Da ich regelmäßig die ARD-Mediathek besuche, bin ich gestern Abend über die neue Apple-Doku „Die Apple-Story – Eine Vision verführt die Welt“ gestolpert. Wir haben die dreiteilige Apple-Serie zwar schon angekündigt, allerdings hatte ich mir den Termin nicht notiert, sodass es eher Zufall war, dass ich mir die rund 90 Minuten lange Doku komplett angesehen habe.

Da stellt sich anschließend die Frage: Lohnt sich das?

Vorweg muss klar sein, dass sich in „Die Apple-Story“ alles um Steve Jobs dreht. Die Serie startet mit der Gründung von Apple am 1. April 1976 und erzählt die Anfänge des Unternehmens. Wer sich bereits intensiver mit Apple beschäftigt hat, stellt schnell fest, dass hier keine neuen Erkenntnisse oder bislang unbekannten Details ans Licht kommen. Dennoch gefällt mir die Aufmachung und Erzählweise gut, da zahlreiche Weggefährten von Jobs zu Wort kommen.

Die Doku zeichnet dabei Apples wechselhafte Geschichte nach: den legendären Start des Macintosh, die spektakuläre Entmachtung von Steve Jobs aus seinem eigenen Unternehmen, seine prägenden Jahre bei NeXT und Pixar sowie schließlich seine eindrucksvolle Rückkehr an die Konzernspitze. Den Höhepunkt dieser außergewöhnlichen Entwicklung markiert die Präsentation des iPhones, das Zukunftsforscher Tristan Horx laut SWR als eine Erfindung beschreibt, die „die Menschheit grundlegend verändert hat“.

Designer Hartmut Esslinger kommt oft zu Wort

Obwohl Jony Ive lange Zeit als prägender Apple-Designer im Fokus stand, wurde das Design früher maßgeblich von einem Deutschen beeinflusst: Hartmut Esslinger. In der Doku kommt Esslinger häufig zu Wort, schildert seinen Werdegang bei Apple und spricht über seine Beziehung zu Steve Jobs.

Darüber hinaus äußert sich auch Typograf Erik Spiekermann zu Apples Anfangszeit. Er entwickelte damals Schriften für Apple und berichtet, dass er nach eigener Aussage der erste Deutsche war, der einen Apple-Computer für sehr viel Geld kaufte. Zu jener Zeit war es kaum vorstellbar, dass Schriftarten, die zuvor als kiloschwerer Bleisatz existierten, plötzlich auf eine Diskette passten. Heute wirkt das selbstverständlich – damals erntete Spiekermann dafür allerdings oft irritierte Blicke.

In der Apple-Story kommen jedoch nicht nur deutsche Weggefährten von Steve Jobs zu Wort, sondern auch ehemalige Kollegen und Ingenieure. Mit dabei sind unter anderem die ehemalige Marketing-Expertin Andy Cunningham, Andy Hertzfeld, Hauptentwickler des ersten Macintosh, sowie Daniel Kottke, ein früher Mitbewohner und enger Vertrauter von Jobs.

Insgesamt gibt es keine großen Überraschungen, da Apples Geschichte weithin bekannt ist. Wer die Biografie von Steve Jobs gelesen hat, kennt die wichtigsten Wendungen, Erkenntnisse und Eigenheiten bereits. Dennoch ist die Doku sehenswert, da sie die Ereignisse chronologisch und anschaulich aufbereitet.

Das Smartphone als Suchtmittel

Doch „Die Apple-Story – Eine Vision verführt die Welt“ beleuchtet auch die Kehrseite der technologischen Entwicklung. Die Doku zeigt, wie sich das Smartphone zu einem festen Bestandteil des Alltags, und für viele auch zu einer Art Suchtmittel, entwickelt hat.

Immer wieder kommen Stimmen zu Wort, die vor den Auswirkungen des digitalen Zeitalters warnen. Alicia Joe, die ihre Karriere einst als Beauty-YouTuberin begann, beschäftigt sich heute mit den Schattenseiten sozialer Medien und thematisiert gezielt Abhängigkeit und Nutzungsverhalten. Auch die Politikerin Marina Weisband nutzt digitale Werkzeuge zwar aktiv für die politische Bildung, warnt jedoch gleichzeitig vor Risiken wie Suchtpotenzial, ständiger Erreichbarkeit und dem Druck zur permanenten Kommunikation.

Der unterschwellige Tenor: Was einst als Werkzeug der Selbstbestimmung gedacht war, hat sich in vielen Bereichen zu einem Instrument der Kontrolle entwickelt.

Ein abruptes Ende

Meiner Meinung nach greift die Apple-Story etwas zu kurz, da sie sich fast ausschließlich auf die Ära Steve Jobs konzentriert. Zwar taucht auch Tim Cook am Rande auf, doch die wirtschaftlich äußerst erfolgreichen Jahre unter seiner Führung werden kaum beleuchtet. Mit dem viel zu frühen Tod von Steve Jobs endet die Serie schließlich recht abrupt.

Aktuell gibt es keine Hinweise darauf, dass eine Fortsetzung geplant ist.

Der Beitrag „Die Apple-Story – Eine Vision verführt die Welt“: Lohnt sich die neue Apple-Doku? erschien zuerst auf appgefahren.de.

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