In den vergangenen Wochen haben wir euch bereits ein paar neue Saug- und Wischroboter verschiedener Hersteller präsentiert und auch selbst genauer unter die Lupe nehmen können. In meinen Haushalt ist nach einer längeren und grundsätzlich zufriedenstellenden Zeit mit dem Roborock S8 Pro Ultra nun erstmals auch ein Modell von Dreame eingezogen, nämlich der neue Dreame L50 Ultra AE, der sich im Mittelklassen-Segment einordnet und gegenwärtig zum Preis von 599 Euro erhältlich ist.
Erst Ende März hat sich Kollege Fabian den größeren Bruder, den Dreame L50s Pro Ultra sowie das Flaggschiff-Modell des Herstellers, den Dreame Matrix10 Ultra, genauer angesehen. Und erst vor wenigen Tagen gab es dann auch ein Review des Mova S70 Roller, einem Saug- und Wischroboter mit Wischwalzen-Technik.
Auf dem Papier reiht sich der nun bei mir im Haushalt werkelnde Dreame L50 Ultra AE zumindest preislich etwas hinter den oben erwähnten Saug- und Wischroboter-Modellen ein. Doch was kann das Mittelklasse-Exemplar leisten? Hier hat mich vor allem der Kontrast mit meinem bisherigen Roborock-Modell interessiert, der im direkten Vergleich mittlerweile etwas in die Jahre gekommen zu sein scheint. Zwar auch ausgestattet mit einer Reinigungsstation samt Abwasser- und Frischwassertanks, Staubbeutel samt automatischem Absaugen sowie einer Reinigungsfunktion für das Wischpad, bietet der Roborock S8 Pro Ultra leider nicht die erweiterten Funktionen aktueller Modelle.
Großes Plus: Schwenkbare Wischmopps und und ausfahrbare Seitenbürste
Der rechte Wischmopp kann zur besseren Reinigung ausgefahren werden.
Denn auch der Dreame L50 Ultra AE setzt auf zwei rotierende Wischpads am hinteren Ende, von denen eins zur besseren Eckenreinigung schwenkbar ist. Ebenso gibt es bei der Neuerscheinung von Dreame eine ausfahrbare Seitenbürste, um auch Staub und Schmutz in Zimmerecken zuverlässig aufnehmen zu können. Diese Features bot mein bisheriger Roborock nicht an. Der Dreame L50 Ultra AE kommt zudem mit einer Saugleistung von 28.000 Pa daher, wird über die Multi-Station automatisch entleert, kann die beiden Wischmopps bei bis zu 100 Grad einweichen, reinigen und trocknen, setzt auf eine LiDAR-basierte Navigation und hat eine TriCut-Hauptbürste mit integrierter Klinge verbaut, die Haarverwicklungen während der Reinigung verhindert. Im Dock wird der Saug- und Wischroboter außerdem automatisch aufgeladen und in einem kleinen Behälter auch das Reinigungsmittel in passender Dosierung vor jeder Reinigung hinzugefügt.
Nach dem Auspacken des Geräts samt seinem ganzen Zubehör heißt es eigentlich nur noch, die Rampe für die Multistation anzubringen und letztere an eine Steckdose anzuschließen, sowie einen Staubbeutel (es werden zwei mitgeliefert) einzusetzen und die Reinigungsflüssigkeit (wird ebenfalls mitgeliefert) in den Behälter der Station einzufüllen. Hat man dann die Dreamehome-App heruntergeladen und sich angemeldet, kann der Saug- und Wischroboter verbunden und eingerichtet, und danach auf seine erste Kartierungsfahrt geschickt werden.
Kartierung ist in etwa zehn Minuten erledigt
So sieht die Dreamehome-App auf einem iPhone aus.
Bei letzterer war ich mehr als nur überrascht, wie schnell dies mittlerweile erledigt ist. Der Roboter brauchte nur rund zehn Minuten, ehe meine Wohnung mit allen Zimmern, Ecken und Hindernissen erfasst war. Hier kann ich mich beim bisher genutzten Modell von Roborock an deutlich umständlichere und längere Kartierungsfahrten erinnern. Nach der manuellen Verfeinerung der Karte mit No-Go-Zonen und der Aufteilung der Räume konnte mein nun als Clean Elizabeth II benannter Roboter seinen ersten Reinigungsauftrag erledigen.
Die Steuerung und sämtliche Einstellungen erfolgen über die oben bereits erwähnte Dreamehome-App. Hier kann auch eine manuelle Raum- oder Zonenreinigung, die Menge des Wischwassers, die maximale Ladekapazität (zwischen 80 und 100 Prozent) für eine Langlebigkeit des Akkus und die Behandlung von Teppichböden festgelegt werden, ebenso wie Zeitpläne, Siri-Kurzbefehle für Sprachbefehle zur Reinigung, eine KI-Funktion zur Häufigkeit des Ausfahrens der Wischmopps und Seitenbürste, die Absaugleistung in vier Stufen, den Reinigungsmodus, die Frequenz der Rückkehr zum Waschen der Mopps, die Reinigungsroute (schnell oder Standard), oder auch die Reinigung in Bodenrichtung, Einstellungen für die Reinigungsroutinen der Basisstation und vieles mehr einrichten. Einige Basisfunktionen können auch direkt am Roboter selbst über physische Buttons aktiviert werden, aber ohne die App geht wie bei fast allen Saug- und Wischrobotern nichts.
Reinigungsleistung und Lautstärke sind topp
Die Unterseite des Dreame L50 Ultra AE zeigt die Haupt- und Seitenbürste sowie die beiden Wischmopps.
Gespannt war ich vor allem auf die Reinigungsleistung des Dreame L50 Ultra AE. Und hier kann ich nach etwa dreiwöchiger Nutzung des Saug- und Wischroboters in meiner Wohnung sagen: Ich bin wirklich begeistert, vor allem im direkten Vergleich mit meinem bisherigen Roborock-Modell. Es macht wirklich eine Menge aus, dass sich Wischmopp und Seitenbürste ausfahren lassen, denn so werden auch die Ecken und Kanten der Räume sehr gut gereinigt. Auch die rotierenden Wischmopps sind im Vergleich zum starren Wischpad des Roborock, das lediglich leicht angefeuchtet und hinterhergezogen wurde, eine absolute Verbesserung. Ich habe in der Dreamehome-App eingestellt, dass die Wischmopps relativ feucht sein sollen beim Wischen, und diese Einstellung bringt in allen Räumen hervorragende Ergebnisse. Gerade auf den Fliesen im Bad merke ich den Unterschied sehr deutlich.
Ebenfalls positiv zu erwähnen ist die Lautstärke des Saug- und Wischroboters während der Reinigung. Ich habe die maximale Saugkraft in der App eingestellt und kann auch hier im Vergleich zum bisher genutzten Roborock-Exemplar festhalten, dass der Dreame L50 Ultra AE deutlich geräuschärmer zu Werke geht, grob geschätzt um mindestens ein Drittel verringerter Lautstärke. Das Absaugen des Staubbehälters ist in etwa gleich laut, aber hier hatte ich auch nichts anderes erwartet. Dafür ist das Brummen beim abschließenden Trocknen der Wischmopps etwas deutlicher zu hören als bei meinem Roborock-Modell, ich habe hier aber auch den mit zwei Stunden schnellsten Trocknungsmodus eingestellt. Natürlich kommt es auch darauf an, wo man den Saug- und Wischroboter platziert hat: Da er bei mir in einer Ecke meiner kombinierten Küche/Wohnraum steht, bekomme ich die Geräusche natürlich eher mit, als wenn das Gerät in einer Ecke eines entfernteren Flurs stehen würde.
Das Manko der Hinderniserkennung
Der Dreame L50 Ultra AE verfügt über zwei große Abwasser- und Frischwassertanks in der Basisstation.
Womit ich bei der Nutzung in meinen Räumlichkeiten nicht ganz zufrieden bin, ist die von Dreame beworbene Hinderniserkennung. Kollege Fabian berichtete von seinem kürzlich getesteten Mova S70 Roller bereits ähnliches. Auch bei mir wurden Kabel auf dem Boden nicht erkannt: Unter meinem Bett liegt eine Dreifach-Steckdose samt einiger Kabel. Bei seiner ersten Reinigungsfahrt verhedderte sich der Roboter direkt massiv darin, so dass ich ihn händisch befreien musste. Ein weiterer Test mit einer Packung Taschentücher, die ich in der Küche einfach mittig auf den Boden legte, verlief nicht ganz optimal: Der Roboter erkannte zwar das Hindernis, aber streifte die Taschentücher beim Umfahren immer mal wieder mit der Seitenbürste oder den Wischmopps. Auf die automatische Hinderniserkennung würde ich mich bei diesem Modell daher nicht unbedingt verlassen.
Fazit und Preis
Behälter für Reinigungsmittel (schwarz) und Staubbeutel beim Dreame L50 Ultra AE.
Insgesamt jedoch ist der Dreame L50 Ultra AE ein absolut empfehlenswerter Saug- und Wischroboter der Mittelklasse, der für einen Preis von aktuell 599 Euro wirklich viele tolle Features bietet, die man sonst nur in höherpreisigen Modellen findet. Ich bin mit meinem Testgerät sehr zufrieden und erfreue mich an der guten Reinigungsleistung, der leisen Reinigungsfahrten und der umfangreich ausgestatteten Basisstation. Wer noch weitere Luxus-Features benötigt, ist natürlich bei den großen Flaggschiff-Modellen der entsprechenden Hersteller besser aufgehoben. Aber für jeden Standard-Haushalt – selbst mit Haustieren – bietet der Dreame L50 Ultra AE definitiv genügend Funktionen, um für ein allzeit sauber gesaugtes und gewischtes Zuhause sorgen zu können. Bei Amazon gibt es das Modell derzeit in weißer Farbe für 599 Euro, im Webshop bei Dreame gibt es auch eine schwarze Variante zum gleichen Preis.
dreame L50 Ultra AE Saug- und Wischroboter Mit automatischer Entleerung und…
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