Epic Games hat diese Woche mehr als 1.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen entlassen. Der Schritt folgt auf einen anhaltenden Rückgang der Nutzeraktivität bei Fortnite, der bereits 2025 einsetzte und das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten brachte. CEO Tim Sweeney begründete die Entlassungen in einer internen Mitteilung mit der Notwendigkeit, die Ausgaben deutlich zu reduzieren, um die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens zu sichern. Neben den Personalabbau plant Epic Einsparungen von über 500 Millionen US-Dollar, insbesondere in den Bereichen Vertragswesen, Marketing und durch die Streichung offener Stellen.
Die Entlassungen betreffen etwa ein Viertel der Belegschaft und sind bereits die zweite größere Reduzierung innerhalb weniger Jahre. 2023 hatte Epic bereits 830 Angestellte freigestellt, was damals 16 Prozent der Belegschaft entsprach. Sweeney betonte, dass die aktuellen Maßnahmen nichts mit dem Einsatz von KI zu tun haben, sondern auf strukturelle Herausforderungen der Spielebranche zurückzuführen sind. Dazu zählen ein verlangsamtes Wachstum, sinkende Ausgaben der User und ein verstärkter Wettbewerb um deren Aufmerksamkeit.
Neben dem Personalabbau kündigte Epic auch die Einstellung dreier Fortnite-Spielmodi an: „Rocket Racing“, „Ballistic“ und „Festival Battle Stage“. Diese Modi konnten laut Unternehmen nicht genug Spieler langfristig binden. Die Einstellungen erfolgen im April und Oktober 2026. Gleichzeitig erhöhte Epic kürzlich die Preise für die In-Game-Währung V-Bucks, um die gestiegenen Betriebskosten von Fortnite zu decken.
Die betroffenen Angestellten erhalten Abfindungen in Höhe von mindestens vier Monatsgehältern, abhängig von der Betriebszugehörigkeit. Epic übernimmt zudem die Kosten für eine verlängerte Krankenversicherung und verlängert die Ausübungsfristen für Aktienoptionen. Die Entlassungen treffen auch langjährige und erfahrene Entwicklerteams, was innerhalb der Community auf Kritik und Enttäuschung stößt.
Roadmap für 2026 liegt im Ungewissen
Auch bei Epics Battle Royal-Spiel Fortnite wird es Einschnitte geben.
Sweeney sieht die Zukunft des Unternehmens in der Schaffung neuer, hochwertiger Fortnite-Erlebnisse mit saisonalen Inhalten, Gameplay-Innovationen und Live-Events. Zudem soll die Entwicklung von Tools für die Unreal Engine 6 vorangetrieben werden. Die Roadmap für 2026 bleibt jedoch ungewiss, da der Verlust von Fachwissen und Führungskräften die Umsetzung geplanter Features und Kooperationen gefährdet.
Die Entlassungen erfolgen vor dem Hintergrund eines branchenweiten Trends: Viele Spieleentwickler kämpfen mit sinkenden Spielerzahlen und steigenden Kosten. Epic Games ist dabei kein Einzelfall, doch die Dimension der Entlassungen und die Einstellung beliebter Spielmodi zeigen die Herausforderungen für derartige Unternehmen in diesen Zeiten.
Wie sich die Maßnahmen langfristig auf die Entwicklung von Fortnite und die Position von Epic Games in der Branche auswirken, bleibt schlussendlich abzuwarten. Einer der Entwickler äußerte sich bereits bei X. „Unsere Teams werden die Trümmer auflesen und versuchen, sich weiter vorwärts zu bewegen … aber wir können noch nicht einmal ansatzweise verstehen, welche Auswirkungen dies auf das Spiel für den Rest des Jahres und wahrscheinlich darüber hinaus haben wird“, so Gameplay-Produzent Robby Williams.
Die Gaming-Community reagiert bisher mit gemischten Gefühlen zwischen Verständnis für wirtschaftliche Zwänge und Enttäuschung über den Verlust erfahrener Kräfte sowie beliebter Spielinhalte. Den gesamten Wortlaut der Mitteilung von Epic-CEO Tim Sweeney an seine Angestellten haben wir euch abschließend zum Nachlesen eingebunden (via Engadget).
„Heute müssen wir über 1.000 Mitarbeiter von Epic entlassen. Es tut mir leid, dass wir wieder an diesem Punkt angelangt sind. Der Rückgang der Nutzeraktivität bei Fortnite, der 2025 einsetzte, hat dazu geführt, dass wir deutlich mehr ausgeben, als wir einnehmen, und wir müssen erhebliche Einschnitte vornehmen, um das Unternehmen finanziell zu sichern. Diese Entlassungen, zusammen mit identifizierten Kosteneinsparungen in Höhe von über 500 Millionen Dollar in den Bereichen Auftragsvergabe, Marketing und der Streichung einiger offener Stellen, versetzen uns in eine stabilere Lage.
Einige der Herausforderungen, denen wir gegenüberstehen, sind branchenweit: langsameres Wachstum, geringere Ausgaben und ein verschärftes Kosten-Nutzen-Verhältnis; aktuelle Konsolen verkaufen sich schlechter als die der letzten Generation; und Spiele konkurrieren um die Zeit der Spieler mit anderen, zunehmend fesselnden Formen der Unterhaltung.
Und einige unserer Herausforderungen sind einzigartig für Epic. Obwohl Fortnite nach wie vor eines der erfolgreichsten Spiele der Welt ist, hatten wir Schwierigkeiten, die Magie von Fortnite in jeder Saison konsistent zu liefern; wir stehen erst am Anfang unserer Rückkehr auf den Mobilbereich und der Optimierung von Fortnite für die Milliarden von Smartphones weltweit; und als Vorreiter der Branche haben wir in einem Kampf, der sich für uns und alle Entwickler erst jetzt auszahlt, viele Schläge einstecken müssen.
Da es nun einmal ein Thema ist, möchte ich darauf hinweisen, dass die Entlassungen nichts mit KI zu tun haben. Soweit sie die Produktivität steigert, möchten wir so viele großartige Entwickler wie möglich haben, die tolle Inhalte und Technologien entwickeln.
Was wir jetzt tun müssen, ist klar: großartige Fortnite-Erlebnisse mit frischen saisonalen Inhalten, Gameplay, Story und Live-Events schaffen; Entwicklertools mit größerer Stabilität und Leistungsfähigkeit vorantreiben, während wir uns von Unreal Engine 5 und UEFN zu Unreal Engine 6 weiterentwickeln. Und wir werden gegen Ende des Jahres die nächste Generation von Epic mit riesigen Launch-Plänen einläuten.
Das ist nicht das erste Mal, dass wir uns in dieser Situation befinden. Epic hat die Umbrüche der 1990er Jahre mit dem Übergang von 2D zu 3D mit Unreal 1 überstanden; in den 2000er Jahren durch die Entwicklung von Konsolenspielen mit Gears of War; und 2012 durch den Wechsel zum Online-Gaming mit Paragon und Fortnite. Jedes Mal haben wir unsere Grundlagen neu aufgebaut und uns eine erneute Führungsposition erarbeitet.
Die heutigen Marktbedingungen sind die extremsten, die wir seit diesen frühen Tagen erlebt haben, mit massiven Umwälzungen in der Branche, begleitet von enormen Chancen für die Unternehmen, die als Gewinner daraus hervorgehen. Genau das wollen wir für unsere Spieler erreichen, und wir wollen andere gleichgesinnte Entwickler in der Branche auf diese Reise mitnehmen, um gemeinsam eine zunehmend offene und lebendige Zukunft der Unterhaltung zu gestalten.
Bei Epic sind wir stolz darauf, nur die Besten der Branche einzustellen, daher ist es sehr schmerzhaft, uns von so vielen talentierten Menschen zu trennen. Die von den Entlassungen betroffenen Mitarbeiter erhalten eine Abfindung, die mindestens vier Monatsgrundgehälter umfasst, wobei die Höhe je nach Betriebszugehörigkeit steigt. Außerdem verlängern wir die von Epic bezahlte Krankenversicherung.
In den USA erhalten sie beispielsweise eine bezahlte Versicherung für 6 Monate. Außerdem werden wir die Ausübungsfristen ihrer Aktienoptionen bis Januar 2027 vorziehen und die Ausübungsfristen für Aktienoptionen um bis zu zwei Jahre verlängern.
Am Donnerstag findet eine Unternehmensversammlung statt, um die Roadmap genauer zu besprechen.
-Tim“
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