Der Wettlauf um die Zeit nach dem Smartphone nimmt Fahrt auf. Mit den neuen „Specs“ hat Snap eine Augmented-Reality-Brille vorgestellt, die viele Funktionen vereint, über die die Branche seit Jahren spricht. Die Brille blendet digitale Inhalte direkt ins Sichtfeld ein, arbeitet mit KI-Unterstützung und kommt ohne zusätzliches Smartphone oder externes Rechenmodul aus. Der Preis in Europa liegt bei 2.295 Euro.

Snap positioniert die Specs als eigenständigen Computer für den Alltag. Nutzer sollen Navigationshinweise sehen, Übersetzungen in Echtzeit erhalten, virtuelle Bildschirme öffnen oder KI-Hilfen direkt im Sichtfeld nutzen können. Statt ständig auf ein Smartphone zu schauen, erscheinen Informationen dort, wo sie benötigt werden.

Technisch setzt Snap auf transparente Displays mit einem Sichtfeld von 51 Grad. Die Darstellung entspricht laut Hersteller einem großen virtuellen Monitor oder einer Kinoleinwand. Zwei Snapdragon-Prozessoren übernehmen die Berechnung von AR-Inhalten und die Auswertung der Umgebung. Gesteuert wird die Brille über Handbewegungen, Spracheingaben und die integrierten Sensoren.

Zwischen KI-Brille und Vision Pro

Der Markt für tragbare Computer befindet sich derzeit in einer Übergangsphase. Einfache KI-Brillen wie die Modelle von Meta und Ray-Ban sind vergleichsweise leicht und alltagstauglich, bieten bislang aber nur begrenzte AR-Funktionen. Headsets wie Apples Vision Pro liefern deutlich mehr Leistung, sind jedoch größer und für den Dauereinsatz unterwegs nur eingeschränkt geeignet.


Genau zwischen diesen beiden Kategorien will Snap seine neue Brille platzieren. Mit einem Gewicht von rund 130 Gramm bleibt die Specs deutlich näher an einer klassischen Brille als an einem Headset. Gleichzeitig soll sie umfangreichere AR-Funktionen bieten als die bisher verfügbaren KI-Brillen.

Dass Meta den Markt ernst nimmt, zeigt der kontinuierliche Ausbau seiner Brillenfamilie. Zuletzt stellte das Unternehmen sogar Modelle mit integriertem Display vor, die erste Informationen direkt im Sichtfeld anzeigen können.

Apple und OpenAI arbeiten an ähnlichen Ideen

Auch Apple wird seit Jahren mit intelligenten Brillen in Verbindung gebracht. Erst vor wenigen Monaten berichteten wir über Hinweise auf eine eigene Brille, die mit Kameras, Mikrofonen und KI-Funktionen ausgestattet sein soll.

Parallel dazu arbeitet OpenAI gemeinsam mit dem ehemaligen Apple-Chefdesigner Jony Ive an neuen Geräteklassen, die ausdrücklich als mögliche Nachfolger heutiger Smartphones beschrieben werden. Über entsprechende Pläne hatten wir bereits berichtet. Zuletzt kursierten sogar Hinweise auf ein eigenes OpenAI-Smartphone, das klassische Apps durch KI-Agenten ersetzen könnte.

Ob sich Smart Glasses tatsächlich als Nachfolger des Smartphones etablieren, bleibt offen. Mit den Specs liefert Snap jedoch das bislang vollständigste Konzept einer AR-Brille, die nicht nur demonstriert, was technisch möglich ist, sondern als eigenständiges Produkt verkauft wird.

Event-Stream: Die Specs-Vorstellung auf YouTube

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