Der Beitrag Navimow X4 im Test: Automatisierte Rasenpflege für große und anspruchsvolle Grundstücke erschien zuerst beim Online-Magazin BASIC thinking. Über unseren Newsletter UPDATE startest du jeden Morgen bestens informiert in den Tag.
Wer ein Grundstück mit mehr als 3000 Quadratmetern Rasenfläche bewirtschaftet, kennt das Problem. Herkömmliche Mähroboter stoßen bei Steigungen, unebenem Untergrund oder schlicht wegen der schieren Fläche früh an ihre Grenzen. Genau hier setzt die Navimow X4 Series an. Mit dem X430 und X450 richtet sich Segway Navimow an private Anwesen und semi-kommerzielle Grünflächen bis 5000 Quadratmeter.
Worum es geht – und für wen
Die technologische Basis bildet das EFLS NRTK-System – eine Sensorfusion aus Triple-Band-RTK-Positionierung und einem 360-Grad-Kamerasystem, kein LiDAR. Was das in der Praxis bedeutet, haben wir über mehrere Wochen auf einem Testgelände mit ausgeprägter Hanglage, freiliegenden Baumwurzeln und wechselndem Untergrund erprobt.
Theorie und Wirklichkeit des Allradantriebs
Der Hersteller gibt eine Steigfähigkeit von 84 Prozent an – das entspricht einem Neigungswinkel von 40 Grad. Im Test wollten wir wissen, ob diese Zahl unter realen Bedingungen standhält.
Auf einem seitlich abfallenden Hangabschnitt mit etwa 35 Grad Neigung und nassem Gras – also Bedingungen, bei denen uns ein Zweirad-Modell beim Vortest bereits unkontrolliert abdriftete – blieb die X4-Serie stabil auf Kurs. Das 5:5-Gewichtsverhältnis zwischen Vorder- und Hinterachse macht sich genau in solchen Situationen bemerkbar. Da gibt es kein Rutschen, keine Spurrillen und auch kein Abweichen von der geplanten Route.
Was das adaptive Federungssystem leistet, wurde uns allerdings erst nach einigen Tagen klar. Denn auf einem Abschnitt mit freiliegenden Eichenwurzeln, über den wir das Gerät bewusst schickten, blieb die Schnitthöhe ohne Rattern oder Aufsetzen konsistent.
Rasenschutz: Wo der Unterschied sichtbar wird
Scherkräfte bei Wendemanövern sind in der Praxis ein reales Problem. Nach einigen Wochen Mähbetrieb sieht man genau an den Drehpunkten, wie stark ein Roboter auf dem Rasen arbeitet. Beim X4 sind nach vier Wochen Kurvenmanövern leichte lokale Spuren zu sehen, selbst auf einer frisch gesäten Fläche, die wir als bewusst empfindliche Testfläche ausgewählt hatten.
Das Traction-Control-System machte sich vor allem nach Regenperioden bemerkbar. Auf durchnässtem Lehmboden, wo Räder ohne aktive Traktionskontrolle schnell eingraben, blieb der Roboter durchgehend beweglich.
Das Dual-Cutting-System (mit einem Vorbehalt)
43 Zentimeter Schnittbreite, zwei Scheiben, zwölf Klingen. Auf großen, offenen Flächen ist das ein echter Vorteil. Bei einem Testdurchgang auf einer 1200-Quadratmeter-Fläche mit gleichmäßigem Bewuchs lieferte der X4 ein sauberes, konsistentes Schnittbild.
Besonders beeindruckend zeigt sich das Gerät bei dichter Vegetation: Der 180-W-Doppelantriebs-Schnittmotor treibt ein 0,9 mm dickes Messer an und sorgt für einen gleichmäßigen Schnitt bei jedem Rasenzustand. In der Praxis bewährt sich dieses System glänzend: Selbst bei rund 20 Zentimeter hohem Gras erzielt bereits der erste Durchgang ein sauberes und gleichmäßiges Schnittbild.
Bild: Navimow
Navigation: Network-RTK im Alltag
Keine Basisstation, keine Kabelpeitsche – die Installation war tatsächlich so unkompliziert, wie Segway Navimow es beschreibt. Auf dem Testgelände war die Ersteinrichtung inklusive Kartierung in ca. 5-10 Minuten abgeschlossen.
Die Positionierungsstabilität unter einem dichten Laubdach erweist sich als absolut zuverlässig. Selbst in anspruchsvollen Passagen, wo Baumkronen und Gebäudewände aufeinandertreffen, hält der Roboter seine Spur präzise und zentimetergenau innerhalb der eingelernten Zone.
EdgeSense mäht bis auf unter fünf Zentimeter an die Rasenkante heran. An geraden Zaunlinien war das Ergebnis sauber.
Die automatische Kartierung via GeoSketch liefert eine präzise Grundlage für den digitalen Gartenplan. Selbst in anspruchsvollen Testgärten mit Engstellen und Gebäuden überzeugt das System durch seine intelligente Hinderniserkennung. Die Möglichkeit, Zonengrenzen individuell zu verfeinern, erlaubt eine perfekt auf den Garten abgestimmte Konfiguration. So meistert der Navimow mühelos jede Grundstücksform mit minimalem Einrichtungsaufwand.
120 Zonen – und was man davon braucht
Die Navimow-App erlaubt die Verwaltung von bis zu 120 Zonen. Für den typischen Privatgarten ist das weit mehr als nötig. Wer aber ein größeres Anwesen mit verschiedenen Rasenbereichen, unterschiedlichen Schnitthöhen und individuellen Mähfenstern verwalten will, lernt die Granularität schnell zu schätzen.
Die VisionFence-Technologie setzt Maßstäbe in der Objekterkennung. Ob Fahrrad, Beet oder Gartenmöbel – der Navimow navigiert stets präzise und sicher. Auch bei dynamischen Herausforderungen beweist das System seine Intelligenz: Der Roboter lernt blitzschnell aus jeder Situation. Während er bei der ersten Begegnung mit einem Haustier sicher stoppt, passt er seine Strategie sofort an und wählt beim nächsten Mal proaktiv eine weiträumige Umfahrung. Diese adaptive Intelligenz garantiert einen reibungslosen Mähvorgang ohne jede Verzögerung.
Bild: Navimow
Fazit
Was uns nach mehreren Wochen am stärksten überraschte, war weniger die Steigfähigkeit – die hatten wir so erwartet – sondern die Kombination aus Allradantrieb und Rasenschonung. Beides gleichzeitig zu optimieren, ist technisch nicht trivial, und der X4 löst den Zielkonflikt überzeugend.
Für große Rasenflächen mit Hanganteilen und dem Wunsch nach echter Automatisierung ist der Navimow X4 aber einer der wenigen Mähroboter auf dem Markt, der das Versprechen vollautomatischer Pflege unter schwierigen Bedingungen tatsächlich einlöst.
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