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Hunderte Energiespeicher könnten in Bayern überschüssigen Solar- und Windstrom speichern und so die Strompreise senken. Doch allein im Raum München stecken mehr als 200 Projekte in der Warteschleife beim Netzbetreiber. Die Folge: Verbraucher zahlen weiterhin für teuren Gasstrom in den Abendstunden. Wer die Blockade verursacht, was sie kostet und welche Lösungen es gibt. Ein Überblick.
Wind und Sonne produzieren Strom oft nicht genau dann, wenn Haushalte ihn im Alltag benötigen. Um diese Schwankungen auszugleichen, sind große Batteriespeicher laut Fachleuten eine gute Ergänzung für das Gelingen der Energiewende. Doch allein im Raum München (€) warten aktuell mehr als 200 solcher Projekte auf eine Genehmigung durch den zuständigen Netzbetreiber.
Bundesweit lag die Zahl der unbewilligten Anfragen Ende 2025 bei knapp 10.000. Georg Gallmetzer, Geschäftsführer des Unternehmens Eco Stor, erklärt, dass sich das Geschäftsmodell für Großbatterien inzwischen wirtschaftlich rechne. Früher habe es kaum Entwicklungen gegeben, doch nun sei die Technik bereit, um die Kosten für Stromkunden dauerhaft zu senken. Gallmetzer dazu:
Bis 2020 gab es fast keine Entwicklungen im Bereich Batterie-Großspeicher, weil es sich nicht so gerechnet hat. Aber jetzt funktioniert das Geschäftsmodell.
Energiespeicher: Kapazitätsgrenzen in Bayerns Stromnetz
Der Netzbetreiber Bayernwerk Netz GmbH rechtfertigt die langsame Bearbeitung der Anträge mit einer massiven Antragswelle. Die angefragte Leistung sei innerhalb weniger Jahre von etwa 1.000 Megawatt auf rund 80.000 Megawatt zu Beginn des Jahres 2026 angestiegen. Ein unkontrollierter Anschluss all dieser Speicher würde die heutige Lastspitze im Netzgebiet laut Unternehmen um ein Vielfaches übersteigen.
Bayernwerk gibt zudem zu bedenken, dass die Speicher oft rein nach betriebswirtschaftlichen Anreizen betrieben werden. Dies könne das Stromnetz in bestimmten Wettersituationen zusätzlich belasten, anstatt es zu stabilisieren. Ohne klare Regeln für die Steuerung könne man die Anlagen daher nicht uneingeschränkt in das bestehende System integrieren.
Was fehlende Speicher die Stromkunden jeden Abend kosten
Die Zögerlichkeit bei den Genehmigungen kostet die Stromkunden laut Gallmetzer bereits jetzt bares Geld. Solange zu wenige Speicher vorhanden seien, müsse in den Abendstunden oft teurer Strom aus Gaskraftwerken hinzugekauft werden. Paradox: Zudem können Batterien verhindern, dass Wind- und Solarparks bei Überproduktion gegen hohe Entschädigungszahlungen abgeschaltet werden müssen und dadurch sogar die Stromnetze entlasten.
Gallmetzer betont, dass die Speicher als Puffer dienen und einen teuren Ausbau der Stromleitungen teilweise ersetzen könnten. Besonders die Versorgungslücke zwischen 17 und 22 Uhr lasse sich mit der Batterietechnik effizient schließen. Die Kosten für Gaskraftwerke und Entschädigungen würden letztlich von den Stromkunden getragen.
Genossenschaft in Freising macht vor, wie es funktioniert
Im Landkreis Freising zeigt die Bürgerenergiegenossenschaft Freisinger Land, dass Anschlüsse unter anderen Bedingungen möglich seien. Andreas Henze, einer der Vorsitzenden der Genossenschaft, berichtet von einem Speicher in Marzling, der demnächst mit einer Kapazität von fünf Megawattstunden ans Netz gehen soll.
Dort sei der Prozess relativ unkompliziert verlaufen, allerdings handele es sich auch nicht um das Netzgebiet von Bayernwerk. Henze kritisiert, dass man die aktuelle Entwicklung bereits vor Jahren hätte voraussehen können. Es sei technisch möglich, vertraglich festzulegen, wann Speicher geladen werden dürfen, um das Netz nicht zu überfordern. Klare Regeln für einen netzneutralen Betrieb könnten die Blockade in Bayern lösen und für günstigere Preise sorgen.
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