Amazon ist hinter Meta und Google die Nummer drei, wenn es um globale Werbeeinnahmen im Digitalraum geht. Der Konzern soll 2026 laut eMarketer mit über 82 Milliarden US-Dollar Werbeeinkünften neun Prozent Marktanteil erreichen. Doch während die Ad-Einnahmen im vierten Quartal 20925 auf rund 21,3 Milliarden US-Dollar kamen, generierte der Bereich AWS gar 35,6 Milliarden US-Dollar. Neben dem Geschäft mit Online Stores und Third Party Sellern ist dieser Bereich eine zentrale Umsatzsäule. Millionen User setzen auf AWS und können jetzt auf eine dedizierte Desktop App für den AI Assistant Amazon Quick zugreifen. Diese soll als persönliche Assistenz an einem Ort das KI-gestützte Kreieren wichtiger Dokumente, Apps und Dashboards ermöglichen. Dabei ist die Integration von Inhalten aus populären Arbeitsumgebungen wie Google Workspace, Salesforce und Co. möglich. Passend zum AI-Fortschritt erweitern AWS und OpenAI die strategische Zusammenarbeit, sodass OpenAIs neueste Modelle und der Coding Agent Codex zu AWS kommen. Außerdem werden Amazon Bedrock Managed Agents von dem KI-Unternehmen unterstützt.
Mit Bedrock launcht Amazon jetzt eine eigene KI-Plattform
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Das kann Amazon Quick für AWS in der Desktop App
Die KI-Assistenz Amazon Quick arbeitet für User mit lokalen Dateien, reagiert auf Details aus verknüpften Apps wie dem Kalender, dem Mail-Bereich und Workspace Apps und ermöglicht personalisierte Arbeitsvorgänge basierend auf individuellen Inhalten und Vorgaben. Jetzt erhält der Bereich eine dedizierte Desktop App sowie neue Einsatzoptionen.
Jigar Thakkar, Amazons Vice President für Agentic AI for Business und Amazon Quick, erklärt in seinem Text zur Neuerung:
The Quick desktop app, combined with new content creation capabilities and connectors launching today, will enable a rapid evolution of AI in the workplace. When AI knows you, your team, and your company, it can become an intelligent assistant that turns questions into answers, answers into actions, and actions into outcomes.
Amazon Quick soll wie viele andere AI Tools, die derzeit für User bereitgestellt werden, auf dem Desktop app-übergreifend und im Kontext der Arbeitsschritte einzelner User agieren. Hierbei ist die Verknüpfung diverser Dienste von Belang. In Tools wie Slack und Teams, Outlook und Gmail, Salesforce und ServiceNow oder Asana und Jira arbeitet der AI Assistant. Zudem können User Microsoft 365, Google Workspace, Dropbox, Airtable und Co. anschließen, um wichtige Arbeitsdetails einspeisen zu können. Darüber hinaus kann Amazon Quick browser-basiert arbeiten und an Developer Tools angeschlossen werden, etwa Claude Code.
Wer Amazon Quick etwas fragt, soll eine fundierte Antwort auf Basis aller verfügbaren verknüpften Daten erhalten. All diese Informationen, Anfragen und Interaktionen helfen dann dabei, einen personalisierten Knowledge Graph zu kreieren. Darin sind Kontakte im Team und Projektbezüge ebenso integriert wie Arbeitspräferenzen und Brand Guidelines – etwa zum Designstil. In Shared Spaces können Teams über Dashboards und Agents zusammenarbeiten. Das kann in diversen Arbeitskontexten helfen, etwa im Salesbereich, wie Thakkar demonstriert:
For example, whenever a sales rep closes a new deal, they need to send a note to multiple people across the company, including their direct manager, leadership, marketing, and customer success. When the rep asks Quick to draft their next customer win note, it can pull from its “long-term memory” to include all the relevant stakeholders, pull details about the win for the email from a message the rep sent last week, and create action items for their team based on what they’ve done for previous clients […].
Neue Kreationsoptionen für Amazon Quick
Um Quick noch nützlicher zu gestalten, hat Amazon einige Updates für das KI-Tool vorgestellt. So können User neuerdings in einer Preview-Version Apps, Dashboards und Websites erstellen, die an ihrem eigenen Business ausgerichtet sind. Dazu reicht das Prompting mit natürlicher Sprache, die KI sammelt dann relevante Dateien und Daten ein. Und Programmierkenntnisse sind nicht nötig.
Überdies können User mit Amazon Quick jetzt verschiedene Dateien wie Präsentationen und Infografiken oder Bilder erstellen, ebenfalls über Prompts im Chat Interface. Damit lassen sich beispielsweise neue Produkte, die via Amazon verkauft werden sollen, visuell vorstellen und für Pitches aufbereiten.
Binnen weniger Minuten können User mit ihrer E-Mail einen Quick Account erstellen und auf Amazons innovative KI-Unterstützung bauen.
AI Support von OpenAI: Neue Modelle, Agents und Codex
Für noch bessere KI-Erlebnisse im Bereich AWS und Bedrock – Amazons eigene KI-Plattform – erweitert der Konzern die strategische Zusammenarbeit mit OpenAI.
Im Rahmen dieser Erweiterung sollen drei Kernbereiche optimiert werden.
OpenAIs neuste Modell stehen für AWS bereit
Der Coding Agent Codex kommt zu AWS
OpenAI unterstützt technisch die Amazon Bedrock Managed Agents
Demnach ist das neue und bisher beste OpenAI-Modell GPT-5.5 jetzt bei AWS und Amazon Bedrock integriert. Kund:innen können via AWS mit diesem und weiteren OpenAI-Modellen arbeiten. Außerdem lässt sich Codex, bei OpenAI inzwischen schon von mehr als vier Millionen Usern pro Woche genutzt, direkt über Bedrock und AWS einsetzen. Die Möglichkeiten sind vorerst aber auf eine limitierte Preview begrenzt. Des Weiteren können Unternehmen und Organisationen jetzt Amazon Bedrock Managed Agents erstellen, die OpenAI unterstützt. Diese Agents setzen auf das Wissen aus den Unternehmen, können mehrstufige Aufgaben übernehmen und eigenständig handeln.
AI Agents erhalten Zugriff auf Amazon Ads API
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