Der französische Fotograf Imad Djebarni hat sich auf die analoge Fotografie spezialisiert und war es leid, für seine Workflows gleich mehrere Apps zur Hand nehmen zu müssen. Denn das „Problem“ bei Analogfotografie ist die fehlende Dokumentation von Belichtung, Brennweite, Ortsangaben und anderen Einstellungen, die bei digitaler Fotografie – selbst auf Smartphones wie dem iPhone – selbstverständlich sind.

Wer also mit einer Analogkamera auf Reisen oder Fototouren geht und nach der Entwicklung der Filmrolle die fertigen Abzüge in der Hand hält, kann sich häufig nicht mehr an die spezifischen Einstellungen pro Bild erinnern. An dieser Stelle setzt die iPhone-App Pellica ein, die als eine Art Tagebuch alle wichtigen Infos bei der Analogfotografie festhält.

Pellica (App Store-Link) ist gratis im deutschen App Store verfügbar und benötigt neben rund 88 MB an freiem Speicherplatz auch mindestens iOS 16.0 oder neuer auf dem Gerät. Seit kurzem steht auch eine deutsche Lokalisierung für die App bereit, die sich über ein optionales Premium-Abo finanziert. Letzteres kostet 2,99 Euro/Monat, 29,99 Euro/Jahr oder als Lifetime-Kauf einmalig 69,99 Euro.

Das Kernkonzept der App besteht darin, Belichtungsdaten in Echtzeit direkt am Aufnahmeort zu erfassen, anstatt sie nachträglich zu rekonstruieren. Pellica bietet Funktionen zur Verwaltung ganzer Filmrollen für verschiedene Formate wie 35 mm, 120er Mittelformat und Großformat. Besonderes Augenmerk liegt auf der Geschwindigkeit der Datenerfassung durch Schnellwahlräder für Blende und Zeit sowie der Integration eines eingebauten Belichtungsmessers. Zusätzlich werden Standortdaten via GPS und aktuelle Wetterbedingungen automatisch protokolliert, um den Kontext jeder Aufnahme vollständig zu dokumentieren.

Integration von Sprachnotizen und Labor-Datenbank

So sieht Pellica auf dem iPhone aus.

Über die reine Datenerfassung hinaus integriert Pellica auch Werkzeuge, die den gesamten Workflow der Analogfotografie unterstützen. Dazu gehören die Möglichkeit, Sprachnotizen während des Shootings aufzunehmen, sowie ein Import-System, das es erlaubt, entwickelte Scans mit den zuvor erfassten Belichtungsdaten zu verknüpfen. Die App bietet zudem Zugang zu einer Community-Datenbank mit über 500 Filmentwicklungslaboren weltweit sowie detaillierte Anleitungen zu verschiedenen Entwicklungsverfahren wie C-41, Schwarz-Weiß oder E-6. Ein weiterer Aspekt ist die Datenhoheit: Nutzer und Nutzerinnen können ihre gesammelten Aufzeichnungen jederzeit als PDF oder CSV exportieren.

Ein weiteres Argument für Pellica ist der datenschutzorientierte Ansatz, bei dem alle primären Daten lokal auf dem Endgerät gespeichert werden. Die App verzichtet bewusst auf Werbung und Tracking-Elemente. Eine Cloud-Synchronisierung für Backups und den geräteübergreifenden Zugriff ist als optionales Premium-Feature verfügbar. Damit positioniert sich Pellica als spannende Alternative zu manuellen Notizbüchern oder anderen Apps, die oft auf eine vollständige manuelle Eingabe aller Parameter angewiesen sind.

Der französische Entwickler hat seine Gedanken zu Pellica jüngst auch in einem Interview mit dem Fotografie-Magazin PetaPixel geteilt. Dort finden sich weitere Informationen und Einblicke zur App. Wer an der Anwendung interessiert ist, kann auch die offizielle Website zu Pellica besuchen. Für die Zukunft ist auch eine Version für Android-Smartphones geplant.

Pellica: Analoges Filmtagebuch (Kostenlos+, App Store) →

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