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In Varel im Landkreis Friesland ist der bundesweit größte Solarpark auf wiedervernässtem Moorboden in Betrieb gegangen. Die Anlage versorgt mehr als 9.000 Haushalte mit Strom und soll gleichzeitig jährlich 23.000 Tonnen CO2 einsparen. Doch das Projekt geht noch weiter: Auf dem Gelände soll weiterhin Landwirtschaft betrieben werden, während Forscher die Auswirkungen auf die Natur untersuchen. 

In Varel im Landkreis Friesland ging Anfang Mai der bundesweit größte Moor-Solarpark auf einer wiedervernässten Moorfläche in Betrieb. Das Areal entspricht der Größe von etwa 40 Fußballfeldern. Bereits seit Anfang des Jahres speist das System Strom in das Netz ein. Mehr als 9.000 Haushalte sollen laut den Projektpartnern künftig versorgt werden können.

Hinter dem Vorhaben stehen das Energieunternehmen WI Energy GmbH, die emt²gruppe aus dem Emsland sowie zwei Landwirte aus Varel. Die Betreiber planen, mit der Anlage CO2 einzusparen und gleichzeitig rentabel zu arbeiten. Durch das Projekt sollen laut Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies jährlich mehr als 23.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Die Anlage befindet sich in der Nähe der Autobahn A29.

Bau von Solaranlage in Moorboden braucht 4,50 Meter tiefe Pfeiler

Die Solarmodule erzeugen Strom durch direkte Sonnenstrahlen und durch das reflektierte Licht der nassen Mooroberfläche. Das erklärte Landwirt Lars Kaper, der einer der Betreiber der Anlage ist. Während die Arbeiter die Module installierten, bauten sie zeitgleich die Kabeltrasse. Die Bodenbeschaffenheit verlangte beim Bau der Anlage besondere technische Lösungen.

Denn: Der sehr saure Moorboden machte Spezialbeschichtungen der Unterkonstruktion erforderlich. Die Ständer wurden bis zu 4,50 Meter tief in die Erde gerammt. 18 Trafostationen stehen auf dem Gelände. Sie mussten teilweise per Traktor dorthin transportiert werden, was bei einem Gewicht von bis zu 25 Tonnen nicht einfach war.

Unter den aufgeständerten Modulen verbleibt ein Platz von bis zu 2,10 Metern. Dadurch können die Betreiber die Fläche weiterhin landwirtschaftlich nutzen. Auf dem Gelände könnten künftig Rinder oder Schafe grasen. Ebenso lässt sich die gesamte Fläche komplett mähen.

Wie Forscher und Anwohner den Moor-Solarpark mitgestalten

Bürgerinnen und Bürger aus der Region konnten sich über eine Bürgerenergiegenossenschaft an dem Moor-Solarpark beteiligen. Das erhöht laut den Betreibern die Akzeptanz solcher Anlagen bei den Menschen. Das Vorhaben gilt als Innovationsprojekt, das bundesweit neue Ansätze demonstriert. Gleichzeit wird es laut Landwirt Kaper wissenschaftlich begleitet.

„Wir sehen in diesem Projekt eine große Chance, unsere Flächen nachhaltig zu nutzen und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten“, so Andreas Rengstorf, einer der beteiligten Landwirte. Lars Kaper ergänzte: „Die Zusammenarbeit mit WI Energy ist sehr gut. Wir sind überzeugt, dass wir mit diesem Projekt etwas Besonderes schaffen.“

Forscher der Universität Greifswald begleiten den Moor-Solarpark bei der weiteren Entwicklung. Sie ermitteln, wie sich die Treibhausgasemissionen der wiedervernässten Fläche durch die Photovoltaik-Module verändern. Die Wissenschaftler wollen in den kommenden Jahren überprüfen, wie sich die Tier- und Pflanzenwelt im Solarpark entwickelt.

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