Die Auswirkungen der US-Zölle erreichen nach und nach den Alltag der Verbraucher – und zwar direkt beim Online-Shopping. Amazon-CEO Andy Jassy hat nun offen eingeräumt, dass sich die neuen Abgaben zunehmend in den Preisen bemerkbar machen. Der Grund: Die clever angelegten Vorräte, mit denen Amazon und viele Händler Anfang 2025 noch gegengesteuert haben, sind inzwischen aufgebraucht.

In einem Interview erklärte Jassy, dass Amazon frühzeitig große Mengen an Waren eingekauft hatte, um Preissteigerungen möglichst lange abzufedern. Diese Strategie habe zwar funktioniert, allerdings nur temporär. Inzwischen seien die Lager leer, weshalb sich die zusätzlichen Kosten nun Schritt für Schritt in den Produktpreisen widerspiegeln. Anders gesagt: Was lange verzögert wurde, lässt sich nun kaum noch vermeiden.

Höhere Preise durch Trump-Zölle

Allerdings trifft Amazon diese Entwicklung nicht allein. Eine aktuelle Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft zeigt, dass ausländische Exporteure nur einen sehr kleinen Teil der Zölle selbst tragen. Der Löwenanteil, ganze 96 Prozent, landet letztlich bei den Verbrauchern. Genau das beobachtet auch Jassy. Während einige Händler versuchen, die höheren Kosten selbst zu schlucken, um wettbewerbsfähig zu bleiben, sehen sich andere gezwungen, die Preise anzuheben. Beides sei derzeit zu beobachten.

Hinzu kommt eine weitere Verschärfung: Bereits im vergangenen Jahr wurde in den USA die sogenannte De-minimis-Regelung gekippt. Dadurch können günstige Importwaren nicht länger zollfrei eingeführt werden. Diese Änderung trifft vor allem preiswerte Produkte, die bislang besonders beliebt waren. Laut Jassy sind die Spielräume hier extrem begrenzt, denn steigende Kosten lassen sich nicht unbegrenzt kompensieren. Dieses Vorgehen bezieht sich allerdings speziell auf die USA.

Preissteigerung kaum zu umgehen

Zwar betont der Amazon-Chef, dass das Unternehmen gemeinsam mit seinen Handelspartnern alles daran setzt, die Preise möglichst stabil zu halten. Dennoch räumt er ein, dass es klare Grenzen gibt. Wenn Einkaufskosten deutlich steigen, bleibt langfristig kaum eine andere Wahl, als zumindest einen Teil davon weiterzugeben. Für Kunden und Kundinnen bedeutet das: Einige Produkte dürften in den kommenden Monaten spürbar teurer werden.

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