AI Agents sind die Zukunft, so scheint es. Während bekannte Einsatzmuster innerhalb der Nutzung von AI Agents zur Bearbeitung und Verwaltung von Dokumenten, Programmen, Mails und Co. dominieren, gewinnen Nutzungskontexte wie das Shopping, Networking und Entertainment an Gewicht, so eine Erhebung von Perplexity in Kooperation mit einer Research-Abteilung der Harvard University.
Und mit der bahnbrechenden Google-KI Gemini bringt das Unternehmen die eigenen agentischen Fähigkeiten auf ein neues Level. Gemini soll künftig Aufgaben übernehmen, statt dir nur zu erklären, wie du sie selbst erledigst. Mit zwei neuen Entwicklungen wird das gerade sehr konkret. Agent Skills in Google Antigravity und ein Auto Browse Feature für Chrome verdeutlichen, wie das Unternehmen die eigenen Dienste Schritt für Schritt zu smarten Assistenzen umbaut.
So nutzen Menschen AI Agents:
Große Perplexity-Analyse deckt auf
So funktionieren Agent Skills in Google Antigravity
In Google Antigravity, Googles Experimentierplattform für KI-Agents, sind jetzt sogenannte Agent Skills verfügbar. Dahinter steckt ein einfaches Prinzip. Du kannst Gemini feste Fähigkeiten mitgeben, die immer wieder abrufbar sind.
Agent Skills are now available in Google Antigravity!
Skills are an open standard to extend what your agent can do. Whether it’s project-specific workflows or global utilities, you can now package knowledge into reusable skills. pic.twitter.com/KfZOg7E5zi
— Google Antigravity (@antigravity) January 14, 2026
Statt jedes Mal neu zu erklären, wie ein Projekt recherchiert, eine Marktübersicht gebaut oder ein Reporting vorbereitet werden soll, speicherst du diesen Ablauf als Skill. Der Agent weiß dann dauerhaft, was zu tun ist. Für Teams heißt das, dass Wissen nicht mehr bei einzelnen Anwender:innen oder in einzelnen Prompts steckt, sondern als wiederverwendbare Bausteine vorliegt. Konkret sind Agent Skills also wiederverwendbare Wissenspakete, die festlegen, wie Gemini bestimmte Aufgaben angehen soll. Jede Fähigkeit beschreibt:
wie bei einer konkreten Aufgabenart vorzugehen ist
welche Best Practices oder Regeln gelten
welche Skripte, Vorlagen oder Ressourcen genutzt werden dürfen
Google positioniert Skills als offenen Standard, ähnlich wie Plugins oder Automationen, nur deutlich flexibler. Man kann sie sich wie standardisierte Arbeitsanweisungen für KI-Agents vorstellen. Sie sind vor allem für Produkt-Teams, Marketer oder Entwickler:innen interessant. Workflows lassen sich standardisieren, teilen und weiterentwickeln. Praktisch ist auch, dass Google zwischen projektbezogenen und globalen Skills unterscheidet. Projekt-Skills gelten nur innerhalb eines bestimmten Arbeitsbereichs und eignen sich etwa für Team Workflows, Testregeln oder feste Rechercheprozesse. Globale Skills hingegen stehen in allen Projekten zur Verfügung und lassen sich für persönliche Routinen oder universelle Aufgaben nutzen.
Gemini soll selbst durch Chrome scrollen
Parallel testet Google ein Auto Browse Tool für Gemini, das direkt mit Google Chrome verzahnt ist. Wie unter anderem TestingCatalog berichtet, soll Gemini künftig selbstständig Websites öffnen, Tabs wechseln, Inhalte vergleichen und Informationen sammeln können. Die KI bleibt dabei nicht mehr im Antwortmodus, sondern übernimmt aktiv das Browsen im Web.
Statt nur eine Liste von Links zu generieren, kann Gemini Aufgaben wirklich ausführen. Preise vergleichen, mehrere Artikel querlesen, Quellen gegeneinander prüfen oder Informationen aus unterschiedlichen Tabs zusammenführen – all das soll die KI eigenständig erledigen. Hinweise im Code deuten darauf hin, dass Auto Browse als Tool in der Chrome-Seitenleiste integriert wird und zunächst Nutzer:innen des Gemini Ultra-Tarifs zur Verfügung steht.
Vom Chat zur Aktion: Agentische KI nimmt Fahrt auf
Google treibt konsequent die Integration agentischer KI voran – ein Kurs, den aktuell nahezu alle großen KI-Player verfolgen. Die Entwicklung geht weg vom reinen Antwortenliefern hin zu Systemen, die Aufgaben selbstständig ausführen und aktiv im Web agieren. Das Zeitalter der AI Agents hat längst begonnen und die Hinweise darauf häufen sich: Sei es die mögliche Umbenennung von Salesforce in Agentforce, der Start von KI-basierten Browsern mit agentischen Fähigkeiten, etwa Perplexity mit Comet oder OpenAIs Atlas sowie Metas Übernahme von Manus, einem führenden Player für die Entwicklung autonomer KI-Agents.
Bei Google zeigt sich die Verschiebung auf mehreren Ebenen zugleich. Gmail erhält zunehmend agentische Funktionen, die Aufgaben vorbereiten oder automatisieren. Zudem wurde Gemini 3 Flash Ende 2025 zum Standardmodell für Suche, App und AI Mode erklärt. Gleichzeitig testet Google Direct Offers, also personalisierte Werbeangebote direkt in der KI-Suche.
Alles deutet darauf hin, dass Google Gemini zur zentralen Schaltstelle ausbauen will – als verbindendes System für Suche, Mail, Browser und Werbung. Die klassische Suche wird damit zunehmend von einer KI ersetzt, die nicht nur Antworten kennt, sondern eigenständig handelt.
