2026 soll Meta laut eMarketer erstmals Google bei den weltweiten Werbeeinnahmen überholen und zur Nummer eins in diesem Bereich aufsteigen. Damit gibt sich der Konzern langfristig aber nicht zufrieden. Das Wachstumsfeld CTV hat Metas Interesse auf sich gezogen. Kein Wunder, andere Tech Player bieten Kund:innen bereits CTV-Optionen an, wie neuerdings etwa Pinterest. Während Meta den eigenen Werbekosmos ausbaut und dabei stark auf KI setzt, muss der Konzern einen Rückschlag bei der KI-Optimierung der eigenen Produkte hinnehmen.
Meta soll Google 2026 erstmals bei Werbeeinnahmen überholen
© Meta, Dima Solomin – Unsplash
CTV als neues Ufer: Meta möchte Werbung außerhalb der eigenen Plattformen fördern
Mit einem prognostizierten Werbeumsatz von 243,46 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 kann sich Meta laut eMarketer an die Spitze der Werbeeinnahmen setzen. Meta setzt bereits auf ein breit gefächertes Werbeangebot über die riesigen Plattformen Facebook, Instagram, Threads und WhatsApp hinweg. Zuletzt wurden beispielsweise auch Ads auf Threads weltweit als Option für Advertiser ausgerollt, die Werbung im Updates Tab auf WhatsApp kommt ebenfalls global. Dazu kommen zahlreiche Formate in den erfolgreichen Reels, immer neue Facebook und Instagram Ads und die Advantage+ Tools, die KI-gestützte Performance-Optimierung versprechen. Die Zahl der User – über drei Milliarden pro Monat auf Facebook, Instagram und WhatsApp, über 400 Millionen monatlich auf Threads – ist für Werbetreibende bereits ein Kernfaktor bei der Budgetplanung für Social Media Ads. 2025 stieg die Zahl der Ad Impressions auf Metas Plattformen gegenüber dem Vorjahr um zwölf Prozent.
Doch auch außerhalb der eigenen Plattformen sollen künftig Ad-Angebote für mehr Umsatz sorgen. Wie Ronan Shields für Digiday berichtet, erwägt Meta den Einstieg bei Connected TV (CTV) Ads. Demnach haben unternehmensnahe Quellen bestätigt, dass der Konzern eine entsprechende Entwicklung verfolgt. Erste Meetings mit SSPs und TV-Unternehmen sollen bereits stattgefunden haben. Obwohl es noch keine offizielle Bestätigung vonseiten Metas oder etwaiger Partner:innenunternehmen gibt, wäre der Schritt eine logische Folge von Metas Werbeexpansion. Immerhin könnte der Konzern umfassende User-Daten der eigenen Plattformen für Targeting-Zwecke im großen CTV-Kosmos einsetzen, die die Performance zu optimieren versprechen.
Die Konkurrenz ist im CTV Game schon aktiv
Und Meta könnte in Konkurrenz zu anderen großen Tech Playern treten, die bereits CTV-Ad-Lösungen anbieten. Dazu gehören Google und Amazon, die laut eMarketer 2026 Rang zwei und drei bei den globalen Werbeeinnahmen für digitale Ads erreichen sollen.
Zudem liefert neuerdings Pinterest nach dem Zukauf des Unternehmens tvScientific im Dezember 2025 ab jetzt eine dedizierte Werbeplattform für CTV Ads: tvScientific by Pinterest. Damit werden die Zielgruppen Pinterests über Connected TV-Kampagnen zur Verfügung gestellt.
Und das kann sich für Werbetreibende lohnen, immerhin ist die Plattform mit inzwischen mehr als 619 Millionen monatlich aktiven Usern eine Inspirationsumgebung, die auch Kaufintentionen und Produktsuchen im Zentrum hat.
Wie relevant Ads im Bewegtbildkontext längst sind, untermauern nicht nur die immensen Einnahmen, die Meta und Google über Werbung in Reels und YouTube-Videos (auch Shorts) machen, sondern ebenso die Umsätze, die Amazon mit Prime Video Ads macht, oder die Netflix für das eigene Werbemodell erwartet – immerhin über drei Milliarden US-Dollar in diesem Jahr. Zuletzt ermöglichte das Streaming-Unternehmen den Einkauf der Werbung über die Amazon DSP, wo neuerdings auch noch Amazons Shopping-Daten für ein Super Audience Match genutzt werden können.
AI Support soll Werbung bei Meta fördern – Manus AI-Veto macht Sorgen
Das gesamte Werbesystem möchte Meta derweil mithilfe der eigenen KI-Technologie stetig optimieren, auch für die Advertiser. Darauf deuten nicht nur zahlreiche Optionen aus dem KI-gestützten Bereich Advantage+ hin, sondern ebenso der Plan, ganze Kampagnen vollautomatisch durchführen zu können. Im Herbst 2025 führte Meta überdies eine KI-Unterstützung für Werbetreibende ein, die in Form des neuen Meta AI Business Assistants zunächst für kleine Unternehmen in den USA verfügbar war. Das Tool liefert unmittelbaren Account Support und stellt personalisierte Insights, Performance Benchmarks und Optimierungsvorschläge für Advertiser bereit. Damit korreliert es beispielsweise mit den neuen KI-gestützten Automatisierungen für das Meta Pixel und die Conversions API, die für noch bessere Werbeleistungen sorgen sollen. Inzwischen hat Meta die globale Betaerweiterung des Meta AI Business Assistants für Werbetreibende und Agenturen in wichtigen internationalen Märkten angekündigt – unabhängig von ihrer Größe.
Seit Anfang des Jahres sollte zudem das von Meta für rund zwei Milliarden US-Dollar übernommene Unternehmen Manus AI die KI-Technologie des Konzerns bereichern. Manus AI wurde als relevanter Player für die Entwicklung autonomer KI-Agents gekauft und sollte bei der Meta AI und anderen Diensten unterstützen. Die Fähigkeiten hätten nicht zuletzt die Werbeoptimierung in Bezug auf agentische Entwicklungen fördern können. Doch jetzt hat die chinesische Regulierungsbehörde ein verspätetes Veto gegen die Übernahme eingelegt, wie unter anderem die BBC berichtet.
Obwohl Manus AI inzwischen in Singapur ansässig ist, unterliegt es als in China gegründetes Unternehmen den chinesischen Behörden. Diese fordern jetzt, dass Manus AI wieder von Meta getrennt wird. Das könnte sich indes als schwierig erweisen, da die Technologien und das Personal bereits umfassend in Metas Ökosystem integriert sind. Meta geht gegen den Einwand aus China vor. Im Hintergrund der Auseinandersetzung dürfte nicht zuletzt die angespannte politische Situation zwischen China und den USA stehen, in der die Weitergabe von wertvollen Tech-Entwicklungen zuweilen zum politischen Druckmittel avanciert.
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Meta AI Business Assistant wird weltweit mit weiteren Sprachen ausgerollt
© Greg Bulla – Unsplash via Canva
