Apple wollte die Formel 1 offenbar weit über den US-Markt hinaus aufmischen. Doch nun hat Sky Sports dem iPhone-Konzern einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht. Mit einem milliardenschweren Langzeitvertrag sichert sich Sky die exklusiven TV-Rechte der Königsklasse des Motorsports in Großbritannien, Irland und Italien – und blockiert damit Apples globale Ambitionen fürs Erste nahezu komplett.

Die Einigung erfolgt nur Monate nachdem Apple einen milliardenschweren Einstieg in den US-Markt angekündigt hatte. Dort überträgt Apple TV die Rennen bereits live und zahlt Berichten zufolge rund 150 Millionen US-Dollar pro Saison. Apple-Manager Eddy Cue hatte zuletzt sogar offen erklärt, dass man die Formel-1-Strategie künftig auf weitere Länder ausweiten wolle. Genau diese Aussagen dürften Europas TV-Sender alarmiert haben.

Sky zieht die Notbremse

Die Reaktion ließ jedenfalls nicht lange auf sich warten. Noch bevor bestehende Verträge ausliefen, verlängerte Sky seine Rechte frühzeitig bis 2034 in Großbritannien und Irland sowie bis 2032 in Italien. 

Damit bleibt Sky weiterhin die zentrale Heimat der Formel 1 in Europa. Übertragen werden auch künftig sämtliche Trainingssessions, Qualifyings, Sprint-Rennen und Grand Prix live. Gleichzeitig sollen ausgewählte Inhalte, darunter der Große Preis von Großbritannien sowie Highlight-Zusammenfassungen, weiterhin frei empfangbar bleiben.

Für Apple ist das ein empfindlicher Rückschlag, denn der Konzern wollte offenbar weit mehr als nur Rennen streamen. Seit dem Start der Saison 2026 integriert Apple die Formel 1 massiv in sein eigenes Ökosystem: Live-Übertragungen auf Apple TV, spezielle Playlists auf Apple Music, Renninhalte in Apple News, Streckeninfos in Apple Maps und Live-Tracking über Apple Sports. Genau diese tiefe Verzahnung machte Apple für klassische Fernsehsender besonders gefährlich.

Europa bleibt vorerst bei Sky

Vor allem in Frankreich sorgten Apples Pläne zuletzt für Nervosität. Dort hält Canal Plus die Formel-1-Rechte noch bis 2029. Viele europäische Sender befürchteten offenbar, dass Apple nach Ablauf bestehender Verträge mit enormen Summen um die Rechte kämpfen würde.

Gleichzeitig boomt die Formel 1 weiter. Besonders in Italien steigen die Zuschauerzahlen kräftig an. Die laufende Saison soll dort bereits ein Plus von 25 Prozent erreicht haben. Verantwortlich dafür ist unter anderem Nachwuchsfahrer Kimi Antonelli, dessen erster Grand-Prix-Sieg in China über 2,5 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme lockte.

Formel-1-Chef Stefano Domenicali lobte deshalb ausdrücklich die Zusammenarbeit mit Sky und hob insbesondere die Live-Berichterstattung sowie die umfangreiche Analyse rund um die Rennen hervor. Auch Sky-Chefin Dana Strong sprach von einer „spannenden neuen Ära“ für den Sport.

Apple bleibt zwar weiterhin Partner der Formel 1 in den USA, allerdings dürfte der Traum eines weltweit einheitlichen F1-Streamingdienstes damit auf Jahre verschoben sein. Solange Sky die wichtigsten europäischen Märkte kontrolliert, sitzt Apple eher auf der Ersatzbank als am Steuer.

(via Athlonsports)

Der Beitrag Sky schnappt Apple die Formel 1 weg erschien zuerst auf appgefahren.de.

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