Die Neuausrichtung von Siri hätte beinahe einen ganz anderen Weg eingeschlagen, denn wie Bloomberg-Reporter Mark Gurman in einem Interview erklärte, spielte Apple lange Zeit mit dem Gedanken, die nächste Siri-Generation auf Claude, dem KI-Modell von Anthropic, aufzubauen. Erst relativ spät fiel die Entscheidung zugunsten von Google, obwohl intern zunächst ein anderes Szenario bevorzugt wurde.
Geld spielte eine entscheidende Rolle
Laut Gurman scheiterte eine tiefere Zusammenarbeit mit Anthropic vor allem an den finanziellen Rahmenbedingungen, da die Preisvorstellungen des KI-Unternehmens für Apple kaum tragbar gewesen seien.
„Anthropic hatte sie in der Hand“, sagte Gurman. „Sie wollten eine Menge Geld von ihnen, mehrere Milliarden Dollar pro Jahr, und das zu einem Preis, der sich in den nächsten drei Jahren jährlich verdoppeln würde.“
Damit wurde Google letztlich zur wirtschaftlich attraktiveren Option, obwohl Apple ursprünglich anders geplant hatte.
Intern setzt Apple weiterhin auf Anthropic
Interessant ist jedoch, dass Apple Anthropic keineswegs vollständig außen vor lässt. Im Gegenteil: Intern nutzt der Konzern Claude offenbar weiterhin intensiv für Entwicklungsprozesse.
„Anthropic unterstützt viele interne Aktivitäten von Apple in Bezug auf die Produktentwicklung und viele ihrer internen Tools“, erklärte Gurman. „Sie haben auch interne Versionen von Claude, die auf ihren eigenen Servern laufen.“
Folglich arbeitet Apple hinter den Kulissen bereits mit Claude, während Gemini künftig die öffentlich sichtbare Rolle bei Siri übernehmen soll.
Google war lange nicht Teil des Plans
Besonders bemerkenswert: Noch bis vor wenigen Monaten habe Apple laut Gurman gar nicht vorgehabt, Google in die Siri-Neuentwicklung einzubeziehen. Die Entscheidung für Gemini fiel also vergleichsweise spät und offenbar eher pragmatisch als strategisch.
Eine Entscheidung auf der Zielgeraden
Apple stand bei der Zukunft von Siri offenbar vor einer echten Weichenstellung. Zwar war Claude lange der Favorit, doch am Ende gaben Kosten und Skalierbarkeit den Ausschlag für Google Gemini. Gleichzeitig zeigt der Blick hinter die Kulissen, dass Apple weiterhin mehrere KI-Strategien parallel verfolgt.
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