De-Mail steht offiziell vor dem Aus. Der Bundestag hat den Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Bürokratierückbau im Bereich des Bundesinnenministeriums angenommen. Darin enthalten ist auch die Abschaffung des De-Mail-Gesetzes. Bestätigt wird dies direkt in der Meldung des Deutschen Bundestags.

Nur wenige Nutzer haben die DE-Mail aktiv genutzt.

Für iPhone- und Mac-Nutzer ist weniger das Ende von De-Mail selbst interessant, sondern der Richtungswechsel dahinter. Der digitale Behördenbrief wird künftig nicht mehr über ein deutsches Spezialpostfach gedacht, sondern stärker über europäische Identitätsdienste, Apps und digitale Nachweise. Statt De-Mail rücken damit eher Themen wie AusweisApp, BundID, EUDI-Wallet und sichere Smartphone-Identitäten in den Vordergrund.

Der Bundestag begründet die Abschaffung damit, dass De-Mail teure Spezialtechnik erfordert habe und mittlerweile europäisch regulierte Lösungen für sicheren, vertraulichen und nachweisbaren Geschäftsverkehr verfügbar seien. Ein eigenes deutsches Spezialgesetz sei deshalb nicht mehr erforderlich.

Vom Spezialpostfach zur Smartphone-Identität

De-Mail war einst als rechtssichere digitale Alternative zum Brief gedacht. In der Praxis blieb der Dienst aber sperrig, wenig verbreitet und für viele Bürger schlicht irrelevant. Genau daran zeigt sich, warum die kommenden Lösungen stärker über alltägliche Geräte funktionieren müssen. Wenn digitale Verwaltung Erfolg haben soll, muss sie auf dem iPhone oder Android-Smartphone so einfach nutzbar sein wie Banking, Tickets oder digitale Ausweise.

Die DE-Mail hatte schon seine Vorteile, aber leider war das System für die meisten eine Hürde.

Passend dazu hat die Bundesregierung erst kürzlich den rechtlichen Rahmen für die EUDI-Wallet auf den Weg gebracht. Sie soll Ausweise, Nachweise und weitere Dokumente perspektivisch auf das Smartphone bringen. De-Mail wirkt daneben wie ein Relikt aus einer Zeit, in der digitale Verwaltung noch als separates Behördenpostfach gedacht wurde.

Ende zum Jahreswechsel

Nach den Unterlagen des Bundestags soll das De-Mail-Gesetz zum 31. Dezember 2026 aufgehoben werden. Für die meisten Nutzer dürfte sich dadurch wenig ändern, weil De-Mail im Alltag kaum noch eine Rolle spielte. Spannender wird die Frage, ob die Nachfolgelösungen tatsächlich einfacher werden. Der Maßstab ist inzwischen klar: Digitale Verwaltung muss auf dem Smartphone funktionieren, sonst bleibt sie wieder nur ein gut gemeintes Spezialangebot.

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