Das soziale Netzwerk X, früher bekannt als Twitter, hat den Zugriff auf die erweiterte Benutzeroberfläche X Pro ab sofort auf Personen limitiert, die den teuersten Tarif „Premium+“ abonniert haben. Die berichtet MacRumors.
Die Änderung trat am 26. März 2026 in Kraft und betrifft vor allem Nutzer und Nutzerinnen, die das Tool bisher über das Standard-Premium-Abonnement für 8 Euro monatlich nutzten. X Pro, das unter dem früheren Namen TweetDeck bekannt war, ermöglicht die Verwaltung mehrerer Feeds und Listen in einer mehrspaltigen Ansicht und gilt als wichtiges Werkzeug für Personen aus dem Social-Media-Management oder Journalismus.
Die Umstellung erfolgte ohne vorherige Ankündigung, was bei vielen Usern zu Verwirrung und Kritik führte. Betroffene berichteten, dass sie plötzlich keinen Zugriff mehr auf das Tool hatten, obwohl sie bereits für ein Premium-Abonnement zahlten. Auf der Website von X heißt es lediglich, dass die im Premium-Tarif enthaltenen Funktionen „jederzeit Änderungen unterliegen“, da der Dienst kontinuierlich weiterentwickelt werde. Im Hilfezentrum des Unternehmens wird nun explizit darauf hingewiesen, dass X Pro ausschließlich Abonnenten der Premium+-Stufe vorbehalten ist.
Mit der Änderung verdoppelt sich nicht nur die Kostenbarriere für den Zugriff auf X Pro, sondern steigt um nahezu das Fünffache: Während das Standard-Premium-Abonnement 8 Euro monatlich kostet, verlangt X für Premium+ 38 Euro pro Monat oder rund 32 Euro bei jährlicher Zahlung. Das Unternehmen bietet insgesamt drei Abonnementstufen an: „Basis“ für 3 Euro monatlich, „Premium“ für 8 Euro/Monat und „Premium+“ für 38 Euro pro Monat. Die Unterschiede liegen vor allem in der Anzahl der angezeigten Werbeanzeigen, der Reichweite der Beiträge und zusätzlichen Funktionen wie der Bearbeitung von Posts oder längeren Video-Uploads.
Immer mehr kostenpflichtige Funktionen seit Musk-Übernahme
So informiert X die User über die plötzliche Änderung. Foto (c) MacRumors.
Die Entscheidung von X, X Pro hinter eine höhere Paywall zu verschieben, passt in eine Reihe von Monetarisierungsmaßnahmen, die seit der Übernahme des Unternehmens durch Elon Musk im Jahr 2022 umgesetzt wurden. Damals noch als TweetDeck bekannt, war das Tool jahrelang kostenlos nutzbar. Seitdem hat X schrittweise Funktionen, die früher frei verfügbar waren, in kostenpflichtige Abonnements überführt. Dazu zählen auch die blaue Verifizierungsmarke, die früher als Bestätigung der Account-Authentizität diente, oder der erweiterte API-Zugriff für Entwickler und Entwicklerinnen.
Im Netz mehrt sich die Kritik am Vorgehen von X: Man habe mit der plötzlichen Änderung Nutzer und Nutzerinnen vor vollendete Tatsachen gestellt. Viele zahlende User fühlten sich übergangen, da sie keine Möglichkeit hatten, sich auf die Umstellung vorzubereiten oder nach Alternativen zu suchen. In den vergangenen Tagen häufen sich auf der Plattform Beschwerden von Personen, die den Schritt als ungerechtfertigt und überteuert bewerten. Einige fordern eine Rücknahme der Entscheidung oder zumindest eine Übergangsfrist für die bestehende Kundschaft.
Ob die Maßnahme langfristig erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Für professionelle Anwendungsgebiete, bei denen man auf die erweiterte Funktionalität von X Pro angewiesen ist, könnte der hohe Preis ein Anreiz sein, nach Alternativen zu suchen. Bereits jetzt gibt es Drittanbieter-Tools, die ähnliche Funktionen bieten, und das oft zu deutlich geringeren Kosten. Dazu zählen Dienste wie Hootsuite oder auch das Planungs-Tool Buffer.
Der Beitrag X beschränkt Zugriff auf X Pro auf teuerstes Abo: User ohne Vorwarnung ausgesperrt erschien zuerst auf appgefahren.de.
