Für Saug- und Wischroboter kann man verdammt viel Geld ausgeben. Die absoluten Top-Modelle, wie etwa der Roborock Saros 20, kosten weit über 1.000 Euro. Hier bewegen wir uns in Sphären, die das Budget der meisten Haushalte wohl sprengen würden. Umso gespannter sind wir, wie sich der neue Dreame L50s Pro Ultra schlägt. Mit 649 Euro ist auch er kein absolutes Schnäppchen, aber vielleicht ja ein guter Kompromiss aus Preis und Leistung? Bei Amazon bekommt ihr in für diesen Preis in Schwarz, bei MediaMarkt auch in Weiß.
Ich möchte heute mit euch klären: Was bekommt ihr für euer Geld? Welche Extras bietet der Dreame L50s Pro Ultra im Vergleich zum rund 200 Euro günstigeren Dreame L10s Ultra Gen 3? Und worauf muss man im Vergleich mit Top-Modellen wie dem Dreame Matrix10 Ultra verzichten?
Eine wichtige Funktion ist nicht standardmäßig aktiviert
Unter anderem soll der Dreame L50s Pro Ultra mit einer intelligenten Hinderniserkennung per Kamera punkten. Genau hier gab es bei der ersten Ausfahrt auf meinem kleinen Testgelände die erste große Überraschung, denn der Saug- und Wischroboter steuerte zielstrebig auf am Boden liegende Kabel zu und nahm alles mit, was nicht bei drei auf den Bäumen war. Was ist da los?
Ein Blick in die Einstellungen zeigt: Die intelligente Hindernisvermeidung und damit die KI-Objekterkennung per Kamera waren deaktiviert. Ich wundere mich tatsächlich, warum dieses Feature nicht automatisch eingeschaltet ist, immerhin ist es eines der Argumente für den Dreame L50s Pro Ultra. Ich hätte mir zumindest eine entsprechende Abfrage bei der Ersteinrichtung gewünscht.
Mit den passenden Einstellungen erkennt der Saugroboter auch kleine Hindernisse.
Ich empfehle euch daher, nach der Kartierung – die übrigens absolut einfach und problemlos verlief – und vor der ersten Ausfahrt, einen Blick in die Einstellungen zu werfen. Dort sind nämlich einige Punkte nicht standardmäßig aktiviert, wie unter anderem auch die KI-gesteuerte MopExtend-Funktion, das automatische Ausfahren der Wischpads zum Reinigen von Lücken oder um Möbelfüße herum. Auch die Laborfunktionen zur Fleckenerkennung oder zur Erkennung großer Schmutzpartikel müsst ihr manuell aktivieren.
Nachdem ich diese Einstellungen vorgenommen hatte, hat der Dreame L50s Pro Ultra seine Aufgaben zu meiner Zufriedenheit erledigt. Die Kabel hat er gekonnt gemieden und auch kleinere Hindernisse, wie etwa eine Lego-Figur, wurden korrekt erkannt und umfahren.
Dreame L50s Pro Ultra im Vergleich mit dem Dreame L10s Ultra Gen 3
Der Dreame L10s Ultra Gen 3 ist mit seinem Preis von 449 Euro ein beliebtes und empfehlenswertes Einsteiger-Modell. Aber was genau bekommt man für Verbesserungen, wenn man den Aufpreis in Höhe von 200 Euro für den Dreame L50s Pro Ultra bezahlt?
Den ersten großen und aus meiner Sicht auch wichtigsten Unterschied habe ich oben bereits erwähnt: Die Hinderniserkennung mit Hilfe der Kamera. Gerade wenn doch mal etwas am Boden liegt, kann genau das den Unterschied machen. Im Zweifel fährt sich der Roboter nach 5 Minuten fest und muss die Reinigung abbrechen.
Die Bauform der beiden Modelle ist nahezu identisch, der teurere Roboter ist mit 10,38 gegen 9,7 Zentimetern marginal höher. Bei der Saugleistung hat der Dreame L50s Pro Ultra die Nase mit sehr starken 30.000 Pascal vorn, wobei der L10s sich mit 25.000 Pascal ebenfalls nicht verstecken muss.
Die Reinigung in der Basisstation ist beim Dreame L50s Pro Ultra deutlich effektiver.
Auf lange Sicht dürfte die Basisstation noch einen Unterschied machen, denn der Dreame L50s Pro Ultra reinigt seine Wischpads und den Boden der Basisstation mit 100 Grad heißem Wasser. Das ist ein absoluter Top-Wert, der für eine deutlich gesteigerte Hygiene sorgt. Dafür sorgen auch die Seitenbürste und der Saugschacht, die beim besseren Modell angehoben werden, wenn Flüssigkeiten auf dem Boden erkannt werden. Ein weiteres Upgrade, das ich sehr positiv bewerte, ist die DuoBrush. Eine Saugwalze, in der sich keine langen Haare verfangen. Die bietet Dreame nur beim teureren Modell.
Mein Fazit: Der Aufpreis von 229 Euro ist gerechtfertigt. Wenn es euer Budget zulässt, solltet ihr die Upgrades des Dreame L50s Pro Ultra auf jeden Fall mitnehmen.
In der DuoBrush verfangen sich keine Haare.
Dreame L50s Pro Ultra oder Dreame Matrix10 Ultra?
Aber was bekommt man, wenn man noch einmal 450 Euro oben drauf legt und den Dreame Matrix10 Ultra kauft, eines der aktuellen Top-Modelle des Herstellers?
In Sachen Saug- und Wischleistung gibt es keine großen Unterschiede. Der Dreame Matrix10 Ultra kommt mit drei verschiedenen Wischpads, die in der Station und je nach Bodenbelag gewechselt werden können. Aber ob das am Ende des Tages einen großen Unterschied macht? Wenn der Roboter ohnehin nach jedem Raum zum Waschen der Pads zur Station zurückkommt, glaube ich das nicht.
Der Dreame L50s Pro Ultra ist mit 10,38 Zentimetern nicht besonders flach.
Mit seinem Kreuzlaser kann der Dreame Matrix10 Ultra noch einmal ein bisschen besser navigieren, außerdem kann er höhere Türschwellen überwinden. Aber beides dürfte sich nur in Einzelfällen bemerkbar machen – genau wie das doppelt so hohe Anheben der Wischpads auf Teppichen. Zudem kann der Matrix10 seinen Laserturm einfahren und die Höhe auf 8,9 Zentimeter reduzieren – auch das bringt aber nur etwas, wenn ihr viele Möbel habt, die nur einen kleinen Hauch höher sind.
Mein Fazit: Der Dreame Matrix10 Ultra bietet einige nette Spielereien und nur wenige echte Vorteile, die im Alltag einen großen Unterschied machen. Hier würde ich wohl auf ein Upgrade verzichten.
Der Dreame L50s Pro Ultra konzentriert sich auf das Wesentliche
Während andere Saug- und Wischroboter noch höher klettern oder mit einer absurd hohen Saugleistung punkten wollen, konzentriert sich der Dreame L50s Pro Ultra aus meiner Sicht auf die wichtigen und wesentlichen Punkte. Insbesondere die Hinderniserkennung und die Hygiene-Features heben ihn von günstigeren Modellen ab. Wer noch mehr Geld ausgeben möchte, bekommt meist nicht viel mehr geboten. Für 649 Euro bekommt ihr einen prima ausgestatteten Allrounder, der in nahezu allen Wohnungen einen guten Job machen dürfte.
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Der Beitrag Dreame L50s Pro Ultra ausprobiert: Wie viel Saugroboter gibt es für 649 Euro? erschien zuerst auf appgefahren.de.
