Während andere Hersteller schon mehrere Generationen von Saug- und Wischrobotern mit Wischwalze anbieten, steigt Roborock erst jetzt in diesen Markt ein. Der Roborock Qrevo Curv 2 Flow ist das erste Modell von Roborock, das eine ausfahrbare Wischwalze an Bord hat. Doch wie gut schlägt sich der neue Roboter? Da ich den Qrevo Curv 2 Flow schon vorab testen durfte, gibt es folgend meine Testergebnisse. Spoiler vorab: Die erste Generation mit Wischwalze hat so einige Probleme.

Runde Station fügt sich optisch schöner ein

Die runde Station sieht elegant aus.

Während die anderen Roborock-Modelle auf eine kantige Station setzen, kommt bei der Qrevo-Curv-Serie ein runderes Design zum Einsatz, das sich harmonischer in die eigenen vier Wände einfügt. Der Aufbau ist schnell erledigt, da du nur den Roboter in die Station stellen sowie das Stromkabel anschließen musst. Beim Qrevo Curv 2 Flow gibt es auf der Rückseite übrigens kein Kabelmanagement, sodass ein zu langes Kabel nicht versteckt werden kann.

Roborock Qrevo Curv 2 Flow ist ganz schön hoch

Während die Saros-Reihe nur 7,98 Zentimeter flach ist, baut der Qrevo Curv 2 Flow deutlich höher auf. Zusammen mit dem Laserturm, der nicht einfahrbar ist, kommt man auf eine Höhe von 11,9 Zentimetern. Im direkten Vergleich wirkt der Qrevo Curv 2 Flow wie aus der Zeit gefallen, da er ein echter Brocken ist.

Daraus resultiert natürlich auch, dass der Roboter unter besonders flachen Möbeln, Betten oder Schränken nicht reinigen kann. Generell wirkt das erste Wischwalzen-Modell von Roborock unmodern, da man sich an alten Technologien bedient hat und eben nicht die neueste Technik verbaut wurde.

Extremtest: Roborock Qrevo Curv 2 Flow performt sehr gut.

Die Saugkraft mit 20.000 Pascal ist durchschnittlich gut, aber auch nicht mehr. Für den Alltag ist sie dennoch mehr als ausreichend, denn mein Test hat gezeigt, dass die Saugleistung sehr gut ist. Ich habe abermals eine Mischung aus Haferflocken, Samen und Körnern verteilt, und der Roborock Qrevo Curv 2 Flow hat richtig gut performt.

Der Roborock Qrevo Curv 2 Flow hat von den 30 Gramm letztendlich 29,7 Gramm aufgesaugt – ein richtig starkes Ergebnis!

In den Ecken wird es kritisch

Leider verzichtet Roborock beim Wischwalzen-Modell auf den FlexiArm und setzt auf zwei Seitenbürsten, die leider nicht ausfahrbar sind. Die Bürsten sind an sich zwar etwas länger und können angehoben werden, aber im Vergleich zum FlexiArm muss man Einbußen bei der Eckenreinigung hinnehmen, da sie nicht so weit in die Ecken kommen – schade.

Obwohl Roborock beim Qrevo Curv 2 Flow nur auf „Reactive AI“ in Kombination mit einer LiDAR-Navigation setzt, sind die Testergebnisse gut. Ich habe den Roboter in denselben Parcours geschickt, den auch der Roborock Saros 20 absolvieren musste, und konnte bei Navigation und Hinderniserkennung keine Unterschiede feststellen. Während etwas größere Gegenstände erkannt und umfahren wurden, hat auch der Qrevo Curv 2 Flow die Buntstifte auf dem Boden nicht gesehen und ist einfach darüber gefahren.

Gleichzeitig kann der Roborock Qrevo Curv 2 Flow nur Schwellen von maximal 2 Zentimetern überwinden, was heutzutage nicht mehr dem Stand der Technik entspricht.

Wie gut ist die Wischwalze im Roborock Qrevo Curv 2 Flow?

Das erste Modell mit extra breiter Wischwalze.

Erstmals kommt eine extrabreite und ausfahrbare Wischwalze in einem Roborock-Roboter zum Einsatz, die 220 Umdrehungen pro Minute erreicht. Da hier Frischwasser kontinuierlich zugegeben und Schmutzwasser sofort in einen Tank abgeleitet wird, soll dieses System für ein besseres und saubereres Ergebnis sorgen. Auf dem Papier ist das auch korrekt, doch in der Praxis konnte mich die Wischwalze nicht überzeugen.

Einfache Verschmutzungen wie Staub und leichter Dreck sind für die Wischwalze kein Problem. Auch die Möglichkeit, dass die Wischwalze bis an den Rand herausgefahren werden kann, ist genial. Allerdings ist die Walze in meinem Härtetest durchgefallen. Obwohl die Walze mit 15 N auf den Boden drückt, hat sie den eingetrockneten Ketchupfleck nur marginal gelöst – das hat mich schon enttäuscht. In einem zweiten Durchgang habe ich noch einmal die Einstellungen geprüft, die Tiefenreinigung aktiviert und die Wassermenge auf maximal gestellt. Das Wischergebnis war deutlich besser, allerdings haben die zwei Wischpads des Saros 20 letztendlich besser gearbeitet – was für mich eine Überraschung ist, da Wischwalzen normalerweise bessere Ergebnisse erzielen.

Aufgrund der Bauform und der ausfahrbaren Wischwalze lassen sich Kanten gut reinigen, allerdings ist die Wischleistung in den Ecken ausbaufähig. Da der Roboter rund ist, wischt er in der Ecke trotz der ausfahrbaren Walze ebenfalls nur eine kleine runde Fläche.

Die Station saugt ab und reinigt die Wischwalze

Die Station bietet zwei Wassertanks sowie einen Staubsaugerbeutel.

Da der Roborock Qrevo Curv 2 Flow seine Wischwalze während der Reinigung selbst sauber hält, muss er deutlich weniger Boxenstopps in der Station einlegen. Ist der kleine Wassertank im Roboter jedoch leer, tankt er an der Station nach und reinigt die Wischwalze vollständig. Das erfolgt mit 75 Grad heißem Wasser, was im Vergleich zum Saros 20 etwas weniger heiß ist, da dieser mit 100 Grad wäscht. Danach aktiviert sich der heiße Föhn, der mit 55 Grad heißer Luft dafür sorgt, dass keine Gerüche oder Schimmel entstehen.

Etwas schade ist die Tatsache, dass sich das Dock nicht selbst reinigt. Aufgrund des neuen Aufbaus für die Wischwalze erfolgt keine automatische Reinigung des Wischmoduls in der Station. Daher solltest du hier regelmäßig selbst Hand anlegen, damit keine Gerüche entstehen. Darüber hinaus gibt es keinen zusätzlichen Tank für Reinigungsmittel, sodass du dieses manuell in den Frischwassertank einfüllen musst. Und da Roborock keines mitliefert, muss man dieses separat kaufen.

Walzenschutz hält Teppiche trocken

Der Walzenschutz fährt automatisch aus, wenn ein Teppich erkannt wird.

Damit bei der Reinigung auf Teppichen alles trocken bleibt, kann der Roborock Qrevo Curv 2 Flow die Wischwalze nicht nur um 15 Millimeter anheben, sondern auch ein Cover ausfahren, sodass die Walze keinen Kontakt zum Teppich hat. Da der Roboter mit seinen zahlreichen Sensoren Teppiche erkennt, erfolgt das Abdecken der Walze völlig automatisch. Darüber hinaus kannst du die Walze sogar komplett vom Roboter lösen, um diese manuell zu reinigen. Obwohl die Selbstreinigung der Walze gut ist, ist eine manuelle Reinigung ab und an zu empfehlen, da sich immer ein paar Reste ablagern.

Mein Fazit zum Roborock Qrevo Curv 2 Flow

Ausfahrbare Wischwalze reinigt bis zur Kante.

Meiner Meinung nach hat Roborock den Trend der Wischwalze verschlafen und liefert verspätet ein Modell ab, das nicht auf dem aktuellsten Stand der Technik ist. Die Bauhöhe ist zu hoch, die Seitenbürsten sind nicht ausfahrbar und die Wischleistung nicht so überzeugend, wie ich sie von einer Wischwalze erwarte. Darüber hinaus kann der Roboter nur Schwellen von bis zu 2 Zentimetern überwinden und saugt „nur“ mit maximal 20.000 Pascal.

Davon abgesehen bekommt man die gewohnte Roborock-Qualität mit zuverlässiger Navigation, guter Saugleistung und einer ansprechenden Station. Ich hätte mir gewünscht, dass Roborock beim ersten Wischwalzen-Roboter direkt auf Premium-Funktionen setzt. Hier möchte man wohl noch bewusst Spielraum für Nachfolgemodelle lassen.

Neu: Roborock Qrevo Curv 2 Flow
Mein Fazit
Der Roborock Qrevo Curv 2 Flow überzeugt mit guter Navigation, ordentlicher Saugleistung und einer schick gestalteten Station. Allerdings ist das Gerät zu hoch gebaut, meistert Schwellen nur eingeschränkt und die neue Wischwalze liefert schwächere Ergebnisse als erwartet. Insgesamt wirkt das Modell wie ein vorsichtiger Einstieg in die Wischwalzen-Klasse mit zu vielen Kompromissen für einen echten Premium-Anspruch.
Design
90
Handhabung
90
Saugleistung
97
Wischleistung
65
App
95
Pro
ausfahrbare Wischwalze
schickes Design
moderne App
gute Saugleistung
Kontra
Wischleistung ausbaufähig
zu hoch
keine ausfahrbare Seitenbürste
flache Hindernisse werden nicht erkannt
87
Testergebnis
Roborock Qrevo Curv 2 Flow

Der Beitrag Roborock Qrevo Curv 2 Flow im Test: Zu viele Kompromisse erschien zuerst auf appgefahren.de.

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