Bei dem Musik-Streaming-Anbieter Deezer hat sich der Anteil künstlich erzeugter Musik massiv erhöht. Nach Angaben des Unternehmens werden täglich rund 75.000 neue Titel hochgeladen, die vollständig von KI-Systemen erstellt wurden. Das entspricht mit 44 Prozent fast der Hälfte aller täglichen Uploads. Innerhalb eines Monats summiert sich dies auf mehr als zwei Millionen neue Stücke.
Die Entwicklung hat sich innerhalb kurzer Zeit beschleunigt. Anfang 2025 lag die Zahl der täglich hochgeladenen KI-Titel noch bei etwa 10.000. Parallel dazu hat Deezer nach eigenen Angaben bereits mehr als 13 Millionen solcher Titel identifiziert und entsprechend gekennzeichnet.
Trotz der großen Menge bleibt die tatsächliche Nutzung bislang gering. Nur ein kleiner Teil der Streams entfällt auf diese Inhalte. Zudem stuft Deezer einen Großteil der Abrufe als manipuliert ein und schließt diese von Vergütungen aus. Damit soll verhindert werden, dass automatisierte Inhalte die Einnahmen klassischer Künstler beeinflussen.
Kennzeichnung und Einschränkungen
Deezer setzt nach eigenen Angaben auf mehrere Maßnahmen, um mit dem wachsenden Anteil synthetischer Musik umzugehen. Bereits seit 2025 erkennt ein eigenes System KI-generierte Titel und versieht sie mit entsprechenden Hinweisen. Darüber hinaus werden diese Stücke nicht in algorithmischen Empfehlungen oder redaktionellen Playlists berücksichtigt.
Apple Music führt Transparenz-Tags für KI-Inhalte ein
Zusätzlich speichert der Dienst für solche Inhalte keine hochauflösenden Versionen mehr. Auch die Erkennungstechnologie stellt das Unternehmen inzwischen anderen Anbietern zur Verfügung. Ziel ist es, branchenweit einheitliche Standards für Transparenz und den Umgang mit KI-Inhalten zu schaffen.
Einnahmen brechen Weg
Eine Umfrage unter Nutzern zeigt, dass viele Hörer den Unterschied zwischen menschlich produzierter und künstlich erzeugter Musik kaum wahrnehmen. Gleichzeitig spricht sich eine Mehrheit dafür aus, entsprechende Inhalte klar zu kennzeichnen. Ein Teil der Befragten plädiert zudem dafür, KI-Titel nicht gemeinsam mit klassischen Produktionen in Charts zu führen.
Studien aus der Musikbranche gehen davon aus, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen erheblich sein könnten. Bis zum Jahr 2028 könnten die Einnahmen von menschlichen Musikern um ein Viertel einbrechen, wenn sich der Trend fortsetzt.
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