In Frankreich treibt Präsident Emmanuel Macron ein Gesetz voran, das Kindern unter 15 Jahren den Zugang zu sozialen Netzwerken untersagen soll. Die Regierung soll ein beschleunigtes Verfahren einleiten, damit die Regelung bereits zum Beginn des kommenden Schuljahres im September in Kraft treten kann.

Eilverfahren zum Schuljahresstart

Der Vorstoß erfolgt in einer Phase, in der mehrere europäische Staaten ihre Jugendschutzregeln im digitalen Raum verschärfen. Auch in Großbritannien wird ein ähnlicher Eingriff geprüft, nachdem die Debatte über Bildschirmzeiten und Inhalte an Fahrt aufgenommen hat.

Parallel kündigte die französische Regierung an, die Nutzung von Mobiltelefonen an weiterführenden Schulen weiter einzuschränken. Die Maßnahme soll klare Vorgaben für Familien und Bildungseinrichtungen schaffen und den Umgang mit digitalen Angeboten im Schulalltag vereinfachen. Das zuständige Ministerium betont, dass es um Durchsetzbarkeit und eindeutige Altersgrenzen geht, nicht um einzelne Plattformen.

Studienlage und internationale Vorbilder

Grundlage der Initiative sind Daten der französischen Gesundheitsaufsicht. Demnach verbringt etwa jeder zweite Jugendliche täglich mehrere Stunden am Smartphone. Nahezu alle 12 bis 17 Jährigen nutzen ihr Gerät regelmäßig für den Internetzugang, ein erheblicher Teil davon für soziale Netzwerke.

Fachstellen verweisen auf mögliche Folgen intensiver Nutzung, darunter geringeres Selbstwertgefühl sowie eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, auf Inhalte mit riskanten Verhaltensweisen zu stoßen. In Frankreich laufen zudem Klagen gegen TikTok, in denen Familien einen Zusammenhang zwischen problematischen Inhalten und Suiziden Jugendlicher sehen.

Als Referenz dient Australien, wo ein Verbot für unter 16 Jährige bereits gilt. Dort wurden nach Behördenangaben mehrere Millionen Konten gesperrt, die Kindern zugeordnet wurden.

Der Beitrag Frankreich drückt aufs Gas: Social Media Verbot für alle unter 15 Jahren erschien zuerst auf iphone-ticker.de.

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