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75 Prozent der Gebäude in Deutschland stammen aus einer Zeit vor der ersten Wärmeschutzverordnung. Ihre Sanierung ist eine Mammutaufgabe. Bisher dauert allein die Planung pro Gebäude rund 16 Arbeitsstunden. Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie haben nun eine KI-Plattform entwickelt, die diesen Prozess auf wenige Minuten verkürzt. Was das System kann und wer davon profitiert. 

Energetische Sanierungen gelten als ein wichtiger Hebel für den Klimaschutz in Deutschland. Rund 75 Prozent der Gebäude wurden hierzulande aber vor der ersten Wärmeschutzverordnung errichtet. Die Vorbereitung entsprechender Modernisierungen kostet in der Praxis deshalb viel Zeit. Denn: Fachleute müssen bislang Informationen aus unterschiedlichen Dokumenten wie Bildern oder Grundrissen von Hand zusammentragen.

Anschließend gilt es, diese Daten nach wirtschaftlichen, technischen und ökologischen Gesichtspunkten zu bewerten. Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie haben deshalb die digitale Plattform NaiS entwickelt. Das System nutzt Künstliche Intelligenz, um die vielfältigen Gebäudedaten selbstständig zu verknüpfen und fehlende Informationen automatisch zu ergänzen. Die Software bereitet die Ergebnisse dann semantisch auf und visualisiert sie in dreidimensionalen Modellen.

Von 16 Stunden auf 20 Minuten: So viel Zeit spart die KI bei Planung von Gebäudesanierung

Die neue Technik verspricht eine Erleichterung für die tägliche Arbeit der Planer. Aufgaben, die bisher rund sechzehn Arbeitsstunden in Anspruch nahmen, sollen sich nun in zehn bis zwanzig Minuten erledigen lassen. Das entspricht einer Beschleunigung der Prozesse um den Faktor fünfzig. In Testläufen mit über hundert möglichen Nutzern bestätigte die große Mehrheit diesen praktischen Mehrwert für die Bewertung von Gebäuden.

Davon profitieren könnten vor allem Kommunen sowie große institutionelle Bestandshalter. Denn: Diese Akteure benötigen verlässliche Grundlagen für ihre anstehenden Modernisierungen. Die Praxispartnerin des Projekts, Karoline Fath von der Ed. Züblin AG, erklärte dazu:

Die nachhaltige Entwicklung unseres Gebäudebestands ist die Zukunftsherausforderung der Bau- und Immobilienbranche. Wir sind davon überzeugt, dass KI-Technologien wie die in NaiS entwickelten Services zur Bestandserfassung einen wichtigen Beitrag dazu leisten können – zum Wohle unseres Planeten und unserer Gesellschaft.

Neues Projekt recycelt Stahlbeton per KI

Die entwickelte Plattform steht ab sofort bei der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen zur Verfügung. Die Ansätze aus dem Projekt sollen über die Laufzeit hinaus genutzt und fortlaufend weiterentwickelt werden. Zum Abschluss des Vorhabens soll im Juni des Jahres 2026 ein Gipfeltreffen stattfinden. Dort will man die Potenziale der Technologie im Detail diskutieren.

Ein neues Verbundprojekt namens ConCIRCLE knüpft bereits an diese ersten Ergebnisse an. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert dieses Vorhaben mit knapp zwei Millionen Euro. Ziel ist ein digitales Bewertungssystem, um die Wiederverwendbarkeit von Bauteilen aus Stahlbeton zu analysieren. Dafür will das Forscherteam die bestehenden KI-Technologien erweitern und mit ökologischen sowie ökonomischen Bewertungsverfahren kombinieren.

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