Saug- und Wischroboter sind eine ungemeine Erleichterung im Alltag, denn der tägliche Schmutz verschwindet damit auf magische Art und Weise. Okay, nicht ganz, denn die Suppe landet am Ende in einem Wassertank, den man dann manuell leeren muss. Und wenn man da mal ein oder zwei Wochen nicht dran denkt, kann es echt unangenehm duften. Aber es gibt eine Lösung: Roboter mit einer kompakten Basisstation ohne Tanks. Hier wird stattdessen auf einen Wasseranschluss gesetzt – und genau eine solche Variante gibt es auch beim neuen Narwal Flow 2.
Das neue Modell der aufstrebenden asiatischen Marke wird in zwei verschiedenen Varianten verkauft. Den normalen Narwal Flow 2 mit Wassertanks bekommt ihr derzeit für 1.099 Euro. Für das kompakte Modell mit festen Wasseranschlüssen zahlt ihr etwas mehr, hier liegt der Preis bei 1.299 Euro. In beiden Fällen handelt es sich um Einführungspreise, später sollen die Roboter regulär 200 Euro mehr kosten.
Die Installation des Narwal Flow 2 am Wasseranschluss
Eine Sache ist bei so einer kompakten Station natürlich zwingend notwendig: Ein Anschluss für das Frischwasser und ein Abfluss für das Schmutzwasser. Beides muss sich in einer Entfernung von maximal 6 Metern befinden. Ich habe mich zur Installation in meinem offenen Erdgeschoss für einen Platz neben der Küche entscheiden.
Die beiden Schläuche sind nur wenige Millimeter dick und konnten bei mir an der Seite der Küche lang geführt werden – dort wo die Rückwand eines Küchenteils eigentlich um die Fußleiste herum geführt wurde. Ansonsten gibt es im unteren Bereich der Küche ja auch oftmals eine Blende, die man etwas öffnen und mit den passenden Löchern versehen kann. Hier müsst ihr einfach schauen, wie es bei euch am besten passt. Ebenfalls erforderlich ist natürlich eine Steckdose.
Die beiden Schläuche konnte ich relativ einfach unter meine Küche führen.
Beim Abwasser hat Narwal es sich, wie quasi alle anderen Hersteller auch, ziemlich einfach gemacht. Sie gehen davon aus, dass wir einen Abfluss im Boden haben, in den wir den Schlauch einfach einführen können. Das dürfte in den wenigsten Haushalten zutreffen. Wir haben uns für eine kleine Öffnung im Abfluss unter der Spüle und ein wenig Dichtmaterial entschieden.
Auch beim Frischwasser gibt es leider eine kleine Hürde, denn Narwal liefert Anschlüsse mit dem Maß 1/2 Zoll mit, welches bei uns in Deutschland leider nicht ganz üblich ist. Hier sind Eckventile eher mit 3/8 Zoll Anschlüssen ausgestattet. Hier müsst ihr euch also um die passenden Adapter bemühen. Für eine Fachkraft war das in meiner Küche eine Sache von weniger als 10 Minuten.
Durch diesen Schlauch fließt das Abwasser ab. Wasserversorgung für den Narwal Flow 2 und die Spülmaschine.
Die wichtigsten technischen Details des Roboters
Eine große Besonderheit des Narwal Flow 2 ist ohne Zweifel die Tatsache, dass mit 60 Grad heißem Wasser gereinigt wird – und zwar nicht das Wischpad in der Station (hier sind es sogar bis zu 100 Grad), sondern tatsächlich der Boden. Wie alle Walzen-Roboter wird auch bei diesem Modell während der Fahrt ständig frisches Wasser verwendet. Was mir positiv aufgefallen ist: Auch nach etlichen Durchgängen riecht die Wischwalze noch absolut neutral, die Selbstreinigung scheint also sehr gut zu funktionieren. Die Rückstände auf dem entnehmbaren Waschbrett werden aber nicht ganz zuverlässig entfernt.
Am Waschbrett sind einige Rückstände geblieben.
Als einer von wenigen Robotern nutzt Narwal beim Flow 2 erneut eine extrem breite und flache Wischwalze, die einen langen Kontakt zum Boden bietet und die mechanische Wirkung so erhöht. Die Walze kann auch zum Rand ausgefahren werden, wobei keine Filzgleiter dafür sorgen, dass Möbel nicht beschädigt werden. Die Seitenbürste kann dagegen nicht ausgefahren werden, sie hat aber so lange Borsten, dass auch Ecken erreicht werden.
Unterstützt wird die ganze Geschichte durch eine ordentliche Saugkraft von 31.000 Pascal. Interessant ist dabei die CarpetFocus-Technologie. Hier wird das ganze Saugmodul nach unten gefahren, um es beispielsweise auf Teppichen dicht abzuschließen. So können auch tief sitzende Krümel aus (nicht zu langen) Teppichen entfernt werden. Allerdings hat diese Technik einen kleinen Nachteil: Es bleibt ein kleiner Rand. Das ist in den allermeisten Fällen kein Problem – die Ausnahme sind Teppiche, die bündig bis zur Wand verlegt sind. Hier lässt der Narwal Flow 2 einen kleinen Streifen frei.
Die Unterseite des Narwal Flow 2 im Detail. Die Wischwalze kann einfach entnommen und getauscht werden.
Navigation und Schmutzerkennung in der Praxis
Nach der üblichen Kartierung hat der Narwal Flow 2 einen guten Job gemacht. Er fährt intelligent durch die angelegten Räume und erkennt Hindernisse mit einem Dual-Kamera-System sehr zuversichtlich. In den drei Wochen, in denen er bei uns unterwegs war, ist er kein einziges Mal hängen geblieben – und das, obwohl hier regelmäßig irgendwelche Kleinteile unter der Treppe oder dem Sofa liegen.
Ebenfalls gut funktioniert hat die automatische Schmutzerkennung, in unserem Fall eine Ladung Haferflocken auf dem Boden. Diese hat der Roboter im automatischen Freo-Modus selbstständig erkannt. Er hat das Tempo reduziert und den Bereich doppelt im Kreuzmuster abgefahren. Ein kleines Haferflöckchen hat er mit der Seitenbürste etwas nach außen geschoben, es kurze Zeit später mit der normalen Flächenfahrt dann aber auch erwischt. Auch Flecken oder Flüssigkeiten kann der Roboter eigenständig erkennen.
Der Narwal Flow 2 konnte alle Haferflocken problemlos entfernen.
Die breite Wischwalze hat dabei durchaus zu überzeugen gewusst. Leicht angetrockneter Schmutz wurde problemlos entfernt. Wenn Sachen richtig eingetrocknet sind und ein oder zwei automatische Überfahrten nicht genügen, kann man sich mit dem manuellen Modus behelfen. In diesen Einzelfällen greife ich dann aber einfach schnell zum Tuch oder Lappen – auch andere Roboter kommen aufgrund des relativ geringen Anpressdrucks an ihre Grenzen.
Keine Bestmarke erzielt der Narwal Flow 2 bei den Abmessungen. Der Roboter ist 9,5 Zentimeter hoch, während andere Top-Modelle auf dem Markt bereits die Marke von 8 Zentimetern unterboten haben. Sollten eure Möbel aber nicht nur 8,5 Zentimeter Luft unter sich haben, sondern mehr als 10 Zentimeter, kann euch das herzlich egal sein.
Teilweise abstruse Übersetzungen in der Narwal-App
Während die Reinigungsleistung auf einem absolut guten Niveau ist, sehe ich bei der App noch ein bisschen Luft nach oben. Hier gibt es zum Teil seltsame Übersetzungen (z.B. „Bitte Geräte-Startseite eingeben) oder zu kleine Textfelder für zu viel Text. Ich glaube, dass es mit den letzten beiden Updates der App immerhin schon einige Verbesserungen gab.
Auch mit der Darstellung der Karte bin ich nicht ganz glücklich. Einige Schrägen und Aussparungen werden nicht ganz richtig dargestellt. Ich möchte hier aber explizit betonen, dass es sich dabei nur um die optische Darstellung in der App handelt. Der Roboter selbst fährt so an den Kanten entlang, wie es auch gewünscht ist.
Am Ende eine überzeugende Leistung mit einem großen Pluspunkt
Insgesamt hinterlässt der Narwal Flow 2 einen sehr guten Eindruck. Lediglich bei zu hohen Teppichen oder bei bündig zur Wand verlegten Teppichen kommt er etwas an seine Grenzen. Ansonsten ist er bei mir souverän durchs Erdgeschoss gefahren und hat eine sehr ordentliche Reinigungsleistung gezeigt.
Der für mich entscheidende Punkt ist der Festwasseranschluss, den es natürlich auch bei anderen Herstellern gibt. Natürlich ist das bei der Installation ein kleines bisschen mehr Aufwand, aber es lohnt sich auf jeden Fall. Wie oft ist es mir bereits passiert, dass ich mit Verlassen des Hauses den Roboter gestartet habe, nur um dann ein paar Minuten später die Mitteilung zu bekommen, dass das Wasser nicht ausreicht. Genau das kann euch mit einer kompakten Basisstation nicht passieren. Und auch um das Abwasser müsst ihr euch nicht mehr kümmern.
NARWAL Flow 2 Saugroboter mit Kompaktstation, Saug- und Wischroboter…
Der Beitrag Narwal Flow 2 im Test: Endlich keine Tanks mehr leeren erschien zuerst auf appgefahren.de.
