Apple sorgt schon wieder für Schlagzeilen. Diesmal nicht wegen einer Preiserhöhung, sondern wegen eines weiteren prominenten Abgangs. Wie das Wirtschaftsmagazin Bloomberg berichtet, verlässt Paul Meade, bislang verantwortlich für die Vision Pro sowie für die kommende Smart-Brille des Konzerns, den Cupertino-Riesen und wechselt zur Konkurrenz: zu OpenAI. Damit reißt die Reihe namhafter Talente, die sich in Richtung des KI-Unternehmens verabschieden, nicht ab.

Eine Karriere mit vielen Stationen

Meade ist alles andere als ein Neuling im Apple-Kosmos. Bereits seit 2010 gehört er zur Belegschaft und durchlief dabei unterschiedliche Abteilungen, bevor er 2017 schließlich in der sogenannten „Vision Products Group“ landete. Dort übernahm er zunächst die Leitung des Hardware-Entwicklungsteams für die Vision Pro, ehe ihm 2019 die gesamte technische Verantwortung für die Sparte übertragen wurde. Den endgültigen Aufstieg an die Spitze der gesamten Gruppe schaffte er erst, als sein Vorgänger Mike Rockwell die Zügel übernahm, um künftig das KI-Update von Siri voranzutreiben. Eine Aufgabe, die Rockwell offenbar wichtiger erschien als das Headset-Geschäft.

In den vergangenen Monaten konzentrierte sich Meades Arbeit zunehmend auf ein anderes Zukunftsprojekt: die smarte Brille, mit der Apple den Anschluss an Konkurrenten wie Meta und dessen Ray-Ban-Modelle nicht verlieren möchte.

Spätestens in der kommenden Woche soll Meade seinen Schreibtisch in Cupertino räumen, um anschließend bei OpenAI durchzustarten. Dort wird er sich der Hardware-Sparte anschließen und an neuen KI-Geräten mitwirken. Seine bisherigen Aufgaben bei Apple übernimmt derweil Fletcher Rothkopf, der zuvor für das Produktdesign von Vision Pro und Smart-Brille zuständig war und somit bereits tief in der Materie steckt.

OpenAI baut seine Ex-Apple-Truppe weiter aus

Besonders bemerkenswert: Meade reiht sich keineswegs als Einzelkämpfer in die Reihen von OpenAI ein. Schon vorher hatten ehemalige Apple-Köpfe wie Jony Ive, Tang Tan und Evans Hankey den Sprung zum KI-Unternehmen gewagt. Für Apple bedeutet diese Entwicklung also nicht nur den Verlust einzelner Talente, sondern den schleichenden Aufbau eines regelrechten Gegenpols aus früheren eigenen Spitzenkräften.

Ob sich dieser Trend fortsetzt oder Apple gegensteuern kann, bleibt abzuwarten. Fest steht jedenfalls: Der Druck im Wettbewerb um die klügsten Köpfe der Branche dürfte so schnell nicht nachlassen.

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