Der Batteriehersteller Varta verliert seinen wichtigsten Kunden im Geschäft mit kleinen Lithium-Ionen-Zellen. Apple wird ab Herbst 2026 keine sogenannten CoinPower-Knopfzellen mehr aus der Produktion im bayerischen Nördlingen beziehen. Die Batterien kommen bislang vor allem in den AirPods zum Einsatz. Für den Standort hat die Entscheidung weitreichende Folgen.

Nach Angaben des Unternehmens steht die spezialisierte Fertigung in Nördlingen damit vor dem Aus. Rund 350 Arbeitsplätze sind betroffen. Auch in der Zentrale im baden-württembergischen Ellwangen sollen Stellen wegfallen. Varta spricht von einschneidenden Konsequenzen und kündigt Gespräche mit dem Betriebsrat an.

Abhängigkeit von Apple als Risiko

Die kleinen wiederaufladbaren Knopfzellen galten lange als eines der Schlüsselprodukt des Unternehmens. Varta hatte die Fertigung in den vergangenen Jahren stark ausgebaut, nachdem Apple hohe Stückzahlen für seine drahtlosen Ohrhörer nachfragte. Die dafür aufgebauten Produktionslinien wurden mit Krediten finanziert und offenbar fast ausschließlich auf diesen Kunden ausgerichtet.

Bereits 2022 geriet das Unternehmen dadurch unter Druck. Damals ließ die Nachfrage nach AirPods nach und Apple verteilte Aufträge auf mehrere Zulieferer. Die Auslastung der Anlagen sank deutlich. Zeitgleich bereitete Apple bereits die nächste Generation seiner Ohrhörer vor.

Nun endet die Zusammenarbeit offenbar vollständig, obwohl alle unter Hochruck an neuen AirPods-Modellen arbeitet. Nach Informationen aus dem Unternehmensumfeld setzt Apple künftig auf andere Anbieter. In Branchenkreisen wird davon ausgegangen, dass vor allem der Preis den Ausschlag gegeben hat.

Varta verliert 350 Jobs

Die Entscheidung steht im Kontrast zu Apples bisherigen Aussagen über seine Rolle als Arbeitgeber und Auftraggeber in Europa. Der Konzern hatte in den vergangenen Jahren wiederholt auf Investitionen und geschaffene Arbeitsplätze in Deutschland und Europa verwiesen, zuletzt etwa beim Ausbau seines Chip-Design-Zentrums in München. Die Fertigung in Nördlingen war über Jahre eng auf die Anforderungen Apples zugeschnitten worden.

Nach Angaben der F.A.Z. hatte Firmenchef Michael Ostermann noch im vergangenen Jahr erklärt, dass die Lithium-Ionen-Technik ein zentraler Baustein für die Zukunft des Unternehmens bleiben solle. Die CoinPower-Zellen galten dabei als technologisch anspruchsvolles Produkt mit hoher Energiedichte auf engem Raum.

Mit Dank an Ehssan!

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