Das Thema Spam-Anrufe ist auch bei O2 angekommen. Nach Vodafone und der Telekom führt nun der dritte große Mobilfunkanbieter in Deutschland entsprechende Maßnahmen ein. Das Ganze wirkt allerdings ein wenig wie der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Anstatt das Problem an der Wurzel zu packen, führt die Telefónica-Tochter eine Lösung ein, die sicherstellen soll, dass Anrufe von Unternehmen erkannt werden, die für diese Dienstleistung bezahlen.
Die Spam-Lösung von O2 nennt sich Branded Call und wird gemeinsam mit dem auf diesen Bereich spezialisierten Anbieter Hiya umgesetzt. Bei Anrufen von Firmen, die den Dienst nutzen, wird stets die Rufnummer im Display angezeigt. Das gilt auch dann, wenn der Kontakt nicht im Smartphone gespeichert ist. Allerdings greift die Funktion nur für Kunden von O2 und deren Partnermarken.
Bild Hiya
Bezahlte Verifizierung statt Spam-Sperre
Die von O2 beworbene zusätzliche Sicherheit hängt also davon ab, ob das anrufende Unternehmen für diese Dienstleistung bezahlt. Somit wird es auch weiterhin jede Menge Anrufe von nicht bekannten Rufnummern geben, die durchaus ihre Berechtigung haben können. Dementsprechend bleibt die Gefahr eines Telefonbetrugs bestehen.
Vodafone und seit kurzem auch die Telekom sind zumindest einen Schritt in die richtige Richtung gegangen und wollen ihre Nutzer durch Hinweise wie „Vorsicht, möglicher Betrug“ bei Verdacht auf einen Spam-Anruf warnen. Dieses System beruht allerdings darauf, dass die betreffenden Nummern bereits bekannt und in entsprechenden Datenbanken hinterlegt sind.
Vodafone Spam-Warner
Eher Kosmetik als Effizienz
Wir vermissen hier weiterhin ein glaubhafteres Engagement aller Beteiligten. Die Anbieter könnten ihrerseits nicht nur zusammenarbeiten, sondern auch versuchen, auf Europaebene etwas zu bewirken. Ein erheblicher Teil der Anrufe nutzt Rufnummern innerhalb der EU.
Auch wenn es um die Möglichkeit geht, ihren Kunden bessere Filtersysteme zu bieten, schalten die Anbieter auf stur. Die Forderung beispielsweise, gezielt Anrufe mit bestimmten Länderkennungen zu deaktivieren, wird wahlweise als technisch nicht durchführbar oder zu ineffizient abgetan.
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