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Die OMR 2026 hat Hamburg wieder in den Ausnahmezustand versetzt: 70.000 Besucher, ausgebuchte Hotels und ein Programm, das von KI-Politik bis Autoscootern reichte. Doch wie viel Fachmesse steckt noch im größten Digitalfestival Europas? Wir waren vor Ort und haben erlebt, wo die OMR echte Substanz liefert und wo sie zur reinen Markeninszenierung wird.

Wie dominant war KI auf der OMR 2026 wirklich?

Das unangefochtene Kern-Thema auf der OMR 2026 war wie die letzten Jahre schon Künstliche Intelligenz, das nahezu jede Debatte in den Hallen prägte. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) nutzte seine Eröffnungsrede für einen dringlichen Appell zur digitalen Unabhängigkeit Deutschlands. Er forderte, dass Deutschland bei Cloud-Systemen, Sprachmodellen und KI-Plattformen massiv aufholen müsse, um die Souveränität gegenüber ausländischen Anbietern zu sichern.

Die Expo-Halle der OMR 2026. (Bild: BASIC thinking)

Dass dies kein reiner Pessimismus ist, unterstrich er mit dem Hinweis auf ein Wachstum von 30 Prozent bei Start-ups im Vergleich zum Vorjahr, das maßgeblich durch KI-Innovationen getrieben wurde. Auch Experten wie Scott Galloway und Signal-Chefin Meredith Whittaker lieferten auf den Bühnen tiefere Einblicke in die Transformation der Arbeitswelt durch intelligente Systeme.

Autoscooter, Vapes und Energy Breaks: Ist die OMR noch eine Messe?

Kritische Stimmen könnten anführen, dass die OMR mittlerweile eher einem Jahrmarkt gleicht als einer Business-Veranstaltung. Die Tabak-Industrie war in diesem Jahr mit Marken wie Lucky Strike präsent und an fast jeder Ecke des Geländes wurden den Teilnehmern Vapes angeboten. Porsche sorgte für Aufsehen, indem das Unternehmen einen kompletten Autoscooter vom Hamburger Dom mietete und den Besuchern kostenlos zur Verfügung stellte.
Porsche hatte sich einen ganzen Autoscooter vom Hamburger Dom gemietet. (Bild: BASIC thinking)
Sogar die größte Bühne, die „Conference Stage“, stand ganz im Zeichen des Sponsorings: Red Bull taufte die Pausen zwischen den Panel-Talks kurzerhand in „Energy Breaks“ um und versorgte das Publikum mit Gratis-Drinks aus bereitgestellten Kühlschränken. Man kann diesen Event-Charakter als Ablenkung kritisieren, doch hier bewahrheitet sich das OMR-Motto: Wer den Fokus auf das Business legen will, findet in den zahlreichen Masterclasses zu E-Commerce und Influencer-Marketing weiterhin tiefes Fachwissen. Die Kirmes-Elemente sind lediglich ein Angebot für diejenigen, die das Festival-Feeling suchen.

Klitschkos Ukraine-Appell und ein Promi-Programm von Brady bis Klum

Abseits der glitzernden Markeninszenierung gab es Momente von bemerkenswerter inhaltlicher Schwere. Ein emotionaler Höhepunkt war der Auftritt von Wladimir Klitschko, der im Gespräch mit Bild-Vize Paul Ronzheimer eindringlich zur weiteren Unterstützung der Ukraine aufrief. Er mahnte die tausenden Zuhörer, nicht wegzuschauen, da der Krieg mitten in Europa stattfinde.

Emotionaler Höhepunkt: Wladimir Klitschko bittet die Gäste, die Ukraine nicht zu vergessen. (Bild: BASIC thinking)

Dieser Ernsthaftigkeit stand das gewohnt dichte Aufgebot an globalen Superstars gegenüber: Von Football-Legende Tom Brady über Heidi Klum bis hin zu Bill Kaulitz war die Promi-Dichte gewohnt hoch. Das Abendprogramm mit Künstlern wie Mark Forster, SSIO und Oli. P sorgte schließlich für den Abschluss eines Messetages, im typischen Festival-Charakter eben.

Was du aus der OMR mitnimmst, entscheidest du selbst

Die OMR 2026 ist ein Mammut-Event, das die Stadt Hamburg logistisch an ihre Grenzen bringt – volle Züge und ausgebuchte Hotels zu Spitzenpreisen gehören mittlerweile zum Standardprogramm. Sicherlich kann man die zunehmende Kommerzialisierung und die Dominanz von Lifestyle-Themen hinterfragen.

Doch am Ende bietet die OMR eine Plattform, die in Europa ihresgleichen sucht. Ob man seine Zeit nun mit Autoscooter-Fahren und Gratis-Vapes verbringt oder die politischen und technologischen Impulse für das eigene Business nutzt, bleibt jedem selbst überlassen. Die OMR ist eben genau das, was du daraus machst.

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