Apple bereitet einen grundlegenden Umbau seiner Sprachassistenz Siri vor. Nach internen Planungen, über die der Wirtschaftsnachrichten-Dienst Bloomberg berichtet, soll Siri noch in diesem Jahr zu einem vollwertigen KI-Chatbot weiterentwickelt werden, der tief in iPhone, iPad und Mac integriert ist.
Apple plant, die bisher eher funktional begrenzte Assistenz durch eine dialogfähige Oberfläche zu ersetzen und damit im Wettbewerb mit Angeboten von OpenAI und Google aufzuschließen. Der neue Ansatz soll das bestehende Siri-Interface vollständig ablösen und über Sprachbefehl oder Seitentaste aufgerufen werden können.
Neue Funktionen und tiefere Systemintegration
Der intern unter dem Codenamen „Campos“ entwickelte Chatbot soll deutlich mehr leisten als die aktuelle Siri-Version. Vorgesehen sind Funktionen wie Webrecherche, Text- und Inhaltserstellung, Bildgenerierung sowie die Analyse hochgeladener Dateien. Anders als bisherige Assistenten soll das System auch offene Fenster und Bildschirminhalte erfassen können, um gezielt Aktionen vorzuschlagen oder auszuführen. Dazu zählen etwa das Starten von Apps, das Anpassen von Geräteeinstellungen oder das Verfassen von E-Mails direkt innerhalb der jeweiligen Anwendung.
Apple plant zudem eine enge Verzahnung mit zentralen Systemapps wie Mail, Fotos, Musik und Kalender. Nutzer könnten beispielsweise per Sprachbefehl nach bestimmten Fotos suchen oder Inhalte bearbeiten lassen. Damit rückt Siri stärker in den Mittelpunkt der täglichen Gerätebedienung und geht über einfache Sprachbefehle hinaus.
Strategischer Kurswechsel
Kurzfristig ist zunächst ein klassisches Siri-Update vorgesehen, das mit iOS 26.4 erscheinen soll und bestehende Funktionen wie Bildschirm- und Kontextanalyse erweitert. Der eigentliche Chatbot ist für einen späteren Zeitpunkt im Jahr geplant. Eine Vorstellung wird zur WWDC-Entwicklerkonferenz erwartet, die Veröffentlichung soll im Herbst erfolgen.
Technisch setzt Apple dabei auf weiterentwickelte Foundation Models, die in enger Zusammenarbeit mit Googles Gemini-Team entstehen. Der neue Chatbot soll damig auf einer leistungsfähigeren Modellgeneration basieren als das kommende Siri-Zwischenupdate. Parallel diskutiert Apple, Teile der Verarbeitung auf externe Server auszulagern, während frühere Versionen stärker auf eigene Cloud-Infrastruktur setzen. Zugleich wird intern geprüft, wie stark sich das System frühere Interaktionen merken darf, um den eigenen Datenschutzanspruch zu wahren.
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