Roborocks Einstieg in den Mähroboter-Markt ist vergleichsweise spät ausgefallen, allerdings blieb dem Hersteller keine Wahl, denn die Konkurrenz hat schon mehrere Generationen in den Handel gebracht. Während Roborock oftmals der Maßstab bei Saug- und Wischrobotern ist, stellt sich unweigerlich die Frage: Wie gut ist Roborocks erster Mähroboter? Ich habe für euch den Roborock RockMow Z1 in den letzten Wochen durch meinen Garten fahren lassen und kann euch jetzt meine Testerfahrungen mit auf den Weg geben.
Welche Modelle gibt es?
Vorab zur Einordnung: Ich habe den Roborock RockMow Z1 getestet, mit der genauen Typenbezeichnung Z150. Dabei handelt es sich um das beste Modell der Klasse, das bis zu 5.000 Quadratmeter bearbeiten kann. Der Akku ist dafür 10 Ah groß und die Mähzeit pro Akkuladung liegt bei bis zu 200 Minuten. Die Varianten Z115 und Z130 sind entsprechend kleiner dimensioniert.
Zusätzlich hat Roborock den Roborock RockMow Z1 LiDAR im Programm, der auf eine RTK-Antenne verzichtet. Dieses Modell ist für bis zu 2.000 Quadratmeter Rasen ausgelegt und kann bis zu 110 Minuten am Stück mähen. Weitere Varianten gibt es von diesem Modell jedoch nicht.
Roborock RockMow Z1 setzt auf eine RTK-Antenne
RTK-Antennen für den Roborock RockMow Z1.
Abgesehen vom Z1 LiDAR setzen alle anderen Modelle auf eine zusätzliche RTK-Antenne. Das ist heutzutage schon fast nicht mehr in Mode, doch die RTK-Station ist unauffällig und muss nicht zwingend direkt neben der Station aufgestellt werden. Da ein Verlängerungskabel mit dabei ist, lässt sich die Station auch weiter entfernt aufstellen. Genau so habe ich es auch gemacht, damit die Station nicht im direkten Sichtfeld steht. Beachtet aber, dass das RTK-Modul freie Sicht zum Himmel benötigt, damit die GPS-Signale zuverlässig arbeiten können.
Durch den Einsatz einer RTK-Antenne nimmt der Aufbau etwas mehr Zeit in Anspruch. Davon abgesehen verzichtet der Roboter natürlich auf einen Begrenzungsdraht.
Der Aufbau gelingt ohne Probleme
Die Station wird mit Erdnägeln befestigt.
Da Roborock eine verständliche Kurzanleitung liefert, ist der Aufbau ein Klacks. Die Station wird mit Erdnägeln im Boden fixiert, wobei der passende Inbusschlüssel mit dabei ist. Das Stromkabel, das per Verlängerungskabel auch eine Steckdose in weiterer Entfernung erreicht, muss an der Station verbunden werden. Ebenso das Kabel der RTK-Antenne. Da es wasserdichte Anschlüsse gibt, ist eine Aufstellung unter freiem Himmel kein Problem.
Der Mäher parkt automatisch ein.
Der RockMow Z1 selbst kommt als komplettes Gerät aus dem Karton und muss nur noch in die Ladestation gestellt werden.
Qualität und Optik
Da Roborock mit seinen hochwertigen Saugrobotern schon viel Erfahrung gesammelt hat, ist auch der Z1 ein sehr hochwertiges Gerät. Es gibt keine großen Spaltmaße und der Roboter knüpft an die bekannte Roborock-Qualität an. Optisch ist der Mäher ein Klassiker und schaut man von vorne auf den Roboter, hat man das Gefühl, dass er Augen hat. Die Kameras und Sensoren sehen wie ein Gesicht aus.
Manuelle Kartierung per Joystick
Kartierung ist per Joystick möglich.
Nachdem der Aufbau geglückt ist, erfolgt die erste Kartierung. Während einige Modelle schon eine automatische Kartierung anbieten, muss man mit dem Z1 noch manuell die Grenzen abfahren. Das funktioniert erwartungsgemäß gut, da man den Mäher einfach per Roborock-App und Joystick durch den Garten bewegt. Mein Tipp: Wenn Rasen an Wege grenzt, die der Roboter überfahren kann, seid großzügig und fahrt mit dem Z1 deutlich auf den Weg. Später stellt sich nämlich heraus, dass der Z1 beim Kantenschnitt sehr vorsichtig ist und seine Ränder nicht so genau nimmt.
In meinem Garten habe ich aktuell zwei Zonen angelegt, die auch unterschiedliche Mäheinstellungen haben können. Eine Sperrzone habe ich nicht, da ich schon durch die Begrenzung beispielsweise den Sandkasten direkt ausgenommen habe. Wer Sträucher, Bäume, Häuschen und Co. auf der Fläche stehen hat, kann mit einer Sperrzone selbst entscheiden, wie der Roboter die Objekte behandeln soll.
Darüber hinaus ist das Anlegen eines Pfads notwendig, wenn mehrere Zonen zum Einsatz kommen. Auch hier bestimmt ihr selbst, wo und wie der Roboter von einer Zone zur anderen fährt. Darüber hinaus lässt sich auch ein Pfad zur Ladestation festlegen, denn der Z1 muss nicht zwingend auf der Wiese stehen. Wenn ein geschützter Ort auf der Terrasse verfügbar ist, kann der Mäher von dort aus zum Rasen fahren und dann mit der Aufgabe beginnen.
Allradantrieb sorgt für Agilität
Die Fronträder können sich drehen.
Roborock hat sich für vier angetriebene Räder entschieden, die schon beim Kartieren zeigen, wie gut sie sind. Während die Hinterräder fix sind, können sich die beiden Vorderräder durch das aktive Lenksystem komplett drehen. Daraus resultiert, dass der Roborock RockMow Z1 einen sehr kleinen Wendekreis hat und präzise Kurven fahren kann. Gleichzeitig stellt das System sicher, dass der Rasen möglichst sanft befahren und behandelt wird.
Bei der manuellen Kartierung oder Steuerung ist die Handhabung nicht ganz so einfach, da er sehr fein auf Änderungen reagiert. Im automatischen Mähmodus steuert der Z1 alles selbst und beweist, dass das System richtig gut funktioniert. Gleichzeitig bietet der Allradantrieb weitere Vorteile in steilem Gelände.
Die Federung erleichtert Fahrt im unebenen Geländer.
Bei mir im Garten gibt es hinter dem Haus einen Hang, an dem einfache Modelle sofort kapitulieren. Doch durch die vier angetriebenen Räder kommt der Z1 dort hoch und kann an Stellen mähen, die andere Roboter niemals erreichen. Meine Rasenfläche vor dem Haus ist leicht abfallend, was für den Mäher überhaupt kein Problem ist.
Zudem hat meine Kernsanierung ein paar Spuren im Garten hinterlassen, die ich noch nicht komplett beseitigt habe. Da ein Bagger durch meinen Garten gefahren ist, gibt es noch einige Unebenheiten. Und da kommt das sogenannte Dynamic Suspension System zum Einsatz. Die Hinterräder sind mit zwei großen Federn ausgestattet, sodass der Roboter Unebenheiten, Vertiefungen und unwegsames Gelände ohne Probleme meistert. Das schwebende Mähdeck passt sich dabei automatisch an die Bodenkontur an, um einen gleichmäßigen Schnitt zu erzielen.
So sieht der Roborock RockMow Z1 von unten aus.
Obwohl mein Garten ein anspruchsvolles Gelände ist, erweist sich der Roborock RockMow Z1 als sehr gute Wahl.
Roborock-App konzentriert sich auf die wichtigsten Funktionen
Die Roborock-App ist für mich eine Referenz. Die Bedienung ist einfach und Roborock hat es geschafft, viele Funktionen strukturiert und intuitiv in die App zu bringen – bei Saug- und Wischrobotern ebenso wie beim neuen Mähroboter. Hier hat Roborock die wichtigsten Funktionen integriert und macht diese einfach zugänglich.
Roborock-App ist einfach zu bedienen und intuitiv gestaltet.
Die Startseite zeigt eure Karte beziehungsweise euren Garten an und bietet Schnelleinstellungen. Ihr könnt die komplette Fläche mähen, nur eine Zone auswählen oder einen Kantenschnitt starten. In den Einstellungen lassen sich außerdem die Mäheffizienz, also wie schnell der Mäher arbeiten soll, die Schnitthöhe sowie die Schnittrichtung definieren.
Der Z1 ermittelt die beste Schnittrichtung automatisch, allerdings könnt ihr diese per App ändern, wenn es notwendig sein sollte. Natürlich könnt ihr die Mährichtung und Schnitthöhe für jede Zone individuell festlegen.
In den weiteren Einstellungen lassen sich Zeitpläne anlegen, der Regenschutz aktivieren, die Hinderniserkennung anpassen sowie weitere Einstellungen vornehmen.
Wie schon bei der Erstellung der Karte erwähnt, könnt ihr diese im Nachgang natürlich bearbeiten. Grenzen lassen sich verschieben, neue Zonen anlegen oder weitere Sperrbereiche markieren.
Insgesamt finde ich die Roborock-App auch für Mähroboter ansprechend gestaltet. Die Einstellungen sind klar beschrieben und schnell zugänglich. Das gefällt mir gut!
Erkennt der Roborock RockMow Z1 Igel?
Glücklicherweise halten sich Igel von meiner Wiese größtenteils fern. Einen echten Igel-Dummy habe ich nicht, allerdings habe ich dem Roborock allerhand Gegenstände in den Weg gestellt und geworfen, um die Hinderniserkennung zu testen. Mein Fazit ist etwas gemischt.
Die Hinderniserkennung ist insgesamt gut.
Größere Objekte wie Hausschuhe, ein Ball oder Ähnliches erkennt der Roborock RockMow Z1 ohne Probleme. Allerdings ist mir aufgefallen, dass er auch hier sehr vorsichtig agiert und einen sehr großen Bogen um die Gegenstände fährt. Das bedeutet natürlich, dass der Bereich um den Gegenstand nicht vernünftig gemäht wird.
Andererseits stellt der Roboter sicher, dass die Objekte und Gegenstände auf jeden Fall nicht überfahren werden. Wenn das nämlich passiert, bleibt davon nicht mehr viel übrig, da die sechs Messer auf der Unterseite ziemlich scharf sind. Und auch ich musste einmal schlechte Erfahrungen machen: Ich habe in der App die Hinderniserkennung auf „Ausgleichen“ gestellt, um die Mähleistung zu steigern. Allerdings war das keine gute Idee. Ich habe dem Roboter ein etwas größeres Sandförmchen meines Sohnes in den Weg geworfen und musste danach leider das Mikroplastik aus meinem Rasen pflücken.
Aber: Wenn die Hindernisvermeidung auf „Empfindlich“ steht, was auch die Standardeinstellung ist, umfährt der Z1 alle Hindernisse. Auch Objekte und Gegenstände, die spontan den Weg kreuzen, hat der Roborock dann zuverlässig umfahren.
Einen echten Igel-Test kann ich nicht vorweisen, dennoch empfehle ich stets, dass der Mäher nur tagsüber fährt.
Der Kantenschnitt kostet extra
Mit installiertem Kantenschnittmodul.
Wie bei vielen Modellen Standard: Das Modul für den Kantenschnitt kostet extra. Wer sich für das Modul entscheidet, muss dieses außerdem selbst am Mäher anbauen. Das ist aber kein Hexenwerk, da dafür die rechte Plastikschiene abgenommen und durch das Modul ersetzt werden muss. Nachdem man ein paar Schrauben gelöst und wieder befestigt hat, kann der Roboter deutlich besser Kanten mähen, da nur noch circa drei Zentimeter übrig bleiben.
Doch in der Praxis sieht das anders aus. Da der Roborock RockMow Z1 eher vorsichtig durch den Garten navigiert, lässt er beim Kantenschnitt einen unnötigen Rand stehen. Der Roboter fährt nicht exakt den Weg, den man zuvor bei der Kartierung vorgegeben hat. Das fällt besonders dann auf, wenn ein Weg an den Rasen grenzt. Hier habe ich den Roboter halb auf den Weg geschickt, doch beim Kantenschnitt traut sich der Mäher nicht mehr auf die Steine und mäht nur auf der Wiese.
Der Roborock RockMow Z1 mäht an der Kante zu vorsichtig.
Ähnliches konnte ich auch entlang eines Zauns beobachten, sodass beim Kantenschnitt noch Optimierungsbedarf besteht. Durch das Modul wird jedoch sichergestellt, dass weniger manuelle Arbeit notwendig ist. Gut zu wissen: Das Modul für den Kantenschnitt hat eine feste Schnitthöhe von 5,5 Zentimetern. Eine Einstellung der Schnitthöhe ist nicht möglich.
Diebstahlschutz für den Roborock RockMow Z1
Da viele Mähroboter frei im Garten stehen, ist ein Diebstahl einfach möglich. Um das zu vermeiden, hat Roborock mehrere Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Sobald der Mäher angehoben wird, ertönt ein Hochfrequenzalarm. Gleichzeitig gibt es eine PIN-Code-Sperre, um unbefugten Zugriff zu unterbinden. Und sollte sich jemand den Mäher doch einmal unter den Nagel reißen, kann man ihn per 4G-Echtzeitortung schnell wiederfinden. Bedeutet: Diebstahl lohnt sich einfach nicht.
Mein Fazit zum Roborock RockMow Z1
Roborock RockMow Z1 von vorne.
Roborocks erster Mähroboter macht einen guten Job. Die Qualität stimmt, der Aufbau ist einfach und das Schnittbild top. Doch an ein paar Stellen muss Roborock noch nachbessern, denn der Kantenschnitt und die sehr vorsichtige Hindernisumfahrung benötigen noch etwas Feinschliff. Dass der Mähroboter unebenes Gelände meistert, freut mich persönlich sehr, da mein Garten leider nicht perfekt ist.
Preise und Verfügbarkeit
Der Roborock RockMow Z150, den ich getestet habe, kostet stolze 3.499 Euro. Wer kleinere Gärten bearbeiten will, kann aber auch schon für 1.199 Euro zugreifen. Der Roborock RockMow Z115 schafft bis zu 1.500 Quadratmeter, der Roborock RockMow Z130 rund 3.000 Quadratmeter. Und wer auf die RTK-Antenne verzichten will, greift zum Roborock RockMow Z120 LiDAR, der 2.699 Euro kostet.
Alle neuen Roborock-Mäher sind verfügbar, allerdings gibt es keinen Online-Verkauf. Kaufmöglichkeiten gibt es im Moment nur bei Händlern in der Nähe.
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