apple will Missstände prüfen

Die Financial Times hat von Foxconn und Apple Stellungnahmen zu den Vorwürfen erhalten. Foxconn weist die Vorwürfe zurück und betont, man sei ein Arbeitgeber, der Gleichbehandlung praktiziere. So würden auch seit zwei Jahren externe Prüfungen durch Dritte stattfinden, die den ordnungsgemäßen Umgang mit sozialen und ökologischen Vorgaben bestätigen sollen. Apple habe erklärt, eigene Teams hätten unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe eine Untersuchung vor Ort eingeleitet und zugleich bekräftigt, dass sich das Unternehmen höchsten Arbeits- und Umweltstandards verpflichtet fühle.

Bereits in der Vergangenheit reagierten die beiden Firmen mit ähnlichen Aussagen, wenn die Missstände in den chinesischen Produktionsbetrieben in der Vergangenheit kritisiert wurden.

Der Beitrag iPhone-Produktion: Arbeitsbedingungen in China weiterhin in der Kritik erschien zuerst auf iphone-ticker.de.

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