Plex erweitert seine Plattform um eine Reihe neuer sozialer Funktionen. Künftig sollen Nutzer nicht nur Filme und Serien entdecken, sondern sich auch stärker miteinander austauschen können. Geplant sind öffentliche Diskussionen, kommentierbare Listen, persönliche Empfehlungssysteme und Benachrichtigungen zu Filmen, Serien und Schauspielern.
Auf den ersten Blick wirken die angekündigten Neuerungen wie ein weiterer Ausbau der bereits vorhandenen Such- und Watchlist-Funktionen. Betrachtet man die Entwicklung der vergangenen Jahre, zeichnen sie jedoch ein größeres Bild. Plex scheint sich zunehmend von seinen Ursprüngen als Medienserver für private Sammlungen zu lösen und entwickelt sich Schritt für Schritt zu einer Plattform für Unterhaltungsempfehlungen und soziale Interaktion.
Lange Zeit war Plex vor allem bei Nutzern beliebt, die Filme, Serien und Musik auf NAS-Systemen oder Heimservern verwalteten und diese Inhalte auf Fernseher, iPhone oder Streaming-Boxen übertragen wollten. Diese Nutzergruppe bildete das Fundament des Dienstes, scheint jedoch zunehmend in Vergessenheit zu geraten und zu Alternativen wie Jellyfin abzuwandern.
Vom Medienserver zur Streaming-Plattform
Bereits in den vergangenen Jahren integrierte Plex eigene Streaming-Inhalte, Leih- und Kaufangebote sowie Suchfunktionen über verschiedene Streaming-Dienste hinweg. Hinzu kamen zentrale Watchlists, die Inhalte unterschiedlicher Anbieter zusammenführen. Statt ausschließlich die eigene Mediensammlung zu verwalten, positionierte sich Plex zunehmend als zentrale Anlaufstelle für die Suche nach Filmen und Serien.
Die nun angekündigten Funktionen passen in diese Entwicklung. Nutzer können bereits heute eigene Listen mit Filmen, Serien und Episoden erstellen und teilen. Später sollen sich auch Listen anderer Plattformen importieren lassen. Zudem plant Plex die Möglichkeit, auf Listen von Freunden mit Kommentaren und Reaktionen zu antworten.
Noch im Laufe dieses Monats sollen außerdem öffentliche Diskussionsbereiche starten. Nutzer können dann direkt auf den Seiten von Filmen, Serien, Staffeln oder einzelnen Episoden miteinander diskutieren. Später sollen auch Bilder in Kommentaren unterstützt werden.
Umbau nach Preiserhöhungen
Besonders deutlich wird die neue Ausrichtung beim geplanten Empfehlungssystem. Plex arbeitet an einer Funktion, die anhand bisheriger Bewertungen und des Nutzungsverhaltens vorhersagen soll, wie gut ein Film oder eine Serie zum persönlichen Geschmack eines Nutzers passt. Ergänzend dazu sollen emotionale Reaktionen eingeführt werden, die über klassische Sternebewertungen hinausgehen.
Auch Benachrichtigungen werden künftig eine größere Rolle spielen. Nutzer können Aktivitäten rund um Filme, Serien, Schauspieler oder Listen verfolgen und sich über neue Entwicklungen informieren lassen.
Die Ankündigung erfolgt nur wenige Wochen nach mehreren Preisänderungen. Anfang Juni verteuerte Plex den Remote Watch Pass für den Fernzugriff auf private Videobibliotheken. Kurz darauf kündigte das Unternehmen an, den Preis des lebenslangen Plex Pass ab Juli von bislang 250 auf 750 US-Dollar anzuheben.
Während traditionelle Serverfunktionen damit teurer werden, investiert Plex gleichzeitig sichtbar in soziale Funktionen und die Entdeckung neuer Inhalte. Die Plattform orientiert sich damit zunehmend an Diensten wie Letterboxd oder Trakt.tv und entfernt sich weiter von ihrer ursprünglichen Rolle als Werkzeug für private Mediensammlungen.
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