Die Europäische Kommission erhöht den Druck beim Thema Altersverifikation. Nach der Vorstellung eines technischen Konzepts und ersten Sicherheitsanalysen fordert Brüssel die Mitgliedstaaten nun auf, die angekündigte Anwendung noch in diesem Jahr breit verfügbar zu machen. Damit konkretisiert sich der Zeitplan deutlich schneller als bislang erwartet.

Bereits Mitte April hatte die Kommission eine App-Lösung präsentiert, mit der Nutzer ihr Alter nachweisen können, ohne persönliche Daten offenzulegen. Kurz darauf zeigten erste unabhängige Prüfungen jedoch technische Schwächen auf. Diese sollen bis zur breiten Einführung behoben werden.

Rollout bis Jahresende vorgesehen

In einer aktuellen Empfehlung ruft die Kommission die Mitgliedstaaten dazu auf, die Altersprüfungs-App bis Ende 2026 bereitzustellen. Nationale Behörden können dabei entscheiden, ob sie eine eigenständige Anwendung anbieten oder die Funktion direkt in bestehende Systeme integrieren. Dazu zählt insbesondere die geplante europäische Digital-Wallet, die ohnehin verschiedene Nachweise bündeln soll.

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Technisch basiert die Lösung weiterhin auf dem bekannten Prinzip. Nutzer bestätigen lediglich, dass sie eine bestimmte Altersgrenze überschreiten. Weder das genaue Geburtsdatum noch weitere Identitätsdaten werden übermittelt. Die Umsetzung erfolgt auf Basis eines gemeinsamen Bauplans, den die Mitgliedstaaten anpassen können.

Parallel dazu soll eine europaweite Infrastruktur entstehen. Geplant sind Listen vertrauenswürdiger Anbieter, die Altersnachweise ausstellen dürfen. Diese könnten etwa über Ausweisdokumente oder digitale Identitäten prüfen, ob ein Nutzer die erforderliche Altersgrenze erreicht hat.

Auf Basis der EU-Digitalgesetze

Der Vorstoß steht im direkten Zusammenhang mit dem Gesetz über digitale Dienste. Dieser verpflichtet Plattformbetreiber dazu, Minderjährige besser vor ungeeigneten Inhalten zu schützen. Altersprüfungen gelten dabei als ein möglicher Baustein, etwa beim Zugriff auf Glücksspielangebote oder Inhalte für Erwachsene.

Die Kommission betont, dass die Verfahren nicht nur zuverlässig, sondern auch datensparsam und diskriminierungsfrei sein müssen. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass Nutzer über verschiedene Dienste hinweg verfolgt werden können.

Mit der neuen Empfehlung setzt die Kommission nun einen klaren Rahmen für die nächsten Schritte. Die Mitgliedstaaten sollen konkrete Umsetzungspläne erarbeiten und eng zusammenarbeiten, um eine einheitliche Nutzung in der EU zu ermöglichen. Eine EU-weite Altersprüfung ab Anfang 2027 scheint damit halbwegs realistisch.

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