Mitarbeitende von The Verge haben Ende Oktober einem internen X Meeting beigewohnt und eine vollständige Mitschrift dessen veröffentlicht. Elon Musk und Linda Yaccarino, die seit Juni 2023 als CEO bei X fungiert, leiteten das Meeting und sprachen über die Ziele und Veränderungen, die den einstigen Kurznachrichtendienst erwartet.

Musks Ambitionen, X in eine Everything App zu verwandeln, sind durch jüngste Update-Ankündigungen deutlich sichtbar. Features wie Audio- und Videoanrufe zielen darauf ab, den Nutzer:innen weit mehr als nur Nachrichten und X Posts (zuvor Tweets) zu bieten.

Inspiriert von der App WeChat, die in China soziale Medien, digitale Zahlungen und vieles mehr in einer einzigen App vereint, soll X weitreichende neue Features bekommen und so den großen Plattformen Konkurrenz machen.

Konkurrenz für LinkedIn, Facebook und Co.

Mit X Hiring sollen Unternehmen künftig Vakanzen auf der Plattform veröffentlichen und Bewerbungen sowie die Kommunikation mit potenziellen Kandidat:innen direkt über X abwickeln. Zusätzlich dazu soll es in naher Zukunft möglich sein, Video-Live-Streams auf X zu übertragen.

Geplant sind außerdem Zahlungsmöglichkeiten über die Plattform. Schon im Juli 2023 sicherte sich X in den USA Geldtransmitterlizenzen. Einen Zeitpunkt für die Einführung gibt es nicht, da noch auf weitere Genehmigungen gewartet wird. Musk deutet darauf hin, dass es sich nicht nur um reine Überweisungsmöglichkeiten handeln wird, sondern die Nutzer:innen mehr erwarten können:

When I say payments, I actually mean someone’s entire financial life. When I say payments, I actually mean someone’s entire financial life. If it involves money, it’ll be on our platform — money or securities or whatever.

Des Weiteren plant Musk, X auch zu einer Plattform für Dating-Dienste zu entwickeln. Dieses Feature befindet sich momentan noch in der Entwicklung. In den jüngsten Ankündigungen wurde auch ein neues Premium Plus-Abonnement für X eingeführt, das Abonnent:innen die Möglichkeit gibt, für 16 US-Dollar pro Monat zusätzliche Vorteile zu nutzen.

introducing Premium+

– no ads in For You or Following
– largest boost for your replies (vs other Premium tiers or unverified users)
– access to our full suite of creator tools

now available on Web

subscribe here → https://t.co/Ywvyijo9CQ

— Premium (@premium) October 27, 2023

Der Premium Plus-Plan beinhaltet nicht nur den größten Antwort-Boost, sondern entfernt auch Werbung aus den Feeds „Für dich“ und „Folge ich“. Er baut auf den Vorteilen des Premium-Tarifs von X auf, der unter anderem die Option zum Bearbeiten von X Posts und längere Beiträge bietet. Für Nutzer:innen, die nach einer erschwinglicheren Option suchen, gibt es auch ein neues Basic-Abonnement für drei US-Dollar pro Monat. Dieses Abo beinhaltet nur einen kleinen Antwort-Boost, bietet kein blaues Häkchen und keinen Zugang zum Media-Studio von X. Außerdem kann Werbung nicht entfernt werden.

Ein weiteres vielversprechendes Feature ist ein Rich-Text-Editor, der es den Usern ermöglichen soll, umfangreiche Inhalte zu erstellen und zu teilen.

NEWS: Elon confirms that X will soon release a full feature-rich text editor comparable to other writing and newsletter platforms.

You will be able to publish longform pieces, even up to an illustrated novel with video, onto this platform. pic.twitter.com/GirZumJ96t

— X News Daily (@xDaily) November 1, 2023

Dies erinnert an ein ähnliches Feature, welches Anfang 2023 abgeschafft wurde. Publisher und Autor:innen hatten nach dem Twitter-Erwerb der Newsletter-Plattform Revue die Möglichkeit, ihre Accounts zu monetarisieren, indem sie ihre Newsletter in ihren Timelines platzierten – etwa per Newsletter Button im Profil. Das neu geplante Feature des Rich-Text-Editors erinnert an Schreib- und Newsletter-Plattformen und könnte die Nutzung von X für Content-Ersteller:innen noch attraktiver machen. Zu den weiteren Umwälzungen gehört auch, dass die Plattform das Feature Circles wieder einstellt.

Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich X zu einem ernsthaften Konkurrenten für Dienste und Plattformen wie LinkedIn, Facebook und YouTube entwickeln wird. Der Wert von X wird aktuell intern auf 19 Milliarden US-Dollar geschätzt, was nicht einmal der Hälfte des Preises entspricht, den Musk für die Plattform bezahlt hat (44 Milliarden US-Dollar).

Ein Jahr Elon Musk:

So (un)beliebt sind X und Musk

© Duncan.Hull (eigenes Werk) – Wikipedia.de, CC BY-SA 3.0 (Änderungen wurden vorgenommen via Canva)
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