Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat die Akzeptanz von Supermarkt-Apps untersucht. Wie eine Umfrage ergeben hat, nutzt mit 78 Prozent die große Mehrheit der Befragten die von den verschiedenen Unternehmen angebotenen Smartphone-Anwendungen. Zudem legt die Untersuchung an den Tag, dass das Konzept der Anbieter offensichtlich aufgeht. So haben sich mit 67 Prozent zwei Drittel der App-Nutzer bereits dazu verleiten lassen, zusätzliche Käufe zu tätigen, um über die App erhältliche Angebote oder Vergünstigungen zu erhalten.
Nutzer lassen sich zu Mehrkäufen verleiten
Die Verbraucherschützer haben solche Angebote bereits in der Vergangenheit kritisiert und sind diesbezüglich teilweise auch vor Gericht gegangen. Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale dienen Supermarkt-Apps nicht nur dazu, Rabatte bereitzustellen, sondern dienen vor allem dazu, Kunden stärker an die Händler zu binden und das Kaufverhalten zu beeinflussen. Die hierfür übliche Verwendung von persönlichen Daten wird von diesen als kritisch angesehen.
Umfrage „Welche Supermarkt-Apps verwenden Sie?“ (Mehrfachnennungen möglich, Angaben in Prozent)
Der Verband fordert, dass die mithilfe der Apps gesammelten Daten nicht zu umfassenden Werbeprofilen zusammengeführt werden dürfen und zudem manipulative Gestaltungsweisen untersagt werden, die zu längerer Nutzung der Apps oder höheren Ausgaben verleiten. Eine vom Verbraucherzentrale Bundesverband erstellte Auswertung zeige zudem, dass in Supermarkt-Apps inzwischen auch spielerische Anreize wie Bonusstufen oder Gewinnspiele als Mittel zur Kundenbindung eingesetzt werden, wie man sie bislang vor allem aus dem Online-Handel kennt.
Tatsächliche Ersparnis gering
Im Rahmen der aktuellen Befragung hat mit 61 Prozent die Mehrheit der App-Nutzer bestätigt, dass sich ihr Einkaufsverhalten dadurch verändert hat. Gleichzeitig hätten App-Nutzer das Gefühl, dass sie durch die in den Apps verfügbaren Coupons und Rabattangebote bei ihrem Einkauf manchmal (69 Prozent) oder sogar immer (24 Prozent) Geld sparen. Die tatsächliche Ersparnis liegt Erhebungen zufolge im Durchschnitt allerdings lediglich bei 2 Prozent.
Immerhin 29 Prozent der Befragten zeigen sich von den Angeboten unbeeindruckt und verzichten auf die Nutzung solcher Apps, weil sie ihre persönlichen Daten nicht freigeben möchten. Der Verband geht zudem juristisch gegen einzelne Supermarkt-Apps vor. So läuft derzeit ein Verfahren gegen Lidl, weil in der App des Discounters nach Ansicht der Verbraucherschützer nicht ausreichend darauf hingewiesen wird, dass man mit persönlichen Daten für die Rabatte bezahlt.
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