Auf dem 39C3, dem Chaos Communication Congress des Chaos Computer Club in Hamburg, hat ein Vortrag mit dem Titel „Hacking washing machines“ gezeigt, wie komplex moderne Haushaltsgeräte technisch aufgebaut sind. Im Mittelpunkt standen Waschmaschinen, Geschirrspüler und Trockner zweier großer Hersteller.
Die Hardware-Hacker Severin von Wnuck-Lipinski und Hajo Noerenberg erklärten, wie sich deren interne Elektronik analysieren lässt und warum viele Funktionen für Nutzer und unabhängige Entwickler verborgen bleiben.
Versteckte Schnittstellen und proprietäre Technik
Moderne Haushaltsgeräte wirken nach außen einfach, enthalten aber mehrere Platinen, Sensoren und eigene Kommunikationssysteme. Diese nutzen herstellerspezifische Protokolle, die öffentlich kaum dokumentiert sind. Servicezugänge und Diagnoseschnittstellen sind in der Regel nur für autorisierte Techniker vorgesehen. Im Vortrag wurde erläutert, dass sich solche Zugänge dennoch identifizieren lassen, etwa über optische Schnittstellen oder interne Bus-Systeme, über die Module wie Bedienfeld, Motorsteuerung oder Sensoren miteinander kommunizieren.
Anhand von Geräten des Herstellers Miele zeigten die Referenten, dass sich über eine optische Diagnoseschnittstelle umfangreiche Informationen auslesen lassen. Dazu zählen Messwerte wie Wasserstand, Temperatur oder Drehzahl sowie interne Zustände des Programms. Mit technischem Aufwand gelang es, diese Schnittstellen nachzubilden und die Funktionsweise der Geräte besser zu verstehen, ohne auf Cloud-Dienste angewiesen zu sein.
Smart-Home-Integration ohne Cloud
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Geräten des Konzerns BSH-Hausgeräte, zu dem Marken wie Bosch oder Siemens gehören. Dort kommunizieren viele Baugruppen über einen internen Bus, der ebenfalls nicht offen dokumentiert ist. Durch Analyse dieses Bus-Systems konnten Befehle und Statusmeldungen entschlüsselt werden. So wurde sichtbar, wie etwa eine Temperaturwahl am Bedienfeld intern verarbeitet oder wie Sensoren eine Unwucht der Trommel melden.
Die gewonnenen Erkenntnisse erlauben es, auch ältere Geräte in lokale Smart-Home-Systeme einzubinden. Als Beispiel nannten die Referenten die Anbindung an Home Assistant, bei der Statusinformationen angezeigt und Programme gestartet werden können, ohne dass Daten an Hersteller-Server übertragen werden. Gleichzeitig wurde betont, dass Eingriffe in laufende Geräte Risiken bergen, etwa durch hohe Spannungen, Wasser oder mechanische Bewegung. Ein spannender Talk.
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