Die Nachrichtenplattform Digg steht erneut vor einem grundlegenden Umbau. Das Unternehmen hat angekündigt, einen größeren Teil seiner Belegschaft zu entlassen und die Entwicklung mit einer kleineren Gruppe fortzusetzen. Gleichzeitig wurde die Digg-App aus dem App Store entfernt. Auf der Webseite der Plattform ist derzeit nur noch eine Mitteilung der Social-Media-Plattform abrufbar.
Bot-Welle trifft Digg bereits kurz nach Beta-Start
Digg wollte eine Alternative zu bestehenden Community-Plattformen schaffen. Nutzer sollten Links, Medien und Texte teilen und darüber in thematischen Diskussionen abstimmen. Schon kurz nach dem Start der Beta-Version zeigte sich jedoch ein zentrales Problem. Automatisierte Accounts und Suchmaschinen-Spam tauchten in großer Zahl auf.
Nach Angaben des Unternehmens mussten zehntausende Konten gesperrt werden. Interne Werkzeuge sowie externe Sicherheitsdienste konnten das Problem nur begrenzt eindämmen. Für eine Plattform, deren Inhalte stark von Nutzerabstimmungen abhängen, hat dies direkte Folgen. Wenn nicht mehr klar ist, ob Stimmen und Kommentare von echten Menschen stammen, verliert das Bewertungssystem seine Grundlage.
Die Betreiber sehen darin kein isoliertes Problem ihres Dienstes. Vielmehr spiegele sich darin eine breitere Entwicklung des Internets wider, in dem automatisierte Accounts und KI-Systeme zunehmend aktiv sind. Stichwort: The dead internet theory.
Kevin Rose übernimmt wieder eine zentrale Rolle
Neben den technischen Schwierigkeiten zeigte sich auch, wie schwer es ist, gegen etablierte Plattformen wie reddit.com anzutreten. Viele Nutzer sind langfristig an bestehende Communitys gebunden. Neue Angebote müssen daher nicht nur einzelne Personen überzeugen, sondern ganze Gruppen zum Wechsel bewegen.
Bereits im Mai 2025 hatte Digg einen Neustart angekündigt. Damals holte das Unternehmen unter anderem den iOS-Entwickler Christian Selig als Berater an Bord. Zudem beteiligten sich Digg-Mitgründer Kevin Rose und Reddit-Mitgründer Alexis Ohanian an der Neuausrichtung des Dienstes.
Nun soll Rose wieder stärker operativ eingreifen. Ab April will er sich vollständig auf Digg konzentrieren. Das Unternehmen plant, mit einem kleineren Team an einem neuen Konzept zu arbeiten, das sich stärker von bestehenden Plattformen unterscheidet. Der offizielle Digg-Podcast „Diggnation“ soll während dieser Phase weiterhin monatlich erscheinen. Die Plattform selbst befindet sich dagegen vorerst in einer erneuten Umbauphase.
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