In der Berliner Verwaltung soll künftig das europäische Bezahlsystem Wero genutzt werden. Auslöser ist ein Beschluss des Digitalausschusses des Abgeordnetenhauses, dies berichtet der Rundfunk Berlin Brandenburg.

Dem Vorhaben haben CDU, SPD, Grüne und Linke zugestimmt. Die AfD enthielt sich. Ziel ist es, Bürgern bei Verwaltungsdienstleistungen neben bestehenden Verfahren auch eine digitale Bezahlmöglichkeit auf Basis europäischer Infrastruktur anzubieten.

Wero ist ein gemeinsames Projekt mehrerer europäischer Banken, darunter Postbank, Deutsche Bank, Sparkassen, Volksbanken, ING und Noris Bank. Der Dienst ist direkt an bestehende Bankkonten angebunden und ermöglicht Zahlungen im Onlinehandel, im stationären Geschäft sowie Geldüberweisungen zwischen Privatpersonen. Technisch unterscheidet sich das System damit von klassischen Wallets, da keine Guthabenverwaltung notwendig ist. Zahlungen werden unmittelbar über das jeweilige Konto abgewickelt.

Die Befürworter der Berliner Initiative haben argumentiert, dass öffentliche Stellen bei digitalen Zahlungen nicht ausschließlich auf außereuropäische Anbieter setzen sollten. Durch die Einbindung in Bürgerämtern und Onlineportalen könnte Wero zusätzliche Akzeptanz gewinnen und zugleich als Ergänzung zu bestehenden Bezahlverfahren dienen.

Berlin setzt auf Open-Source-Strategie

Die geplante Einführung fügt sich in die übergeordnete Digitalstrategie des Landes Berlin ein. Der Senat verfolgt das Ziel, Abhängigkeiten von großen, proprietären Softwareanbietern zu reduzieren und stärker auf europäische sowie offene Lösungen zu setzen. In diesem Zusammenhang spielt auch die Open-Source-Strategie des Landes (PDF-Download) eine Rolle.

Nach Angaben der zuständigen Senatsverwaltung sollen durch diesen Kurs langfristig Kosten für Lizenzen begrenzt und die technologische Souveränität gestärkt werden. Digitale Verwaltungsangebote sollen dabei weiterhin niedrigschwellig bleiben und unterschiedliche Zahlungsarten parallel unterstützen.

Bevor Wero tatsächlich in Berliner Behörden eingesetzt werden kann, ist noch die Zustimmung des gesamten Abgeordnetenhauses erforderlich. Erst danach können konkrete Schritte zur technischen Integration in bestehende Verwaltungsportale folgen.

Wero Wallet (Kostenlos, App Store) →

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