Die Leseanwendung Inkwell soll Micro.blog-Nutzern den Zugriff auf interessante Inhalte erleichtern. Bereits seit März steht eine Mac-Version zum Download bereit. Die Anwendung bündelt abonnierte Quellen, zeigt Diskussionen aus dem Micro.blog-Netzwerk an und erlaubt es, spannende Textstellen zu markieren sowie neue Blogbeiträge zu verfassen.

Die Android-App ist bereits bei Google erhältlich

Eine iPhone-Version existiert ebenfalls, erreicht den App Store bislang jedoch nicht.

Verantwortlich für die Entwicklung ist Manton Reece, Gründer der Blogging-Plattform Micro.blog und langjähriger Mac- und iOS-Entwickler. Nach eigenen Angaben befindet sich die iPhone-App seit Ende April in der App-Store-Prüfung und wurde seitdem mehrfach zurückgewiesen. Änderungen am Programmcode, zusätzliche Erklärungen gegenüber Apple und sogar ein Einspruch bei der internen Prüfungsinstanz konnten die Freigabe bislang nicht beschleunigen.

Apple hat etliche Beanstandungen

Nach Darstellung des Entwicklers stießen die Prüfer auf eine ganze Reihe unterschiedlicher Punkte. Zunächst bemängelte Apple fehlende Funktionen zum Melden von Inhalten und zum Blockieren anderer Nutzer. Obwohl Inkwell in erster Linie als Feedreader arbeitet und Nutzer selbst entscheiden, welchen Quellen sie folgen, integrierte Reece entsprechende Optionen.

Die Inkwell-App für den Mac lässt sich schon länger aus dem Netz laden

Weitere Rückfragen betrafen die Anmeldung per „Mit Apple anmelden“, Datenschutzinformationen und das Geschäftsmodell hinter Micro.blog. Auch die Frage der In-App-Käufe spielte eine Rolle. Apple verlangt bei vielen digitalen Angeboten die Nutzung des eigenen Bezahlsystems. Um Konflikte zu vermeiden, entfernte Reece mehrere Funktionen aus der iPhone-Version, darunter Möglichkeiten zum Veröffentlichen von Inhalten.

Zusätzlich forderte Apple eine Möglichkeit zum Löschen von Nutzerkonten direkt in der App. Obwohl Micro.blog-Konten bereits über die Weboberfläche entfernt werden können, ergänzte der Entwickler auch hierfür eine eigene Funktion.

Streit um alten Apple-Markennamen

Besonders hartnäckig erweist sich jedoch ein anderer Einwand. Apple beanstandet den Namen „Inkwell“. Hintergrund ist eine gleichnamige Handschrifterkennung, die Apple Anfang der 2000er Jahre in Mac OS X integrierte. Nach Angaben von Reece gilt die ursprüngliche US-Marke inzwischen als erloschen. Der Begriff taucht jedoch weiterhin auf Apples interner Markenliste auf.

Der Entwickler argumentiert, dass „Inkwell“ (deutsch: „Tintenfass“) ein gebräuchlicher Begriff sei und bereits von mehreren Anwendungen genutzt werde. Auch die Android-Version seiner App sei unter diesem Namen ohne Beanstandungen veröffentlicht worden. Dennoch bewegt sich Apple bislang nicht. Genau dieser Punkt liegt inzwischen bei einem App-Review-Gremium zur erneuten Prüfung.

Der Fall erinnert an frühere Diskussionen über die teils willkürliche Auslegung von Apples App-Store-Regeln und die weitreichende Kontrolle des Unternehmens über die Verbreitung von iPhone-Anwendungen.

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