Kleine Actioncams gibt es inzwischen viele, doch nur wenige verfolgen ein so konsequent minimalistisches Konzept wie die Insta360 GO 3S. Genau das macht die Kamera für Creator, Outdoor-Fans, Wandernde oder Trailrunner spannend. Ich nutze die kleine Kamera als Ergänzung zu meinem iPhone, um Videos für YouTube oder Social Media zu erstellen. Das sind meine Erfahrungen.

Zum Lieferumfang gehören neben der eigentlichen Mini-Kamera auch ein sogenannter Action Pod, ein Magnet-Anhänger zum Tragen an der Kleidung, ein Clip für Caps oder Gurte, ein Objektivschutz sowie eine flexible Halterung für Oberflächen und Stative. Insta360 bietet darüber hinaus diverse Bundles an, die noch mehr Zubehör für eine kreative Videogestaltung ermöglichen.

Deutlich erwachsener als die Vorgänger

Die Kamera selbst wiegt nur 4 Gramm.

Wer bereits eine ältere GO-Kamera genutzt hat, wird den Unterschied sofort bemerken. Die GO 3S ist minimal größer und etwas schwerer geworden, fühlt sich dafür jedoch wesentlich robuster an. Besonders die Magnetbefestigung wurde massiv verbessert. Dadurch sitzt die Kamera sicherer an Kleidung oder Zubehör und löst sich nicht mehr so leicht bei Erschütterungen.

Außerdem spielt der neue Action Pod eine entscheidende Rolle. Während frühere Modelle eher mit einer simplen Ladehülle arbeiteten, verwandelt der Pod die GO 3S jetzt praktisch in eine vollwertige Actioncam. Die Kamera wird magnetisch eingesetzt und zusätzlich mechanisch verriegelt – ein klarer Fortschritt für alle, die viel in Bewegung unterwegs sind.

Technisch legt Insta360 ebenfalls spürbar nach. Videos sind nun in bis zu 4K mit 30 fps möglich, die Stabilisierung arbeitet angenehm ruhig und auch bei schwierigen Lichtverhältnissen liefert die Kamera überraschend gute Ergebnisse für ihre Größe.

Gute Bildqualität trotz Mini-Format

Auch bei normalen Fotos und Videos überzeugt die kleine Kamera überraschend stark. Verschiedene Blickwinkel, darunter Weitwinkel- oder Fischaugen-Modi, stehen direkt in den Einstellungen bereit. Besonders praktisch: Ein entzerrter Weitwinkelmodus sorgt dafür, dass Aufnahmen natürlicher wirken und nicht nach typischer Actioncam aussehen.

Die Bedienung erfolgt direkt über das 2,1 Zoll große Touchdisplay des Action Pods. Dadurch muss nicht ständig die Smartphone-App geöffnet werden, was den Alltag deutlich angenehmer macht.

Ein Foto mit der Insta360 GO 3S. Bitte klicken für das Original.

Die GO 3S erkennt außerdem automatisch, ob vertikal oder horizontal gefilmt werden soll. Wer also zwischen Social-Media-Clips und klassischen Landschaftsaufnahmen wechselt, spart sich lästige Umstellungen.

4K mit maximal 30 fps ist bei der GO 3S die höchste Auflösung. Für die meisten Aufnahmen ist das auch völlig ausreichend, doch optional gibt es flüssigere Videos mit mehr Bildern pro Sekunde, wenn man in 2,7K filmt. Hier kann man also selbst entscheiden, welche Auflösung für das aktuelle Video besser geeignet ist.

Darüber hinaus bietet die Kamera zahlreiche Zusatzmodi wie Zeitraffer, Hyperlapse oder Slow Motion. Die Auswahl ist mittlerweile so umfangreich, dass man längst nicht alles sofort ausprobiert hat.

Wer abtauchen möchte, kann die Mini-Kamera auch im Wasser nutzen, allerdings nur mit dem austauschbaren Linsenschutz. Dann ist die GO 3S bis zu 10 Meter wasserdicht. Dahingegen ist der Pod lediglich spritzwassergeschützt. Im Wassersport-Bundle gibt es allerdings ein Tauchgehäuse für Kamera inklusive Pod.

Action Pod macht aus der Mini-Cam eine echte Actionkamera

Der Action-Pod ist auch eine Powerbank für die Kamera.

Mit eingesetzter Kamera fühlt sich der Action Pod beinahe wie eine klassische Actioncam an. Das Display reagiert auch bei Kälte und Nässe zuverlässig und lässt sich nach oben klappen, wodurch Selfie-Aufnahmen deutlich einfacher werden.

Zudem lassen sich zahlreiche Einstellungen direkt anpassen, darunter Belichtung, Weißabgleich oder Zoom. Auch die Clips können direkt auf dem Display überprüft werden.

Positiv fällt außerdem die Stabilität auf. Der neue Verriegelungsmechanismus hält die Kamera sicher fest und der Pod selbst wirkt robust genug für ruppige Outdoor-Einsätze. Regen steckt das System problemlos weg, solange die Kamera eingesetzt bleibt.

Lediglich die Tastenbelegung wirkt anfangs etwas verwirrend. Insgesamt gibt es drei Knöpfe, die teilweise unterschiedliche Funktionen übernehmen. Dadurch startet man gelegentlich versehentlich eine Aufnahme, obwohl man die Kamera eigentlich nur einschalten wollte.

Viel Zubehör für flexible Einsätze

Es gibt sehr viel Zubehör für die Insta360 GO 3S.

Insta360 bietet mittlerweile eine ganze Reihe an Zubehör für die GO 3S an. Besonders praktisch ist eine Schnellhalterung, mit der sich der Action Pod an klassischen GoPro-Halterungen befestigen lässt.

Im Case findet viel Zubehör Platz.

Ebenfalls nützlich ist ein flexibler Klebehalter für glatte Oberflächen sowie ein spezieller Kartenleser, der Daten direkt per USB-C oder Lightning auf Smartphone, Speicherkarte oder Computer übertragen kann. Gerade für Reisen oder längere Outdoor-Abenteuer ist das sinnvoll, weil man dadurch nicht zwingend die App verwenden muss.

Die Insta360 GO 3S als POV-Kamera – mit Magnethalterung.

Mir persönlich gefällt der Magnetanhänger besonders gut, da man so POV-Aufnahmen handsfree aufnehmen kann. Den Anhänger steckt man sich einfach unter das T-Shirt und befestigt dann die kleine Kamera ohne Pod magnetisch. Genau so habe ich die meisten Aufnahmen bei meinem letzten Reel gemacht, um ein „Behind the Scenes“ für das große Event von Dreame zu filmen. Schaut euch das Ergebnis gerne hier auf Instagram an.

Der Akku im Pod hält lange durch

Sowohl die Kamera selbst als auch der Action Pod sind mit einem separaten Akku ausgestattet. Mit rund 130 Minuten gibt es eine ordentliche Akkulaufzeit, gemessen mit dem Pod. Wer die kleine und nur 4 Gramm leichte Mini-Kamera ohne Pod nutzt, muss deutlich schneller zurück an den Strom.

Gut: Der Pod fungiert als Powerbank und lädt die Kamera auf, sobald sie wieder im Pod sitzt.

Zudem sollte man darauf achten, dass die Kamera die Aufnahme stoppt und nicht unnötig filmt. Da in der Kamera lediglich ein 310-mAh-Akku steckt, sollte man die Aufnahmezeit gut überdenken. Mir ist es auch passiert, dass die Kamera in der Hosentasche aufgenommen hat, wodurch der Akku sehr schnell leer war. Hier ist also etwas Obacht geboten.

Wo die GO 3S noch Luft nach oben hat

Die Kamera sitzt fest im Action-Pod.

Trotz vieler Verbesserungen gibt es einige Schwächen. Die wohl größte: Der Speicher lässt sich nicht erweitern und beträgt 64 GB. Ein microSD-Slot fehlt komplett. Wer lange unterwegs ist und viel filmt, muss die Daten daher regelmäßig sichern. Auch wechselbare Akkus wären bei mehrtägigen Touren hilfreich.

Des Weiteren ist die Insta360 GO 3S eine reine Filmkamera. Der Ton wird zwar aufgezeichnet, allerdings lässt sich kein externes Mikrofon anschließen oder verbinden. Auch das neue Mic Pro ist nicht mit der GO 3S kompatibel. Das ist etwas schade, denn somit eignet sich die Kamera vor allem für Landschaftsaufnahmen oder B-Roll. Vlogs sind damit quasi ausgeschlossen, da es keinen wirklich guten Ton gibt. Wer auf die Nutzung von Mikrofonen angewiesen ist, muss zur etwas besseren und größeren GO Ultra greifen.

Darüber hinaus bleibt die Einrichtung etwas umständlich. Vor der ersten Nutzung verlangt Insta360 weiterhin eine Aktivierung über die App inklusive Bluetooth-, WLAN- und Standortfreigaben. Zwar funktioniert der Prozess mittlerweile besser als bei älteren Modellen, dennoch wirkt er unnötig kompliziert.

Fazit: Eine der spannendsten Mini-Actioncams auf dem Markt

Die Insta360 GO 3S ist wirklich winzig.

Die Insta360 GO 3S ist keine gewöhnliche Actionkamera. Einerseits punktet sie mit ihrer winzigen Bauform und enormen Flexibilität, andererseits liefert sie mittlerweile eine Qualität, die deutlich näher an klassischen Actioncams liegt als noch bei früheren Generationen. Wer möglichst unkompliziert Erinnerungen festhalten möchte, bekommt hier ein extrem vielseitiges System. Und da die Mini-Kamera „Wo ist?“ unterstützt, lässt sie sich schnell wiederfinden, wenn sie mal verlegt wurde.

Kleine Schwächen wie der fehlende microSD-Slot oder die etwas komplizierte Aktivierung ändern deshalb wenig am insgesamt sehr positiven Eindruck.

Klein, aber stark: Insta360 GO 3S
Mein Fazit
Die Insta360 GO 3S überzeugt mit ihrer extrem kompakten Bauweise, guter Bildqualität und einem vielseitigen Action Pod. Besonders für Creator, Outdoor-Fans und Social-Media-Aufnahmen ist die kleine 4K-Kamera ein praktischer Begleiter im Alltag. Schwächen wie der fehlende microSD-Slot oder die eingeschränkten Audio-Möglichkeiten ändern wenig am insgesamt sehr positiven Eindruck.
Design
90
Handhabung
95
Videoqualität
85
Preis-Leistung
90
Pro
extrem kompakt und leicht
vielseitiger Action Pod
praktische Magnetbefestigung
starker Akku mit Pod
starke Stabilisierung
viel Zubehör
Kontra
kein microSD-Slot
kein externes Mikrofon möglich
Pod nur spritzwassergeschützt
90
Testergebnis
Insta360 GO 3S kaufen

Der Beitrag Insta360 GO 3S im Test: Mini-Kamera mit cleverem Konzept erschien zuerst auf appgefahren.de.

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