Erst in der vergangenen Woche haben wir den Dreame L50s Pro Ultra vorgestellt. Der Saug- und Wischroboter hat mit einer sehr guten Leistung überzeugt, insbesondere in Sachen Basisstation und Hinderniserkennung. Mittlerweile ist der Preis von 649 Euro wieder auf 749 Euro gestiegen. Ist da der Mova S70 Roller für 699 Euro (Amazon-Link) vielleicht die bessere Wahl? Wir haben den Test gemacht.
Der aktuelle Preis und weitere Angebote
Zunächst einmal müssen wir einen genauen Blick auf den Preis werfen. 699 Euro sind der reguläre Listenpreis für den Mova S70 Roller. Im März wurde er bereits für rund zwei Wochen für deutlich günstigere 579 Euro angeboten. Aber wie soll man das alles einordnen? Das fällt aufgrund der vielen Angebote selbst in der Mova-Welt nicht leicht.
Für nur 100 Euro mehr bekommt man derzeit schon den Mova Z60 Ultra Roller Standalone. Und für 180 Euro könnt ihr den Mova Z60 Ultra Roller Complete kaufen. Dieser kostet normalerweise 1.399 Euro und ist derzeit auf 879 Euro reduziert. Das ist natürlich nur eine Momentaufnahme, die Preise können sich im Prinzip wöchentlich ändern.
Es zeigt aber auch ein bisschen die Schnelllebigkeit in diesem Business. Beinahe monatlich kommen neue Modelle auf den Markt, der mittlerweile schon ziemlich geflutet ist. Selbst zum Marktstart gibt es bereits Rabatte – und ohne diese sollte man einen Roboter heutzutage kaum noch kaufen.
Mova S70 Roller Saug- und Wischroboter, Frischwasser-Wischen, 28.000 Pa…
Die wichtigsten Details rund um den Mova S70 Roller
Auf den ersten Blick lesen sich die technischen Daten des Mova S70 Roller nicht verkehrt. Die maximale Saugleistung gibt der Hersteller mit 28.000 Pascal an. Die Wischwalze und die Seitenbürste können zur Seite ausgefahren werden, um bis an Kanten und in Ecken hinein zu reinigen.
Der Mova S70 Roller kann Seitenbürste und Wischwalze ausfahren.
Das Gehäuse des Mova S70 Roller ist nur 9 Zentimeter hoch, auch das ist ein guter Wert. Somit kann er auch unter die Möbel fahren, die 10 Zentimeter hoch über dem Boden stehen – uns das ist tatsächlich eine sehr entscheidende Ikea-Grenze.
Auch die Selbstreinigung in der Basisstation ist auf dem Papier absolut solide. Mit 80 Grad heißem Wasser wird die Wischwalze gereinigt. Eigentlich scheint es hier nicht viel Grund für Kritik zu geben. In der Praxis sieht das leider etwas anders aus.
Fehlende Kamera wirkt sich auf Hinderniserkennung aus
Nach der erfolgreichen Kartierung, die in der von Dreame angehauchten App keine große Hürde ist, ist der Mova S70 Roller nach wenigen Minuten für die erste Ausfahrt bereit. Bevor ihr ihn durch eure Räume schickt, solltet ihr aber auf jeden Fall aufräumen. Denn dieser Saug- und Wischroboter ist ziemlich hungrig.
Ohne Kamera werden Hindernisse wie Kabel oder kleines Spielzeug nicht erkannt.
Die Hinderniserkennung erfolgt nämlich lediglich mit einfachen Sensoren, eine Kamera ist bei diesem Modell nicht verbaut. Und das bedeutet: Die meisten kleineren Hindernisse werden stumpf überfahren. Selbst eine aufgestellte Lego-Figur, immerhin rund 4 Zentimeter hoch, wird nicht erkannt. Das vergessene Stromkabel auf dem Boden oder unter dem TV-Sideboard wird gnadenlos verschluckt und der Roboter fährt sich fest.
Das ist im Preissegment von 699 Euro schon eine Hausnummer, denn es gibt bereits günstigere Modelle mit Kamera und einer entsprechend besseren Hinderniserkennung.
Kann die Wischwalze des Mova S70 Roller punkten?
Abstriche muss man leider bei der Hauptwalze des Staubsaugers machen. Diese ist einfach gestaltet und hat keine besonderen Vorkehrungen, um lange Haare abzustreifen. Das sieht bei vielen anderen Modellen in diesem Preissegment schon anders aus. Spannend dagegen ist die Wischwalze, die es sonst nur in den deutlich teureren Modellen gibt. Die Erfahrungen haben gezeigt: Dank der kontinuierlichen Versorgung mit Frischwasser und des Absaugens des Dreckwassers in einen kleinen Tank im Roboter, ist das Wischen üblicherweise gründlicher.
Die Unterseite des Mova S70 Roller mit der Wischwalze.
Prinzipiell funktioniert das mit dem Mova S70 Roller auch gut. Leichte Verschmutzungen werden gut entfernt und durch die Walzen-Technik auch nicht weiter im Raum verteilt. Allerdings gibt es im Vergleich zu den Top-Modellen ein großes Problem: Der Mova S70 Roller verfügt über keine KI-Schmutzerkennung. Er überfährt alle Stellen im Raum also nur ein einziges Mal und wischt nicht mehrfach über stärker verschmutzte Bereiche. Genau das wäre allerdings notwendig, um eingetrockneten oder festen Schmutz entfernen zu können.
Genau diese Funktion bietet der oben bereits erwähnte Dreame L50s Pro Ultra aus der gleichen Preisklasse. Und so entfernt dieser zum Beispiel Kaffeeflecken durch mehrfaches Überfahren deutlich besser, obwohl er eigentlich über die unterlegene Wischpad-Technik verfügt.
Zu viele Kompromisse für den regulären Preis
Am Ende sind es aus meiner Sicht die fehlenden KI-Funktionen der Kamera, die dem Mova S70 Roller zum Verhängnis werden. Mova liefert eine ordentliche Basisstation, ein gutes Roboter-Design und prinzipiell auch die zu bevorzugende Wischtechnik. Die schlechte Hinderniserkennung und die fehlende Schmutzerkennung sind für den Preis von 699 Euro aber zwei Features, die ich definitiv erwartet hätte.
Bei einem Preis von 499 oder 549 Euro wäre das im Vergleich zur Konkurrenz sicherlich nicht so tragisch. Ausgehend von den aktuell geforderten 699 Euro ist es aber nicht mehr weit zu den bedeutend besseren Geräten. Im Mova-Kosmos, der eigentlich für seine gute Preis-Leistung bekannt ist, würde ich tatsächlich den Mova Z60 Ultra Roller Complete für aktuell 879 Euro empfehlen. Hier gibt es noch einmal deutlich mehr Features, unter anderem einen Tank für Reinigungsmittel, eine gute Antihaaraufwicklung, UV-Desinfektion, Kletter-Funktion für Schwellen und eine gute Hinderniserkennung.
Angebot
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